Leutkircherinnen machen sich für Mütterrente stark

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Setzen sich für eine Verbesserung der Mütterrente ein: Evelyn Riener (links) und Bärbel Fischer. (Foto: Sabine Centner)
Sabine Centner

„Wir müssen jetzt Druck aufbauen“, sagt Evelyn Riener. „Gerechtigkeit ist Gerechtigkeit“, ergänzt Bärbel Fischer. Weil sie eben diese Gerechtigkeit in der aktuellen Familienpolitik vermissen, machen sich beiden Leutkircherinnen jetzt gemeinsam für ihr Anliegen stark: Mütter sollten für jedes ihrer Kinder drei Entgeltpunkte bei der Rente angerechnet bekommen. Auch für die vor 1992 geborenen, für die es bislang nur einen Punkt gibt.

Mit einer Petition an den Deutschen Bundestag wollen sie dieser Forderung Nachdruck verleihen. Dass sie damit nicht allein dastehen, beweist die rasant wachsenden Zahl der Unterschriften im Internet: Gut 30 000 sind es aktuell – wobei es mehrere parallel laufende Online-Initiativen gibt. Im Herbst wollen die beiden engagierten Frauen zusammen mit allen Interessierten nach Berlin fahren, die Unterschriften übergeben und die Öffentlichkeit informieren.

Evelyn Riener hat zwei Söhne großgezogen, Bärbel Fischer ist stolz auf ihre vier Kinder und zehn Enkel. Die beiden wissen also, wovon sie reden, wenn sie sagen: „Gewöhnlich sind Eltern sehr geduldige Menschen und lassen sich viel zu viel gefallen.“ Zumindest in Sachen Rentengerechtigkeit soll es damit nun ein Ende haben – dafür wollen die aktiven Rentnerinnen zusammen mit allen Unterstützern der Petition sorgen. „Auch Familienmütter müssen sich Rentenpunkte erwerben können“, verlangen sie. Nach derzeitiger Rechtslage wird dabei allerdings mit zweierlei Maß gemessen: Mütter, die ihre Kinder nach 1992 geboren haben, bekommen drei Entgeltpunkte bei der Rente angerechnet, für früher geborene gibt es dagegen nur einen Punkt. Ein „völlig willkürlicher Stichtag“, heißt es in der Petition, und „sachlich nicht begründet“.

Nachdem ein Entgeltpunkt momentan 28 Euro monatlich pro Kind bedeutet, fehlen Müttern älterer Kinder somit 56 Euro Rente brutto gegenüber denen mit jüngeren Kindern. Dass die CDU in ihrem gerade erst verabschiedeten Wahlprogramm nun zwei Entgeltpunkte für diese älteren Mütter vorsieht – noch dazu unter Finanzierungsvorbehalt – reicht den Leutkircherinnen nicht: „Gerechtigkeit ist erst dann gegeben, wenn drei Entgeltpunkte erreicht werden.“

Weil Evelyn Riener und Bärbel Fischer klar ist, dass längst nicht alle Interessierten im Internet unterwegs sind, wollen sie demnächst auch noch Unterschriftslisten in Leutkirch auslegen. Um Gerechtigkeit für alle Mütter zu erreichen. Und, eben, um Druck aufzubauen.

Info: Im Internet kann man die Petition unter folgender Adresse finden und unterschreiben: www.openpetition.de

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