Leuchtturmprojekt in schwierigen Zeiten

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 Sie stehen für das Verbindende der Religionen (von links): Die Moderatorinnen Esma Payet und Serap Senel, Hasan Dardelen, Krist
Sie stehen für das Verbindende der Religionen (von links): Die Moderatorinnen Esma Payet und Serap Senel, Hasan Dardelen, Kristin Bohner und Hasan Atil. (Foto: Karl-Heinz Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

Das verdient Anerkennung und Unterstützung: In einer Zeit von Terror, Gewalt und Ressentiments haben vor sieben Jahren in Berlin die evangelische Kirchengemeinde St.Petri-St.Marien, die jüdische Gemeinde und das muslimische Forum Dialog das Projekt „House of One“ als Friedensinitiative der Religionen gegründet. Vertreter des muslimischen Vereins Mosaik und des bundesweiten Programms „Demokratie Leben“ haben das Projekt am vergangenen Dienstag im Bocksaal vorgestellt.

Auf dem Fundament der im Krieg zerstörten St. Petri-Kirche soll ein Bet- und Lehrhaus als Ort des Friedens entstehen, das dann allen Menschen offensteht. Geplant ist ein großer Zentralraum mit einem über 30 Meter hohen Turm, um den eine Kirche, eine Synagoge und Moschee gebaut werden. Im Kellergeschoss werden eine Bibliothek, ein Veranstaltungsraum und archäologische Funde Platz finden.

Kristin Bohner vom Team Pädagogik und Bildung aus Berlin und Projektbotschafter Hasan Dardelen aus Stuttgart angereist, um das Projekt „House of One“ in Leutkirch vorzustellen. Die Referenten sprachen über die gemeinsam erstellte Charta und den aktuellen Stand des „Ort des Friedens“. Auf diesem steht bislang ein provisorischer Bungalow als Informations-, Bildungs- und Begegnungszentrum. Mittlerweile wurde ein weltweites Netz der Unterstützung aufgebaut. So können die ehrenamtlichen Teams mit hauptamtlichen Kräften verstärkt werden. Dank des bereits erreichten Spendenvolumens wird der Grundstein für den ersten Bauabschnitt in absehbarer Zeit gesetzt.

In der anschließend Diskussion machte Hasan Dardelen deutlich, dass gemäß der Charta die Religionen „auf Augenhöhe eine Kultur der Gemeinsamkeiten entdecken sollen, dabei aber ihre eigenen Wahrheiten haben“. Weil Gott auch die Vielfalt geschaffen habe, ergänzte Kristin Bohner und führte anschaulich fort: „Die Drei haben eine Wohngemeinschaft gegründet und laden nun Gäste ein.“ Generell gehe es dabei nicht um Mission, sondern um die Betonung der übereinstimmenden Werte. Dies brachte ein junger Zuhörer auf die Frage „Was haben ein Rabbi, ein Imam und ein Pfarrer gemeinsam?“ in seiner Antwort verblüffend einfach und trefflich zum Ausdruck: „Sie sind alle Menschen.“

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