Leutkirch unterstützt die Wohnraumoffensive „herein“

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 Engagieren sich für die Wohnraumoffensive „herein“ der Caritas (von links): Karl Erzberger (Pfarrer der katholischen Kirchengem
Engagieren sich für die Wohnraumoffensive „herein“ der Caritas (von links): Karl Erzberger (Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde St. Martin, Leutkirch), Leutkirchs Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle, der Projektverantwortliche Christian Mayer und Caritas-Fachleiter Christopher Schlegel. (Foto: Caritas)
Schwäbische Zeitung

- Die Wohnraumoffensive „herein“ der Caritas Bodensee-Oberschwaben bekommt im Allgäu tatkräftige Unterstützung: Ende September haben Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle und Christopher Schlegel, Caritas-Fachleiter Sucht/Armut/Existenzsicherung, einen entsprechenden Kooperationsvertrag unterzeichnet, heißt es in einer Pressemitteilung.

Für zunächst zwei Jahre ist die Stadt Leutkirch damit seit dem 1. Oktober kommunaler Kooperationspartner der Wohnraumoffensive. Der Gemeinderat habe sich für diese Partnerschaft ausgesprochen und dieser ausdrücklich zugestimmt, freut sich OB Henle laut des Berichts. Man werde jetzt in die aktive Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt einsteigen, über die Wohnraumoffensive der Caritas informieren und auf potenzielle Vermieter zugehen. Auch in Leutkirch gebe es leerstehende Wohnungen, deren Eigentümer eine Vermietung scheuten, so Henle weiter. Mit dem professionellen Projektpartner Caritas, der großes Vertrauen genieße, verspreche er sich gute Chancen, auch in Leutkirch zusätzlichen bezahlbaren Wohnraum zu generieren. „Wir freuen uns sehr über die Kooperation“, betont Schlegel. Die Stadt Leutkirch sei als erster kommunaler Vertragspartner im Allgäu ein wichtiger Ankerpunkt, so der Pressetext.

Vermittler zwischen Vermieter und Mieter

Projektstart für die regionale Wohnraumoffensive der Caritas mit den Katholischen Dekanaten Friedrichshafen und Allgäu-Oberschwaben war im Jahr 2017. „Wir treten als Vermittler zwischen Vermieter und Mieter auf“, berichtet Christan Mayer, der das „herein“-Projekt leitet. In Kooperation mit Kirchen und Kommunen suche man geeigneten Wohnraum, miete diesen befristet zu marktüblichen Preisen an und untervermiete ihn an von der Caritas sozial begleitete Mieter. Auch nach Zustandekommen eines Mietvertrags begleitet die Caritas ihre Mieter weiter und schaltet sich frühestmöglich bei etwaigen Unstimmigkeiten in der Hausgemeinschaft helfend ein, heißt es weiter.

Im Mietvertrag übernimmt die Caritas zudem Garantien für eventuelle Schäden oder Mietausfälle und bietet den Vermietern so weitgehende Sicherheiten für das Mietverhältnis. „Wir haben bislang gute Erfahrungen gemacht“, so Mayer laut dem Pressebericht. Seit Projektbeginn konnten rund 40 Wohnungen mit Raum für über 120 Menschen im Landkreis Ravensburg und im Bodenseekreis vermittelt werden.

Hilfe auch vonseiten der Kirche

Unterstützung kommt in Leutkirch auch vonseiten der Kirche. Er sei von dem Projekt „herein“ überzeugt und werde sich dafür engagieren, auf Leute zugehen und über die Wohnraumoffensive informieren, beispielsweise im kirchlichen Mitteilungsblatt „Leutekirche“, kündigt Karl Erzberger, Pfarrer der Katholischen Kirchengemeinde St. Martin, an. Die Zusammenarbeit mit der Caritas in Leutkirch basiere auf einem effektiven Netzwerk mit kurzen Wegen und sei sehr gut, betont Pfarrer Erzberger in dem Schreiben. „Wir brauchen dringend einflussreiche Multiplikatoren im Sozialraum, sie sind für unser Projekt überaus wichtig“, bedankt sich Schlegel für die Unterstützung.

Mit Leutkirch läuft das Projekt „herein“ jetzt aktuell in elf Kommunen der Region Bodensee-Oberschwaben. Die Caritas sei gegebenenfalls auch bereit, mit geringen Investitionen Wohnungen, die sich in schlechtem Zustand befinden oder zum Umbau anstehen, zu renovieren, um sie wieder an den Markt zu bringen, oder sich in Neubauprojekten zu engagieren, bei denen bezahlbarer Wohnraum für sozial benachteiligte Menschen entstehe, sagte Caritas-Fachleiter Schlegel.

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