Personalmangel ist Wachstumsbremse

Lesedauer: 5 Min

Unternehmerbesuch bei Metallbau Durach am Achener Hof mit (v. l.) Bürgermeister Rainer Magenreuter, Hans-Joachim Hölz und Claus
Unternehmerbesuch bei Metallbau Durach am Achener Hof mit (v. l.) Bürgermeister Rainer Magenreuter, Hans-Joachim Hölz und Claus Fehr, Wirtschaftsförderer, rechts Firmenchef Mathias Durach. (Foto: Jeanette Löschberger)
Jeanette Löschberger

In regelmäßigen Abständen bekommen Unternehmer im Isnyer Wirtschaftsraum Besuch von Bürgermeister Rainer Magenreuter und Claus Fehr, dem verantwortlichen Wirtschaftsförderer der Stadtverwaltung. Mathias Durach vom gleichnamigen Metall verarbeitenden Betrieb stand jüngst auf der Agenda. Mit dabei war Hans-Joachim Hölz von der Wirtschafts- und Innovationsförderung des Landkreises Ravensburg (WIR). Er ist Ansprechpartner für die Betriebe, wenn es um Unternehmensberatung in jeglicher Hinsicht geht – „für die Firmen ist dies kostenlos“, erklärt er Durach.

Die neue gebaute Halle im Gewerbegebiet Am Achener Hof ist voll mit Maschinen. „Zur Zeit werden Maschinen ausgetauscht. Der Finanzierungszeitraum für eine Maschine beträgt fünf bis sieben Jahre“, erklärte Durach auf Nachfrage von Fehr.

Die Auftragslage sei gut, aber in seiner Branche oft nicht weit im Voraus planbar. Die vier Mitarbeiter produzieren aus Rohmaterial und fast ausschließlich auftragsbezogen, Sonderanfertigungen, Einzelstücke, Werkzeuge, Vorrichtungen und Kleinstauflagen. Wenn es mal zehn gleiche Teile sind, sei das schon viel, sagt Durach.

Preiskampf in der Branche ist hart und bietet nicht viel Spielraum

Es herrsche ein harter Preiskampf und sein Spielraum sei nicht besonders groß. Zwar wüssten seine Kunden, dass er höchste Qualität liefere, aber wenn ein anderer Anbieter sie um 20 Prozent unterbiete, könne er nicht mit. Oft kämen Kunden beim nächsten Mal dann wieder auf ihn zurück – der Qualität und Zuverlässigkeit wegen.

Hölz fiel auf, dass in der Halle kein Kranbalken montiert ist. „Das hätte uns beim Bau gleich 100 000 Euro mehr gekostet. Das, was wir heben müssen, geht meist mit Ameise und Stapler“, erklärte Durach. Wenn sein Betrieb weiter wachse und angebaut werde, könne das immer noch berücksichtigt werden. „Wachsen können wir aber nur, wenn wir das geeignete Fachpersonal finden“, gab Durach zu bedenken. Zwei Leute mehr wären ideal, sagte er, aber die zu finden, sei extrem schwierig. Aus dem selben Grund gibt es auch keinen Auszubildenden im Betrieb. „Ich hätte gerne einen, aber so lange ich selbst so eingespannt bin mit Büro und Produktion, kann ich das nicht leisten“, sagte der Metallbauer.

Mit dem Standort am Achener Hof ist Durach sehr zufrieden. Vorher stand sein Betrieb am Ziegelstadel, dort, wo nun die „Blaser Alm“ steht. Die Betreuung durch die Stadtverwaltung vor und während der Neubauphase sei gut gelaufen. Eine Einschränkung hat Durach aber: Dass es im Gewerbegebiet kein schnelles Internet gebe, darüber könne er nur den Kopf schütteln. Er hofft auf den geplanten „LTE-Mast“ der Telekom.

Ein weiteres Thema, das Durach ansprach, ist die Gewerbesteuer. Bei den Investitionen, die zurzeit durch die Stadt getätigt würden, Stadtsanierung, Schulzentrum und Marktplatz, befürchte er, dass diese in nächster Zeit angehoben werde.

Magenreuter deutete an, dass das im kommenden Jahr, nach der letzten Erhöhung 2006, fast unausweichlich sei. Fehr berichtete von weiteren Betrieben, die sich in der Nachbarschaft in der kommenden Zeit ansiedeln werden. Darüber ist Durach froh und hofft, dass das noch weitere Facharbeiter in die Region ziehen wird.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen