„Nicht jeder Weg muss für alle begehbar sein“

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Für ihre langjährige Vereinstreue geehrt wurden diese Mitglieder der DAV-Sektion Leutkirch. Links im Bild Bürgermeisterin Chris
Für ihre langjährige Vereinstreue geehrt wurden diese Mitglieder der DAV-Sektion Leutkirch. Links im Bild Bürgermeisterin Christina Schnitzler, knieend in der Mitte der kommissarische Vorsitzende Jochen Eißler, rechts daneben Schatzmeisterin Dunja W (Foto: Sabine Centner)
Schwäbische Zeitung
Sabine Centner

Die Mitgliederzahl nahezu unverändert, der Schuldenstand weiter abgebaut, das Angebot vielseitig und attraktiv, die Saison unfallfrei beendet: Die Sektion Leutkirch des Deutschen Alpenvereins (DAV) blickt relativ zufrieden auf das vergangene, allerdings ziemlich verregnete Jahr 2017 zurück. Die gut besuchte 137. Hauptversammlung im Tagungshaus Regina Pacis bot den Vereinsmitgliedern neben der Rückschau auch einen Ausblick auf Aktivitäten und Aufgaben im aktuellen Bergjahr. Was dem DAV Leutkirch allerdings nach wie vor fehlt, ist ein neuer Erster Vorsitzender. Auch am Freitagabend fand sich kein Bewerber für das Amt, der Tagesordnungspunkt Wahlen musste somit entfallen.

2285 Mitglieder zählt der größte Leutkircher Verein derzeit, eines weniger als 2016, berichtete der Zweite Vorsitzende Jochen Eißler als Versammlungsleiter. Erfreulich nannte er den Zuwachs bei der Jugend und der Familiengruppe. Dass die Übernachtungszahlen auf den beiden Hütten (Leutkircher Hütte: 2400, Kaiserjochhaus 3131) im Vergleich zum Vorjahr ein Minus aufwiesen, sei vor allem dem Wetter geschuldet. Besonders der verregnete Herbst habe zu einem „dramatischen Rückgang“ geführt. Ärgerlich aus Sicht des DAV zudem: „Immer mehr Leute melden sich auf den Hütten an und kommen dann nicht.“ Das, so Eißler, gelte sogar für ganze Schulklassen.

Kommissarischer Hüttenwart gefunden

Mit dem 58-jährigen Norbert Mangold sei ein kommissarischer Hüttenwart für die Leutkircher gefunden, informierte Eißler und fügte hinzu: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit.“ Bei beiden Hütten in der Verantwortung der Sektion Leutkirch stünden in diesem Jahr wiederum Wegearbeiten an, mit Blick auf den vielen Regen des vergangenen Jahres voraussichtlich eine große Aufgabe.

Schatzmeisterin Dunja Wegner präsentierte eine zufriedenstellende Kassenlage. „Die Schulden im Zusammenhang mit den Hüttensanierungen, vor allem im Kaiserjochhaus, konnten abgebaut werden“, sagte sie. Zwar liegen die Verpflichtungen noch immer im sechsstelligen Bereich, „und es ist die Frage, was an Wegekosten auf uns zukommt“. Dennoch, so Wegner, wolle der Verein heuer besonders in Jugendarbeit und Fortbildung investieren.

Rechnungsprüferin Sabine Gisbert, die zusammen mit Thomas Maucher die Kasse geprüft hatte, lobte die korrekte und übersichtliche Darstellung der Kassenbelege und die neu angelegte Inventarliste und empfahl die Entlastung der Schatzmeisterin. Geleitet von Bürgermeisterin Christina Schnitzler fiel diese, zusammen mit der Entlastung des Vorstands, einstimmig aus.

Von einem „tollen Angebot“, das der Alpenverein der Stadt mache, hatte Schnitzler in ihrem Grußwort zu Beginn gesprochen. Es spreche alle Generationen an und biete die Möglichkeit, Sport und Natur zu verbinden. Zudem leisteten die Hütten einen Beitrag zur Nachhaltigkeit – etwa im Blick auf die Müllproblematik in den Bergen.

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