Nein zu Berufsbezeichnungen „Un-Ruheständler“ und „Mensch“

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 Elmar Haag und Christina Schnitzler bei der Ausschusssitzung.
Elmar Haag und Christina Schnitzler bei der Ausschusssitzung. (Foto: Patrick Müller)
Redakteur Leutkirch

Der Gemeinderatswahlausschuss hat bei seiner öffentlichen Sitzung am Montagabend alle eingereichten Listen für die Gemeinderats- und die Ortschaftsratswahlen zugelassen. Allerdings wurden bei zwei Bewerbern der Gruppierung „Bürgerforum Leutkirch“ die angegebene Berufsbezeichnung nicht akzeptiert.

Neben der Europa- und der Kreistagswahl finden am 26. Mai auch die Wahlen des neuen Gemeinderates und der Ortschaftsräte statt. „Die mit Abstand aufwendigsten und kniffligsten Wahlen, die es gibt“. so Bürgermeisterin Christina Schnitzler am Beginn der Sitzung des Gemeindewahlausschusses im historischen Sitzungssaal. Dabei habe Leutkirch im Vergleich zu anderen Flächengemeinden den Vorteil, dass es bei der Wahl des neuen Gemeinderates keine unechte Teilortswahl gibt. Bei der Ausschusssitzung wurden unter anderem die eingegangenen Wahlvorschläge geprüft und über deren Zulassungen entschieden.

Elmar Haag vom Ordnungsamt berichtete, dass er alle Vorschläge geprüft habe und dabei lediglich „ein paar Kleinigkeiten“ gefunden habe, die noch korrigiert werden mussten. Etwa fehlende Unterschriften oder vom Melderegister abweichende Angaben. Diese Formalitäten konnten aber laut ihm bereits im Vorfeld der Sitzung mit dem Beteiligten bereinigt werden. Problematischer seien dagegen zwei Berufsbezeichnungen, die von Bewerbern angegeben wurden, die auf den endgültigen Wahllisten mit aufgeführt werden. So gab sich ein Gemeinderatskandidat, Alfons Notz vom „Bürgerforum Leutkirch“, die Berufsbezeichnung „Un-Ruheständler“. Haag und Schnitzler vertraten im Ausschuss die Auffassung, dass das nicht gehe. „Eine gewisse Seriosität“ sei bei der Wahl dann doch gefragt, so die Bürgermeisterin. Das sahen auch die restlichen Ausschussmitglieder so und erteilten der Bezeichnung eine einstimmige Absage. Da der Kandidat die Bezeichnung laut Haag gerne so behalten würde, werden Schnitzler und er nun mit ihm über Alternativen „nachverhandeln“. Ebenfalls eine einstimmige Absage gab es für die Berufsbezeichnung „Mensch“, die Michael Gretz, ebenfalls vom „Bürgerforum Leutkirch“, angegeben hat.

Insgesamt wurden ansonsten alle sechs eingereichten Wahlvorschläge für den Gemeinderat zugelassen. Festgelegt wurde außerdem, dass sich die Reihenfolge der Heftung der Listen nach den Stimmen der letzten Gemeinderatswahl richtet. Als erstes kommt demnach die CDU, danach folgen die Wahlvorschläge vom „ Bürgerforum Leutkirch“, den Unabhängigen, den Freien Wählern, der SPD und der FDP, die zum ersten Mal mit einer eigenen Liste antritt.

Auch bei den Ortschaftsratswahlen wurden alle eingereichten Vorschläge zugelassen. Zwei Listen gibt es hier nur in Gebrazhofen (Reihenfolge: Bürgerliste Gebrazhofen, Freie Bürger Gebrazhofen) und Herlazhofen (Reihenfolge: CDU, Bürgerliste Herlazhofen).

Laut Haag, der bei der Stadtverwaltung bereits seit 1985 Wahlen in Leutkirch begleitet, kommen solche kuriosen Berufsbezeichnungen übrigens „immer wieder mal vor“. Er selbst erinnert sich darauf angesprochen zum Beispiel noch an den 2004 verstorbenen „Remstalrebell“ Helmut Palmer. Dieser habe sich vor Jahren mal um das Amt als Leutkircher Oberbürgermeister beworben und dabei die Berufsbezeichnung „Pomologe“ angegeben. Die es aber tatsächlich gibt und für die Obstbaukunde steht.

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