Leutkircher Feuerwehr wird 179 Mal alarmiert

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 Viele Feuerwehrmänner aus Leutkirch freuen sich über Ehrungen und Beförderungen.
Viele Feuerwehrmänner aus Leutkirch freuen sich über Ehrungen und Beförderungen. (Foto: Simon Nill)
Redaktionsleiter

179 Mal ist die Freiwillige Feuerwehr Leutkirch im vergangenen Jahr zur Hilfe gerufen worden. Damit ist die Zahl der Alarmierungen im Vergleich zu 2017 um 15 Prozent gestiegen. Wie wichtig bei sämtlichen Einsätzen unter anderem eine reibungslos funktionierende Teamarbeit ist, hat Kommandant Michael Klotz am Freitag bei der Hauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr betont. Zudem wurden im voll besetzten Bürgersaal zahlreiche Mitglieder geehrt und befördert.

In seinem Jahresbericht verglich Michael Klotz die Feuerwehren mit der französischen Nationalmannschaft, die 2018 die Fußball-Weltmeisterschaft gewann. Beim Turnier in Russland habe das Team triumphiert, das die größte mannschaftliche Geschlossenheit und eine hohe taktische Disziplin an den Tag legte. So sei es auch häufig bei der Feuerwehr: „Nur so können wir erfolgreich in Not geratenen Menschen helfen, Brände löschen, Hilfe leisten.“ Der Gedanke an sein „weltmeisterliches Feuerwehr-Team“ mache den Kommandanten glücklich. „Tag für Tag stehen der Leutkircher Bevölkerung über 400 Feuerwehrleute mit Begeisterung, guter Ausbildung und Ausrüstung sowie bestem taktischen Konzept zur Verfügung“, versichert Klotz.

Dass die engagierten Helfer auch gebraucht werden, legte Schriftführer Sven Loleit in seinem Bericht über die Einsätze dar. 179 Alarmierungen wurden gezählt. Eine ganze andere Hausnummer als in den Jahren zuvor, konstatierte Loleit. Zu den Einsätzen zählen 39 Brandeinsätze (2017 waren es 34) – darunter auch vier Großbrände.

101 Mal haben die Feuerwehrleute sogenannte technische Hilfeleistungen gegeben (97 in 2017). Zu dieser Rubrik gehören beispielsweise Punkte wie „Türöffnung“, „Tierrettung“, „Baum über Fahrbahn“ oder „undichtes Dach“. Darunter fallen aber auch neun Einsätze im Rahmen von Verkehrsunfällen. Hinzu kommen 39 Fehlalarme (25 in 2017). Die häufigsten Alarmierungen gibt es – wie Sven Loleit ausführt – zwischen 6 und 18 Uhr, wenn die Ehrenamtlichen in der Regel an ihrem Arbeitsplatz weilen.

Brand in Reichenhofen

An „kniffligen Einsätzen“ hat es laut Klotz im vergangenen Jahr „zum Glück“ nur einen gegeben: Der Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens in Reichenhofen-Vorderstriemen am 1. Mai. „Das war eine Mammutaufgabe“, so der Kommandant. Besonders geehrt wurden in diesem Zusammenhang am Freitag sechs Feuerwehrmänner, die damals in das brennende Gebäude gingen, um einen Bewohner zu retten. Erst später habe sich herausgestellt, dass sich der Mann doch nicht im Haus befunden hatte.

Als den Höhepunkt im vergangenen Jahr beschreibt Michael Klotz die Einsetzung eines neuen Gerätwagens Atemschutz. Lobend erwähnte er unter anderem auch, dass viele Leutkircher Mitglieder an Ausbildungen – etwa zum Truppführer oder Jugendgruppenleiter – teilgenommen hätten, was „heute nicht immer selbstverständlich“ sei. Besondere Erwähnung fand auch die Jugendarbeit, die laut Klotz von größter Bedeutung ist. „Wer sich heute in der Jugendarbeit engagiert, verdient allerhöchstes Lob.“ Wie Stadtjugendwart Robert Wünsche sagte, seien im vergangenen Jahr 75 Veranstaltungen auf die Beine gestellt worden.

Thema neues Feuerwehrhaus

Seinen „allergrößten Dank und Anerkennung“ an die Feuerwehrleute drückte bei der Hauptversammlung Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle aus. Besonders hob er die Professionalität der ehrenamtlichen Helfer hervor. „Unglaublich“ ist für den Rathauschef, dass die Einsatzzahlen nochmals um 15 Prozent nach oben gegangen sind. Er sprach von einer „sehr großen Belastung“ für die Feuerwehrmänner. Auch das in der Vergangenheit bereits viel diskutierte Thema eines neuen Feuerwehrhauses brachte OB Henle auf den Tisch. „Das wird nicht vergessen“, meinte er. Der Gemeinderat habe kürzlich grünes Licht für die Bewerbung um die Aufnahme des Projekts in ein entsprechendes Förderprogramm gegeben.

Ein Grußwort gab’s bei der Jahreshauptversammlung auch von Kreisbrandmeister Oliver Surbeck. Er lobte ein „tolles, starkes Miteinander“ und, dass „starke Leute mit Idealen, Ausbildung und Fingerspitzengefühl“ regelmäßig im Einsatz sind. Gelohnt habe sich der Besuch bei der Hauptversammlung auch für Achim Staudenmaier, Leiter des Leutkircher Polizeireviers. „Es ist wirklich grandios, was geleistet wird“, meinte er. Als Profis im Ehrenamt bezeichnete er die engagierten Feuerwehrleute.

Für eine „gute Partnerschaft“ bedankte sich derweil Claudia Gasafi vom Deutschen Roten Kreuz. Auch mit vielen gemeinsamen Aktionen werde an einem Strang gezogen.

Ehrungen und Beförderungen

Für ihren langjährigen aktiven Dienst bei der Feuerwehr (zwischen 15 und 24 Jahren) wurden geehrt: Simon Albrecht, Christoph Düsing, Christian Geißler, Christian Herter, Florian Kehrmüller, Stephan Kehrmüller, Roswitha Klemm, Sven Knippschild, Christoph Krimmer, Florian Lanzilotta, Tobias Lechthaler, Jens Loleit, Sven Loleit, Alexander Müller, Michael Widmann, Robert Wünsche, Andreas Zaharanski, Markus Zeh und Bernd Zodel.

Befördert wurden Dominic Knittel und Lukas Waldhoff zum Feuerwehrmann, Anja Limburg zur Oberfeuerwehrfrau, Benjamin Schneider zum Hauptfeuerwehrmann, Robert Wünsche zum Oberlöschmeister, Florian Zeh zum Hauptlöschmeister sowie Bernd Fimpel und Werner Klemm zum Oberbrandmeister. (sin)

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