Mehrere Corona-Fälle in Leutkircher Kinderarztpraxis: Patienten starten Malaktion für das Team

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 Diese Sammelbox hängt in Herbrazhofen.
Diese Sammelbox hängt in Herbrazhofen. (Foto: Privat)
Redakteur Leutkirch

Auch das ist Leutkirch in Zeiten von Corona: Mit einer großen Malaktion möchten Eltern zusammen mit ihren Kindern den Leutkircher Kinderarzt Wolfgang Fesseler und sein Praxisteam unterstützen. Vor Kurzem wurde bekannt, dass dort mehrere Mitarbeiter positiv auf das Coronavirus getestet wurden.

Wie aus einem Post auf Facebook innerhalb eines Tages eine große Aktion geworden ist, erzählt Initiatorin Julia Kneipp im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“.

Arzt hat „unglaublich geholfen“

In ihrem Post am Donnerstagmorgen in der Facebookgruppe „Du weißt, dass Du aus Leutkirch kommst, wenn...“ erklärte sie, dass sie angesichts der Vorwürfe, die dem Kinderarzt nun teilweise gemacht werden, gerne etwas tun möchte, um ihm zu zeigen, dass die überwiegende Zahl seiner Patienten an ihn denken und ihm und seinem Team eine schnelle Besserung wünschen.

Sie selbst sei unglaublich dankbar gegenüber Fesseler, „der über Jahrzehnte einen solch aufopferungsvollen und unglaublich tollen Job gemacht hat“, schreibt sie. Mit ihrem Sohn sei sie selbst schon bei ihm gewesen, der Kinderarzt habe ihnen bei einer schweren Erkrankung „unglaublich geholfen“. Ihn nun aufgrund dieser Infektion an den Pranger zu stellen gehe gar nicht. „Meinen Unmut darüber wollte ich mit diesem Post kundtun“, erklärt Kneipp.

Kinder malen aufmunternde Bilder

Gleichzeitig schlug Sie dabei vor, für Fesseler und sein Team zusammen mit den Kinder aufmunternde Bilder zu malen. „Es ist unfassbar, wie viele sich daraufhin gemeldet haben“, erzählt sie. Zusammen mit anderen wurde aus der Idee innerhalb kürzester Zeit ein konkreter Plan.

Zahlreiche Nutzer meldeten sich und haben angeboten, eine Box zu basteln und vor dem Haus aufzustellen, um die Briefe und Bilder für Fesseler und sein Team zu sammeln. Schnell ist so ein Netz aus über zehn Sammelstellen zusammengekommen. So, dass man nun in fast jeder Leutkircher Siedlung so wie in einzelnen Ortschaften beim Spaziergang an der frischen Luft kurz bei einer der Boxen halten kann.

Kreative Boxen

Bereits am Donnerstagvormittag haben die Ersten Bilder der gebastelten Boxen geschickt, erzählt Kneipp. „es ist unglaublich, wie viel Kreativität schon hier zum Ausdruck kommt.“ Zusammen mit zwei anderen sammelt sie bereits am Donnerstagabend gegen 18 Uhr die erste Runde der in den eingeworfenen Bilder und Briefe ein um sie anschließend Fesseler vor die Tür zu stellen.

„Damit er zeitnah etwas zur Aufmunterung hat“, sagt Kneipp. Die Boxen sollen dann aber auf jeden Fall noch stehen bleiben, damit auch die später ankommenden Bilder noch eingesammelt werden können. Außerdem hätten sich auch viele direkt bei ihr gemeldet, die inzwischen nicht mehr in Leutkirch wohnen, aber Fesseler als ihren ehemaligen Kinderarzt ebenfalls unterstützen wollen. Bis deren Bilder und Briefe per Post bei Kneipp ankommen, dauere es noch.

Wohlwollende Kommentare

Eventuell, so Kneipp, druckt sie dann für den Kinderarzt und sein Team auch noch die Kommentare unter ihren entsprechenden Beiträgen auf Facebook aus und legt sie mit dazu. Weit über Hundert sind im Laufe des Tages bereits zusammengekommen – allesamt wohlwollend und aufmunternd. Viele davon richten sich natürlich auch an die betroffenen Arzthelferinnen. Kneipp selbst schreibt dazu: „Gute Besserung natürlich auch an all seine Arzthelferinnen!! Ihr macht auch einen unfassbar tollen Job!! Und Dr. Gantner einen guten Start in diesen turbulenten Zeiten“.

An diesen Hausadressen stehen die Boxen: Scheffelstraße 15, Josef-Siedler-Weg 21, Nachtigallenweg 7, Dammweg 12, Maucherstraße 33, Herlazhoferstraße 16, Matthias-Grünewald-Straße 11, Bahnhofstraße 12, Enzianweg 21, Danzigerstraße 13, Uhlandstraße 3 und Herbrazhofen 18.

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