Merazhofener basteln an Zukunftskonzept

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Joshua Ajayi (links) und Ulrich Schädler wollen den Merazhofener Ortskern attraktiv halten. Im Hintergrund: das alte Schulgebäu
Joshua Ajayi (links) und Ulrich Schädler wollen den Merazhofener Ortskern attraktiv halten. Im Hintergrund: das alte Schulgebäude. (Foto: Simon Nill)
Schwäbische Zeitung
Redakteur Leutkirch

Wie kann der Ortskern von Merazhofen attraktiv gehalten werden? Vor allem diese Frage beschäftigt viele Bewohner der Leutkircher Ortschaft. „Die Merazhofener kämpfen im Moment an vielen Fronten“, sagt Ortsvorsteher Siegfried Edelmann. Diskutiert wird vor allem über die künftige Nutzung des alten Schulgebäudes sowie des ehemaligen Kindergartens.

„Die Merazhofener sind sehr aktiv und nehmen die Zukunft ihrer Ortschaft selber in die Hand, um sie attraktiv zu halten“, erklärt Siegfried Edelmann im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“. Er spricht von einem vorbildlichen Engagement, um gegen den demografischen Wandel vorzugehen. Es gelte, Ideen und Perspektiven zu entwickeln, damit sich auch junge Menschen dauerhaft in den Ortschaften ansiedeln.

Im Zentrum der Gespräche über die Weiterentwicklung des Ortskerns stehen derzeit das alte Schulgebäude sowie der ehemalige Kindergarten. Während das Schulgebäude bisher von der Musikkapelle Merazhofen sowie von der Landjugend genutzt wird, stehen die Kindergarten-Räume leer. Damit beide Häuser langfristig den Bewohnern der Ortschaft erhalten bleiben, soll ein neues, gemeinsames Nutzungskonzept her.

Arbeitskreis erörtert Konzept

Um neue Pläne für die Gebäude zu erörtern, haben Ulrich Schädler und Joshua Ajayi einen Arbeitskreis ins Leben gerufen. Etwa 45 Merazhofener nahmen laut Schädler bei einem ersten Treffen teil. „Das Interesse war sehr groß“, ergänzt Ajayi im SZ-Gespräch. Klar sei, dass sich die Musikapelle Merazhofen auf der Suche nach einer größeren Fläche für Probestunden befindet. Herauskristallisiert hätten sich nach einigen Gesprächen mittlerweile zwei Varianten, wie die Gebäude künftig genutzt werden könnten.

Die erste Option sieht vor, dass Landjugend und Musikapelle im alten Schulgebäude bleiben. Damit verbunden sei vermutlich ein Anbau beziehungsweise eine Erweiterung des Proberaums. Im ehemaligen Kindergarten können sich die Merazhofener vorstellen, dass dort ein Mehrzweckraum errichtet wird, in dem regelmäßig Sportgruppen aktiv werden könnten. Laut Ajayi gebe es Interessenten, die beispielsweise Yoga- oder Gymnastik-Kurse anbieten wollen. Damit verbunden wäre eine Vereinsgründung, meint Schädler. Im oberen Stockwerk könnte zudem eine Physiotherapie-Praxis Platz finden.

Tendenz geht zu zweiter Variante

Eine zweite Variante sieht vor, dass im ehemaligen Schulgebäude Landjugend und Sportgruppen untergebracht werden, während die Musikkapelle Merazhofen in die Kindergarten-Räume umzieht. Auch bei diesem Konzept könnte eine Physiotherapie-Praxis eröffnet werden. „Die Tendenz geht zu dieser Variante“, sagt Schädler. Nach der Umsetzung hätten die Musiker einen neuen, großen Raum mit Küche zur Verfügung. Schließlich sei die Musikkapelle der größte Verein der Ortschaft und besitze folglich die „größte Macht“, sagt Schädler.

Im nächsten Schritt gelte es für die Merazhofener, sich auf ein Konzept zu verständigen. Dieses werde dann dem Ortsvorsteher und Vertretern der Kommunalpolitik vorgetragen. „Wir hoffen, dass die Stadt mitzieht“, sagt Ajayi. Andernfalls werde es schwer, den Ortskern dauerhaft attraktiv zu halten.

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