Kulturherbst endet mit musikalisch-amüsantem Abend

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Wiederbelebung eines Musikanten mit zwei Trompeten auf der Brust funktioniert nur bedingt.
Wiederbelebung eines Musikanten mit zwei Trompeten auf der Brust funktioniert nur bedingt. (Foto: Carmen Notz)
Carmen Notz

Mit einem sehr unterhaltsamen Abend mit musikalisch hochkarätigen Darbietungen fand der Kulturherbst des Kultur- und Gemeindetreffvereins Tautenhofen-Heggelbach seinen Abschluss. Sieben, nach eigenen Angaben, hübsche und intelligente Musiker aus Leutkircher Teilgemeinden, bekannt als „Verstehen Sie Brass“-Band (VSB) spielten und ulkten sich am Samstagabend in bunten Facetten durch die Musikgeschichte.

Dunkler Saal, gespannte Stille, ein finsterer Kerl verkündet im Kerzenschein das Jahr 1372 mit harten Zeiten und doch ein Lichtblick: Die Trompete sei erfunden worden und alle Nachfolge-Instrumente wie Posaune und Hörner, genau die einer perfekten Brass-Band. Mit „Viva la Musica“, Marsch und Polka eröffnet VSB den Abend und stimmt auf satte, flotte Klänge ein. Garniert mit amüsanter Moderation, Plaudereien aus dem Nähkästchen leidenschaftlicher Blas- und Brassmusikanten und Weisheiten der „angewandten Blasmusik“ im Marschrhythmus, geben die Jungs lustige Einblicke in verschiedene Musikstile und überzeugen mit höchster Qualität an den Instrumenten. Mal jazzig, mal nach Western-Art, mal Paso Doble und klassischer Brass.

Natürlich darf auch der Gesang beim Programm „Die tonreichen Sieben“ nicht fehlen. Schöne Männerstimmen, vom Jodler bis zum Chorgesang, bekommen viel Beifall. „Stargast Angelo Kelly“ brilliert an der Trompete, in rasantem Tempo geht es von der Winterzeit in Wien mit den Ragazzi bis nach Italien zu Pizza Funghi mit viel Amore. Was die VSB-Band auszeichnet: Jeder ist ein kreativer, ohne Frage sehr beweglicher Einzelkünstler am Instrument, rhetorisch und vielsagend, locker-schräg drauf oder einfach: Sunny-Boys mit lackierten roten Schuhen und unlackierten Brassinstrumenten.

Dirigent Thomas Wolf (Brass Band A7) arrangiert Orchesterstücke auf „VSB-Format“ und man darf ihn einen Abend lang mal an der Posaune erleben, wobei er auch in kurzen Hosen statt Anzug „die Dirigenten-Hosen an hat“. Sein Bruder Christian, Verwandlungskünstler, Sturz-Akrobat und im virtuosen Trompeten-Trio mit Manfred Schuhmacher (VSB-Organisation) und Manuel Haag. Keiner spielt so unglaublich Tuba wie der Michi Langegger aus Aichstetten, der manchmal aus der Bassbegleitung ausbricht und die Melodie übernimmt. Latin-Lover Florian Weder beherrscht neben Hörnern und Posaune italienischen Charme, Dietmar Schuhmacher brilliert am Waldhorn wie bei Sketchen und kommt dafür extra vom Bodensee ins Allgäu.

Zwischen drei Zugaben gab es ein Dankeschön der Band an den Kulturverein mit Monika Heinz und Team im ausverkauften Gemeindetreffsaal, der wunderschön herbstlich geschmückt war.

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