Königliche Klänge in der Hauskapelle

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 Vorne links Siegfried Jehmlich, dahinter Orgelbauer Siegfried Schmid mit seinem Auszubildenden. Rechts Svenja Karg, Einrichtung
Vorne links Siegfried Jehmlich, dahinter Orgelbauer Siegfried Schmid mit seinem Auszubildenden. Rechts Svenja Karg, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums Carl-Joseph und Thomas Jehmlich, Sohn von Siegfried Jehmlich. (Foto: Pirker/Vinzenz von Paul)
Schwäbische Zeitung

Die Königin der Instrumente ist in die Hauskapelle des Seniorenzentrums Carl-Joseph eingezogen: Eine Orgel wird laut einer Mitteilung am Sonntag, 15. Dezember, um 10 Uhr im Rahmen eines Gottesdienstes eingeweiht.

Zu verdanken sei dies Bewohner Siegfried Jehmlich, der sein Meisterstück der Leutkircher Pflegeeinrichtung überlässt. „Meinem Vater war es immer wichtig, dass die Orgel rege genutzt wird“, erklärt Sohn Thomas , der den Aufbau gemeinsam mit Orgelbauer Siegfried Schmid aus Knottenried begleitet hat. Eineinhalb Tage brauchte das Team, unterstützt von Schmids Lehrling, um das Musikinstrument ab- und wiederaufzubauen. Zum Schluss folgte die Feinabstimmung. „Ein gutes Ohr ist da unerlässlich – und Geduld“, erklärte Schmid schmunzelnd, der früher mit Siegfried Jehmlich zusammen gearbeitet hat und das Meisterstück zu schätzen weiß: „Wenn man heute eine solche Orgel mit fünf Registern baut, dann liegt man bei rund 60 000 Euro.“

Ein Jahr lang hat Siegfried Jehmlich an der Orgel gearbeitet, parallel zu seiner damaligen Arbeit in der Schweiz und der Meisterschule in Ludwigsburg.

Dabei stammt der 80-Jährige gebürtig aus Dresden, wo er bereits in fünfter Generation den Beruf des Orgelbauers erlernt hatte, gefolgt von einer Orgelpfeifenlehre. Zuvor absolvierte er eine dreijährige Ausbildung zum Schreiner. „Das Orgelbauen hat viel mit Holz zu tun. Es war einfach sinnig, sich vorher Fertigkeiten in diesem Bereich anzueignen“, erzählt Jehmlich senior, der schon in seiner Kindheit täglich eine halbe Stunde Klavier übte und noch heute oft im Seniorenzentrum spielt. „Ich habe meinen Beruf immer mit viel Freude ausgeübt und er hat mir die Welt geöffnet: Portugal, Schweden, Japan oder die Vereinigten Staaten standen auf meiner beruflichen Reiseliste.“ Sein Bruder und eine Nichte führen heute das seit 1808 bestehende Familienunternehmen, das zeitweise sogar den Titel „Hoforgelbauer“ trug.

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