Neue Energielösung für das „Quartier Pfingstweide“

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Die Stadt startet mit der Energieagentur Ravensburg das energetische Quartierskonzept „Pfingstweide“
Die Stadt startet mit der Energieagentur Ravensburg das energetische Quartierskonzept „Pfingstweide“ (Foto: Heinz Mauch)
Schwäbische Zeitung

Die Stadt Leutkirch leistet als Kommune bereits seit vielen Jahren einen Beitrag zur Umsetzung der Energiewende in der Region. Für ihre Anstrengungen wurde sie schon mehrfach mit dem „European Energy Award Gold“ ausgezeichnet. Das international etablierte Zertifizierungsverfahren erfasst, bewertet, plant, steuert und überprüft regelmäßig die Energie- und Klimaschutz-Aktivitäten einer Kommune.

Wie die Stadt mitteilt, wurde in diesem Rahmen schon 2012 ein Leitbild „Energie“ verabschiedet. Darin enthalten sind ambitionierte Klimaschutzziele – so sollen zum Beispiel bis zum Jahr 2025 60 Prozent des Gesamtstromverbrauchs durch regenerative Energien erzeugt werden. Auch eine Reduzierung des Wärmeverbrauchs in den Haushalten um 25 Prozent wird bis 2025 angestrebt. Weitere Ziele und Inhalte des Leitbildes Energie sind auf der Homepage der Stadt Leutkirch nachzulesen.

Immobilienbesitzer werden beraten

Um diesen gerecht zu werden, bringt die Stadt in Zusammenarbeit mit der Energieagentur Ravensburg als unabhängige Beratungseinrichtung im Landkreis Ravensburg das Quartierskonzept „Pfingstweide“ auf den Weg. Dieses ermöglicht die Darstellung von Energie-Einsparpotentialen in einem flächenmäßig zusammenhängenden Gebiet und wird durch die KfW-Bank gefördert. Ziel ist dabei, Energieverbrauch, Energiekosten und CO2-Ausstoß im Quartier zu senken und ein Konzept für eine nachhaltige, ressourcenschonende Energieversorgung und Quartiersentwicklung zu erstellen.

Mit der Durchführung dieses Projekts werden einerseits Immobilienbesitzer bezüglich der Themen Energieeinsparung und Wärmeversorgung beraten und unterstützt, andererseits werden auch ein langfristiger Fahrplan für eine nachhaltige und bürgernahe Stadtentwicklung erstellt sowie die Wärmeversorgung durch ein Wärmenetz geprüft.

Mit Hilfe des Quartierskonzepts werden laut Mitteilung unter Einbeziehung sämtlicher Akteure und Interessensvertreter des Quartiers städteplanerische Erkenntnisse zur Fortentwicklung der Infrastruktur generiert und Potentiale für die Schaffung moderner Wärmeverbundlösungen identifiziert. Ein Nahwärmenetz ersetzt im Idealfall bestehende sanierungsbedürftige Einzelheizungsanlagen und steigert maßgeblich den Anteil erneuerbarer Energien an der Wärmeerzeugung. Die Luftqualität im Quartier wird in der Folge deutlich verbessert. Außerdem werden Gebäudeeigentümer umfassend über ökologisch und ökonomisch sinnvolle energetische Sanierungsmaßnahmen sowie dazu passende Zuschüsse von Bund und Land informiert.

Einbindung lokaler Akteure

Die Einbindung lokaler Akteure sowie der Bürgerschaft und die Durchführung von Informationsveranstaltungen bilden den Rahmen des Projekts. Die betroffenen Gebäudeeigentümer und -bewohner beziehungsweise -nutzer werden in den nächsten Wochen kontaktiert und um Angaben zu Ihrem Gebäude gebeten. Diese Auskünfte bilden einen Baustein der Potentialanalysen und werden unter anderem durch eine Untersuchung des Solarpotentials auf den Dächern im Quartier ergänzt.

Im Anschluss an die Datenerhebung und auch im weiteren Projektverlauf haben Gebäudeeigentümer die Möglichkeit, sich von der Energieagentur Ravensburg kostenlos über energetische Maßnahmen im Gebäudebestand beraten zu lassen.

Im Laufe der Konzeptentwicklung plant die Stadt Leutkirch voraussichtlich im Herbst eine Informationsveranstaltung für die Bürger der Stadt. Hier sollen die weiteren Projektschritte vorgestellt, über interessante Themen informiert und Raum für Fragen und Anregungen der betroffenen Eigentümer gegeben werden. Seitens der Projektpartner ist geplant, aktuelle Informationen zum Projekt regelmäßig über die örtlichen Medien zu kommunizieren, heißt es in der Mitteilung.

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