Silvia Ulrich, Kreisvorsitzende des Landfrauenverbandes Württembergisches Allgäu (links), bedankt sich bei Christoph Muth sowie
Silvia Ulrich, Kreisvorsitzende des Landfrauenverbandes Württembergisches Allgäu (links), bedankt sich bei Christoph Muth sowie dessen Frau Ulrike für ihren Vortrag zum Thema „Landfrauen in Center Parcs Park Allgäu – Sympathie & Chancen“. (Foto: Sgier)
Schwäbische Zeitung
Redaktionssekretariat

Auf großes Interesse ist am Samstag der Landfrauentag des Landfrauenverbandes Württembergisches Allgäu in der Turn- und Festhalle in Neuravensburg gestoßen. Neben einem interessanten Vortrag über Center Parcs Park Allgäu sorgte „Kächeles Lena“ für viel Gelächter.

Begrüßt wurden die Besucher, unter denen sich neben zahlreichen Ehrengästen auch die beiden Europa-Abgeordneten Norbert Lins sowie Maria Heubuch befanden, von Silvia Ulrich, Kreisvorsitzende des Landfrauenverbandes Württembergisches Allgäu, mit den Worten: „Wer nicht will findet Gründe, wer will findet Wege. Wir Landfrauen finden immer Wege, um uns in die Gemeinschaft einzubringen, füreinander da zu sein und gemeinsam neue Impulse zu setzen“.

Des Weiteren sprach Ulrich ihren Dank jenen neun Frauen aus, die 1978 die Landfrauenarbeit auf den Weg gebracht hatten. „Dieses Engagement wird bis heute fortgeführt.“ Aktuell gehören zum Kreisverband 31 Ortsvereine sowie fünf Regionen mit einer Mitgliederzahl von 1250 Ehrenamtlichen. Hinsichtlich der Kommunalwahlen 2019 forderte Ulrich die Frauen auf, sich unbedingt in der Politik einzubringen. „Nur mit mehr Frauen in den einzelnen Gremien können wir unsere Forderungen und Belange an die Politik untermauern“, so die Kreisvorsitzende.

Begriff Bauer als Schimpfwort

Unterstützung erhielt sie in diesem Punkt von Waldemar Westermayer, Kreisvorsitzender des Landesbauernverbandes Allgäu-Oberschwaben. Er erklärte: „Wir brauchen einfach mehr Wahlkreise“. Franz Pfau, Geschäftsführer des Verbandes landwirtschaftlicher Fachbildung Wangen mit einer Außenstelle in Leutkirch, freute sich über das große Engagement der Landfrauen und sagte: „Ich bin beeindruckt von ihren Aktivitäten. Wenn es die Landfrauen nicht geben würde, müsste man sie erfinden“. Gleichzeitig machte Pfau auf das Thema Mobbing von Bauernkindern aufmerksam. „Leider ist es schon so, dass der Begriff Bauer schon fast als Schimpfwort benützt wird“.

Viel Lob erhielten die Landfrauen auch von Hermann Schad, Ortsvorsteher von Neuravensburg. Dieser meinte: „Sie leisten einen großen Beitrag für die Gesellschaft, bringen sich das gesamte Jahr über ein. Wir sind stolz auf euch, was ihr alles für uns macht. Ohne Ehrenamt wären wir eine ganz arme Gesellschaft.“ Im Anschluss an die Grußworte trug Schriftführerin Erika Sengele ziemlich amüsant den Geschäftsbericht vor. Christa Fuchs, stellvertretende Vorsitzende des Landesverbandes, erzählte von ihren Erfahrungen über ein Seminar zum Thema Digitalisierung und machte auf den Wert regionaler Produkte aufmerksam. Sie mahnte: „Jeder kennt den Preis der Waren, aber den Wert, der dahinter steckt, kennt bald keiner mehr.“

Auf großes Interesse ist ein Vortrag von Christoph Muth, Generalmanager, sowie dessen Frau Ulrike, verantwortlich für Kooperationen bei Center Parcs, gestoßen. Voraussichtlich am 1. Oktober wird der Ferienpark auf einer Fläche von 184 Hektar in Urlau bei Leutkirch den Betrieb aufnehmen. Hier erfuhren die Gäste nicht nur Daten, Fakten und Angebote des Ferienparks, sondern auch welche Arbeitsangebote der Park Allgäu bietet. Immerhin sollen in der neuen Anlage 1000 Personen in den verschiedensten Positionen beschäftigt werden. „Wir möchten neben unserem großen eigenen Angebot die Region spürbar machen, sodass die Besucher das Allgäu mit nach Hause nehmen“, erklärte Ulrike Muth. So gäbe es unter anderem zweimal in der Woche einen regionalen Markt, ein Lädele mit Produkten aus der Region sowie einen Kinderbauernhof mit Workshop, bei dem den kleinen Gästen die naturnahen Berufe sowie die Bedeutung des Bauern nähergebracht werden sollen.

Ulrich bedankte sich bei den Referenten mit einem kleinen Präsent und sagte: „Wir hoffen, dass der Ferienpark die Fleisch- und Milchprodukte aus der Region bezieht.“ Abschließend berichtete Katharina Franken, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, über das Teilprojekt „Stille Reserven“. Im Anschluss an ein gemeinsames Mittag-essen sorgte noch die Humoristin „Kächeles Lena“ aus Ellwangen mit ihrem Mundart-Kabarett für viel Gelächter.

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