Kindermusical „Das Gänseblümchen Frederike“ wurde in St. Vincenz in Leutkirch gezeigt

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 Gänseblümchen Frederike (Mitte) möchte ganz groß werden.
Gänseblümchen Frederike (Mitte) möchte ganz groß werden. (Foto: Hans Reichert)
Schwäbische Zeitung
Hans Reichert

Im Schatten der Wilhelmshöhe liegt das Katholische Kinder- und Familienzentrum St. Vincenz. Ganze Generationen von Leutkirchern sind dort in die „Kinderschule“ gegangen. Die Ordensschwestern haben die Kinder gehütet und auch eine Nähschule angeboten. Heute ist es mehr als nur ein Kindergarten: Es ist eine interkulturelle Begegnungsstätte in der Familien- und Gemeinwesenarbeit geleistet wird. Zielgruppen sind Eltern, auch wenn der Nachwuchs noch nicht da ist, Kinder mit ihren Geschwisterkindern und die Großeltern. das gilt auch für das Kindermusical vom Gänseblümchen Frederike.

Die gespannt auf das Musical wartenden Eltern im vollbesetzten Katholischen Gemeindehaus hat die Blumenfee gleich angesprochen: „Wenn ihr mich alle sehen und hören könnt, dann müsst ihr dreimal meinen Namen rufen!“ Erst dann sind die Blumenkinder zu sehen und zu verstehen. Doch was ist das? Das Gänseblümchen Frederike verhält sich sonderbar. Viel größer als alle anderen ihresgleichen möchte Frederike sein, so groß wie ein Apfelbaum. „Du kannst das aber nicht. Du bist da, um die Wiese schöner zu machen“, sagen ihre Freundinnen. Doch Frederike kann, weil sie dem gesungenen Rat der Regentropfen folgt: „Siehst du, wie der Regen fällt, trink und du wächst zum Himmelszelt.“ Dann aber die Erkenntnis: „Ich bin so groß wie ein Baum, aber meine Freunde da unten beachten mich kaum!“

„Wir rufen die Blütenfee herbei!“ rufen die kleinen Blümchen. Die kann glücklicherweise mit einem Zauberreigen helfen: „Gänseblümchen, wachs’ nicht mehr, groß wird klein und klein soll jetzt Frederike sein.“ Der Zauber wirkt. „Ich bin klein und wieder ein richtiges Gänseblümchen. Nie wieder will ich so groß wie ein Baum sein.“ Und die Freunde stimmen ein: „Hier ist dein Platz.“ Die Lehre daraus wird von allen gesungen: „Ob groß, ob klein, am größten wirst du sein, wenn du den Anderen Gutes tust, dann bist du nie allein.“

Margret Netten hat das Musical geschrieben, die Musik stammt von Sebastian Benthin. Erschienen ist es im Buch Verlag Kempen. Das Erzieherinnen-Team hat zweieinhalb Monate mit den Kindern geprobt. Das Ziel soziales Lernen stand im Vordergrund, und es ist bestens getroffen. „Illusionen gibt es viele, aber auch Kinder müssen loslassen können“, sagt Petra Wiedemann, die Leiterin. An dem Zauberreigen im Stück erleben die Kinder den Wert der Freundschaft und von Gemeinsamkeit. Ein klein bisschen mehr bergauf als St. Vincenz und in direkter Nachbarschaft liegt die Grundschule Oberer Graben. Auf dieses Ziel hin sind die Kinder von St. Vincenz sehr gut vorbereitet.

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