Maschinenring Württembergisches Allgäu: Geschäftsstelle Leutkirch fällt Fusion zum Opfer

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 Manfred Oswald, Vorsitzender des Maschinen- und Betriebshilfsring Württembergisches Allgäu (Dritter von links), bedankt sich im
Manfred Oswald, Vorsitzender des Maschinen- und Betriebshilfsring Württembergisches Allgäu (Dritter von links), bedankt sich im Rahmen der Hauptversammlung im Kultur- und Gemeindetreff in Tautenhofen bei langjährig engagierten Mitarbeitern und Betriebshelfern für ihren vorbildlichen Einsatz. (Foto: Gisela Sgier)
Redaktionssekretariat

Zahlreiche Mitglieder sind am Donnerstag zur Hauptversammlung des Maschinen- und Betriebshilfsrings Württembergisches Allgäu in den Kultur- und Gemeindetreff nach Tautenhofen gekommen, um sich über eine geplante Fusion mit dem Maschinenring Lindau zu informieren. Dabei erfuhren sie unter anderem, dass durch die Fusion die beiden Geschäftsstellen in Hergatz und Leutkirch zugunsten einer neuen gemeinsamen Geschäftsstelle aufgegeben werden sollen. Ein Vortrag zum Thema „Turbo im Betrieb – Kolbenfresser in der Familie“ rundete den Abend ab.

Begrüßt wurden die zahlreichen Teilnehmer des über 1200 Mitglieder zählenden Rings vom Vorsitzenden Manfred Oswald. Er stellte den neuen Mitarbeiter Christian Merk vor, der seit 1. Januar die Nachfolge von Andreas Bauhofer als Ringassistent antrat. „Wir sind froh, dass wir so einen kompetenten Mann gefunden haben“, sagte der Vorsitzende.

Anschließend informierte er über die geplante Fusion mit dem Maschinen- und Betriebshilfsring Lindau, der aktuell aus etwa 800 Mitgliedern besteht. An der Tatsache, dass die Verschmelzung, die für das Frühjahr 2020 geplant ist, kommt, haben Oswald sowie sein Lindauer Kollege Christoph Lingg keinen Zweifel gelassen. Wo künftig die gemeinsame Geschäftsstelle untergebracht wird, sei noch unklar. Ziel sei aber, dass der Verein einen Standort im Raum Wangen suche. „Die Suche läuft zwar auf Hochtouren, wir lassen uns aber nicht unter Zeitdruck setzen“, so Oswald. Deshalb würden die Ringe die bisherigen Geschäftsstellen vorerst auch aus Kostengründen beibehalten, bis passende Räumlichkeiten, die sich in einem entsprechenden finanziellen Rahmen bewegen, im Raum Wangen gefunden werden. „Das Klima zwischen uns passt, und wir sind auf einem guten Weg“, sagte Ostwald.

Geschäftsbericht sieht positives Ergebnis vor

Es folgten der Geschäfts- und Tätigkeitsbericht sowie der Kassenbericht, der von Geschäftsführer Berthold Nuber vorgetragen wurde. Aus diesem ging hervor, dass im Geschäftsbereich der MR-Service GmbH ein Gesamtverrechnungsvolumen in Höhe von rund 4,8 Millionen Euro verrechnet wurde. Im Verein selber wurden knapp über eine Million Euro zwischenbetrieblich verrechnet. Die Kassenprüfung mit Kassenprüfungsbericht erfolgte von Martin Heber. Er bescheinigte eine tadellose Kassenführung. „Die Finanz- und Vermögensverhältnisse können sich sehen lassen“, so Heber.

Besonders großen Dank sprach Geschäftsführer Nuber seinem Ringassistenten Andreas Bauhofer und seiner Mitarbeiterin Irmgard Natterer für ihren unermüdlichen Einsatz auf der Geschäftsstelle in Leutkirch aus. Beide gehen zum Jahresende in ihren Ruhestand. Bis dahin kommt laut Geschäftsführer auf den Leutkircher Ring eine personell bedingte finanzielle Doppelbelastung zu, da bis zum Austritt der Beiden und mit dem Einlernen ihrer Nachfolger zusätzliche Kosten entstehen. Deswegen müsse der Maschinen- und Betriebshilfsring Leutkirch bereits jetzt schon mit einem geringeren Kassenberichtsergebnis für 2019 rechnen.

Dank an treue Mitarbeiter

Oswald nutze die Gelegenheit und ehrte mehrere Betriebshelfer, die der Organisation bereits seit 15 und mehr Jahren die Treue halten und stets ausrücken, wenn Not am Mann oder an der Frau ist.

Ursachen, die den Familienfrieden gefährden – zu dieser Thematik nahm Agraringenieur Rolf Brauch, Berater und Seelsorger in der Evangelischen Landeskirche Baden, zum Titel „Turbo im Betrieb – Kolbenfresser in der Familie“ Stellung. Aus einer intensiven und langjährigen Beratung für landwirtschaftliche Familien zeigte der Referent aus seinem Erfahrungsschatz die Gefährdungen für den Familienfrieden auf, wenn der (erfolgreiche) Betrieb zu sehr im Fokus des Denkens und Wirtschaftens liegt. Allgemein habe der Landwirt in der Gesellschaft zwar eine hohe Wertschätzung und Anerkennung, in den Diskussionen um die Erzeugung von Nahrungsmitteln entstehen aber Meinungsverschiedenheiten und Konflikte mit den Verbrauchern, die Brauch als eine „gewisse Agrarschizophrenie“ bezeichnet.

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