„Noch viele Bausteine müssen wir bearbeiten“

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 Wie in anderen Städten (Bild), könnte eine einladende, farbliche Gestaltung des Pflasters auch in Leutkirch Einzug halten.
Wie in anderen Städten (Bild), könnte eine einladende, farbliche Gestaltung des Pflasters auch in Leutkirch Einzug halten. (Foto: Planersocietät)
Karl-Heinz Schweigert

„Es gibt viele Bausteine, die wir noch bearbeiten müssen“: So lautet die Erkenntnis von Hans-Jörg Henle bei seiner Begrüßung der zahlreichen Teilnehmer an der Abschlussveranstaltung des vom Land geförderten Fußverkehr-Checks am Montagabend im Foyer der Leutkircher Festhalle. Der Oberbürgermeister betonte dabei auch, „die Realität zu betrachten“, wie Interessenskonflikte und die gesetzlichen, technischen und finanziellen Bedingungen.

Nach dem Auftakttreffen und den zwei Begehungen im Stadtbereich hatte Philipp Walgern aus Karlsruhe von der Firma Planersocietät in einer anschaulichen Präsentation die Erkenntnisse und Probleme zusammengefasst: Aus seinem Rückblick ergaben sich „Handlungsfelder, Maßnahmen und Vorschläge im Interesse von Belangen des Fußverkehrs“. Konkret empfahl der Raumplaner zum Beispiel mit baulichen Elementen die Verkürzung von Querungen, mehr Mittelinseln und Zebrastreifen sowie die Tempodrosselung beim motorisierten Verkehr. Hierbei wurde in der Allgäustadt bereits so einiges, auch gegen manchen Widerstand umgesetzt. Erfreulich sei zudem die weitgehend umgesetzte Absenkung von Bordsteinkanten.

Neue Geh-Kultur

Um eine „neue Geh-Kultur zu erreichen und damit sich selbst und der Natur etwas Gutes zu tun“, wie es das Leutkircher Stadtoberhaupt in der abschließenden Diskussion formulierte, könne kurzfristig, so manches realisiert werden: Unter anderem Bodenbeläge und Markierungen verbessern, Ampelphasen für Fußgänger verlängern, „Gehweg-Parker“ verstärkt kontrollieren, Witterungsschäden reparieren und die öffentlichen Wege attraktiver gestalten.

Als Beispiel wurde hier das Kronengässle genannt, das die Altstadt mit den Bahnhofsarkaden verbindet. Wirksam wäre hier die Querung der Poststraße mit Zebrastreifen, eine Verkehrsberuhigung in der Unteren Grabenstraße und eine einladende, farbliche Gestaltung des Pflasters. „Wir wollen unseren Raum wieder zurückhaben“, wurde in der Gesprächsrunde gefordert. Was allerdings nur gehe, „wenn man es den Autofahrern schwerer macht“. So erhofft sich eine junge Mutter, die mit ihrem Kleinkind öfters die Mohrenkreuzung queren muss, „endlich eine Verbesserung der Luft- und damit der Lebensqualität“.

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