Nachhaltigkeit von Elobau hinterlässt Eindruck

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 Michael Hetzer erklärt den Besuchern die Firmenphilosophie und Betriebsräume.
Michael Hetzer erklärt den Besuchern die Firmenphilosophie und Betriebsräume. (Foto: Hans Reichert)
Hans Reichert

Michael Hetzer, Chef von Elobau, hat der Besuchergruppe von Isny-Aktiv“„seinen“ Betrieb gezeigt. Dabei hinterließ nicht nur der geschäftliche Erfolg des 1972 gegründeten Unternehmens, sondern auch die Unternehmenskultur und das konsequent durchgeführte Prinzip der Nachhaltigkeit einen tiefen Eindruck bei den Teilnehmern.

Seit 2009 produziert Elobau klimaneutral mit eigenem Strom aus der Photovoltaik und mit Biogas aus Schlachtabfällen. Auch der Firmen-Fuhrpark besteht aus Elektro-Autos. Vor dem Werk befinden sich Ladestationen, an denen viele E-Bikes Strom tanken. Es hilft der Ökobilanz, dass 60 Prozent der Belegschaft aus weniger als zehn Kilometer Entfernung zur Arbeit kommt. Die neu entstehende Halle wird in völliger Holzbauweise erstellt, was ebenfalls zur CO2-Einsparung beiträgt. „Man sieht am Umsatz von 110 Millionen Euro, dass Nachhaltigkeit kein Erfolgshindernis sein muss“, sagen mehrere Besucher. Mit jetzt 1000 Beschäftigten stellt die Firma Sensoren und Messeinrichtungen her. Viele Umweltzertifizierungen und Auszeichnungen beweisen die konsequente Ausrichtung an der Nachhaltigkeit des Unternehmens, das heute als Stiftung geführt wird.

„In der Zukunft wird die Robotik immer wichtiger“, erklärte Michael Hetzer bei der Führung, deshalb gebe es auch die betriebseigene Ausbildung. In der Lehrwerkstatt ist zwar abends beim Rundgang alles still und aufgeräumt, aber die Erläuterungen sind bedeutend: „Wir möchten in der Mechatronik einen höheren Mädchenanteil, die ziehen die Jungs mit und alle gehen nett miteinander um.“ Die Firma bietet auch Quali-Studiengänge und ein Duales Studium an.

Viele Eindrücke

Mit Werner Mayer, Vorstand von Isny Aktiv, sind Isnyer Geschäftsleute, Bankenvertreter, eine Zimmermeisterin, eine Sozialarbeiterin, eine Inhaberin eines Blumengeschäfts, ein Inhaber eines Fahrradgeschäfts und auch ein Betriebsrat von Dethleffs mitgekommen. „Es ist die Wertschätzung der Kommunikation, die man überall wahrnehmen kann,“ „Michael Hetzer hängt sehr an der Umwelt und er hat eben auch mit Nachhaltigkeit einen guten Geschäftserfolg“ sind einige der vielen Eindrücke. Weitere Beobachtungen sind die vielen Bildschirme mit dem Herz-Ass-Logo der Kommunikation, die Raucherkabinen mit Luftabzug, die Atmosphäre des Hallenbaus als Holzkonstruktion, die benutzerfreundlichen Fertigungsinseln, an denen sogar die Lichtfarbe gesteuert werden und damit für eine angenehme Stimmung gesorgt werden kann. In schwarzen Boxen wird Material an die Arbeitsplätze geliefert und die Fertigteile abgeholt. So geht das Material am Arbeitsplatz nie aus. Intern nennen die Mitarbeiter das den „Milk-Run“. „Ich könnte da nicht arbeiten, weil ich den Umgang mit den Menschen brauche,“ gibt die Sozialarbeiterin zu bedenken. Und der Floristin würde das schöpferische Element fehlen, das in ihrem Beruf soviel Freude macht.

Natürlich wollen die Isnyer Besucher auch etwas Finanzielles wissen. Sie erfahren, dass die Belegschaft auf Gehaltsbasis entlohnt wird. Dabei herrscht völlige Transparenz. Man ist weg von Einzel-Leistungsprämien und lässt die Gruppe bei der Prämienzuteilung entscheiden.

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