Leutkircher Jugend darf sich einbringen

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Mehrere Arbeitsgruppen, in die sich auch OB Hans-Jörg Henle einbrachte, tagten bereits.
Mehrere Arbeitsgruppen, in die sich auch OB Hans-Jörg Henle einbrachte, tagten bereits. (Foto: Sabine Centner)
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Spätestens Ende des Jahres wird auch in Leutkirch ein Jugendgemeinderat eingerichtet sein. Der bislang in der Stadt seit 2001 aktive Jugendrat soll reformiert werden, um durch neue Akzente und mehr Mitsprachemöglichkeiten der Jugend die Arbeit in der Kommunalpolitik schmackhafter zu machen.

Dem Zeitplan und der geplanten Namensänderung, verbunden mit einer neuen Organisationsstruktur, stimmte am Montag der Gemeinderat zu. Der Wahltermin und die genauen Regularien sollen am Rande der Schulleiterkonferenz am Donnerstag, 5. Juli, bestimmt werden. Als Wahltermin ist eine Woche im November angedacht.

Drei große Workshops, diverse Treffen in kleinerer Runde – auf dem Weg zu dem zukünftigen Gremium sind bereits wichtige Abschnitte beschritten worden. Das stellte die Kinder-, Jugend- und Familienbeauftragte der Stadt, Carmen Scheich, im Gemeinderat klar. Sie kam nicht allein. Auch Jugendliche brachten sich in die Präsentation der bislang geleisteten Arbeit ein. Scheich meinte aber auch: „Jugendliche brauchen eine andere Vorlaufzeit. Schwankungen werden immer da sein.“ Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle kommt damit klar, sofern die Schwankungen nicht dazu führten, „dass der Jugendgemeinderat einschläft“. Grundsätzlich zeigt er sich optimistisch, „wir sind auf einem guten Weg“.

Sitzungsgeld ist angedacht

Wie geht es weiter? Noch vor den Sommerferien soll in den Schulen ein Dialog zum Jugendgemeinderat angestoßen werden. Im September wollen kleinere Gremien die weiteren Regeln für die Wahl festlegen. Bis zum Oktober ist eine sogenannte heiße Wahlwerbephase vorgesehen. Schülerinnen und Schüler sollen sich zur Wahl aufstellen lassen, wie im richtigen politischen Geschäft soll es Möglichkeiten geben, sich über die Kandidatinnen und Kandidaten zu informieren. Und weil mit gutem Willen allein noch lange nicht alles geklärt ist, will sich der zukünftige Jugendgemeinderat während der Winterferien ein Klausurwochenende gönnen. Mit den dann erarbeiteten Zielen soll das Gremium im Januar 2019 seine Arbeit aufnehmen. Ein eigenes Budget in Höhe von 2000 Euro wird angestrebt, auch an ein Sitzungsgeld in Höhe von zehn bis 15 Euro ist gedacht.

Noch steht die endgültige Geschäftsordnung nicht fest. Die Jugendlichen nahmen aber aus der Sitzung des Gemeinderats die klaren Signale mit, dass ihr Engagement generell geschätzt wird. Waldemar Westermayer, der Chef der CDU-Fraktion, wies allerdings darauf hin, dass auch bei einer so „tollen Sache“, Jugendliche für die Politik zu begeistern, „zwei Jahre Arbeit in so einem Gremium lang sein können“. Als Bereicherung bezeichnete er die Option, auch die Initiative „Demokratie leben“ in alle Planungen mit einzubauen.

Wer ist dabei? Sowohl Joachim Krimmer (CDU), Claudia Maier (Unabhängige) und Jochen Narr (SPD) warben dafür, dass bei den nächsten Schritten versucht werden müsse, alle Schularten mit einzubinden, um ein breit gefächertes Spektrum (Narr) im Jugendgemeinderat abbilden zu können. Schließlich solle das Jugendparlament nicht nur den Bereich der Kernstadt abdecken. Aus dem bereits erarbeiteten neuen Logo ist das allerdings auch schon ersichtlich.

„Wir haben den Mut, dass es klappt“, sagte Carmen Scheich. Ein Hinweis an die Interessierten war ihr auch wichtig: „Jugendgemeinderat ist nicht immer gleichzusetzen mit Event.“ Das wissen die Etablierten, die auch am Montag weitgehend alleine ihr Pensum ableisteten.

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