Leutkirch führt das „Handyparken“ ein

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„Handyparken“ startet in Leutkirch
Leutkirch – Autofahrer können ihr Parkticket in der Leutkircher Innenstadt ab sofort per Smartphone bezahlen. Mit eine App kann die Parkzeit gestartet, unterwegs verlängert und vorzeitig beendet werden.
Redakteur Leutkirch

Die ersten Schritte zum „Handyparken“ sind auch auf Aufklebern an den Parkscheinautomaten zu lesen.

So funktioniert das Modell: Um die Funktionen nutzen zu können, muss zunächst die „EasyPark-App“ auf das Smartphone geladen werden. Anschließend gilt es, eine Zahlungsmthode auszuwählen und das Autokennzeichen anzugeben. An welcher Stelle sich der Autofahrer befindet, erkennt die App automatisch. Mit einem Fingertipp lässt sich der Parkvorgang starten, beenden oder verlängern innerhalb der Höchstparkdauer. 15 Minuten vor Ablauf des digitalen Parkscheins meldet sich die App mit einer Erinnerung. Wer kein Smartphone besitzt, hat auch die Möglichkeit, per Anruf oder SMS seinen Parkvorgang zu starten und jederzeit wieder zu beenden. Die Kontrolleure prüfen mithilfe einer Datenbank, für welche Autokennzeichen Parkzeiten gebucht wurden. (sin)

Autofahrer können ihr Parkticket in der Leutkircher Innenstadt ab sofort auch per Handy bezahlen. Die neue Methode steht für sämtliche kostenpflichtige Abstellplätze als Alternative zu den Parkscheinautomaten zur Verfügung. Mit der „EasyPark-App“ kann die Parkzeit gestartet, unterwegs verlängert und auch vorzeitig beendet werden. Für diesen Mehrwert bezahlt der Autofahrer die reguläre Parkgebühr plus 15 Prozent der Kosten (mindestens 20 Cent), die an den App-Anbieter fließen.

„Wir können den Besuchern dadurch mehr Komfort bieten“, sagt Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. Er spricht von einer bequemen Art, die Kosten minutengenau abzurechnen. Beispiel: Wer in einem Café doch etwas länger als geplant sitzen bleiben möchte, könne einfach mit einem Fingertipp die Parkzeit verlängern. Und kehrt der Besucher doch früher als geplant zum Fahrzeug zurück, werde nur die tatsächliche Parkdauer berechnet. Das erklärt Odo Veuskens vom Anbieter „EasyPark“.

„Handyparken“ statt Schranken

Das „Handyparken“ soll auch dazu dienen, um einer Installation von Schranken an den Leutkircher Tiefgaragen aus dem Weg zu gehen. Denn die seien sehr teuer, meint Henle. Seit längerer Zeit gebe es in Leutkirch den Wunsch, das bisherige System in den Parkhäusern so zu verändern, dass die Kosten im Anschluss an das Parken exakt berechnet werden. Der Leutkircher Gemeinderat hatte das „Handyparken“ als gute Variante empfunden, um das Problem kostengünstig zu lösen. Hinzu komme der Mehrwert durch die anderen Funktionen der App, meinen die Vertreter der Stadtverwaltung bei einer Vorstellung der neuen Bezahlmethode im Rathaus.


Freuen sich über die Einführung des „Handyparkens“: Thomas Stupka (von links), Berthold Nunnenmacher, Bernd Rebholz (alle Stadt
Freuen sich über die Einführung des „Handyparkens“: Thomas Stupka (von links), Berthold Nunnenmacher, Bernd Rebholz (alle Stadtverwaltung), Hans-Jörg Henle (Oberbürgermeister) und Odo Veuskens (EasyPark) (Foto: Simon Nill)

Kosten für die Stadt Leutkirch sind durch die Einführung des „Handyparkens“ nicht verbunden. Sämtliche Anwendungen werden von „EasyPark“ gratis zur Verfügung gestellt. Einnahmen generiert der Anbieter wiederum, indem bei jeder Nutzung zusätzliche 15 Prozent der Parkgebühren (mindestens 20 Cent) berechnet werden.

Gute Erfahrungen aus Tettnang

In mehr als 125 deutschen Städten werde die App bereits verwendet, erklärt Odo Veuskens von „EasyPark“. Darunter auch Friedrichshafen, Lindau, Tettnang oder Bad Waldsee. Hinzu kommen Orte im europäischen Ausland. Dort funktioniere die App auf dieselbe Art und Weise.

Positive Erfahrungen hat beispielsweise die Stadt Tettnang gemacht. „Grundsätzlich können wir sagen, dass das Handyparken sehr gut angenommen wird. Auch merken wir, dass es stetig zunimmt“, teilt die Verwaltung auf SZ-Anfrage mit. Bereits 2008 sei dort das „Handyparken“ eingeführt worden, seit 2016 wird die App von „EasyPark“ genutzt. Schätzungsweise fast die Hälfte aller Parkvorgänge würden dort mittlerweile per Handy bezahlt. Dass die Nutzer der App zunehmen, ist auch in Bad Waldsee zu beobachten. Im Februar sei das System auf fast allen gebührenpflichtigen Parkplätzen der Stadt eingeführt worden, heißt es von der Stadtverwaltung. Seitdem würden die Bezahlungen per Smartphone stetig zunehmen.

Die ersten Schritte zum „Handyparken“ sind auch auf Aufklebern an den Parkscheinautomaten zu lesen.

So funktioniert das Modell: Um die Funktionen nutzen zu können, muss zunächst die „EasyPark-App“ auf das Smartphone geladen werden. Anschließend gilt es, eine Zahlungsmthode auszuwählen und das Autokennzeichen anzugeben. An welcher Stelle sich der Autofahrer befindet, erkennt die App automatisch. Mit einem Fingertipp lässt sich der Parkvorgang starten, beenden oder verlängern innerhalb der Höchstparkdauer. 15 Minuten vor Ablauf des digitalen Parkscheins meldet sich die App mit einer Erinnerung. Wer kein Smartphone besitzt, hat auch die Möglichkeit, per Anruf oder SMS seinen Parkvorgang zu starten und jederzeit wieder zu beenden. Die Kontrolleure prüfen mithilfe einer Datenbank, für welche Autokennzeichen Parkzeiten gebucht wurden. (sin)

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