„Königlich Privilegierte Waschhausvereinigung“ bereitet den Zuschauern viel Vergnügen

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 Toni und Toni beherrschen sowohl das Waschbrett als Instrument wie auch die hohe Kunst des Blödelns.
Toni und Toni beherrschen sowohl das Waschbrett als Instrument wie auch die hohe Kunst des Blödelns. (Foto: Lilli Schneider)
Rolf Schneider
Redakteur

„Lieber a Bier im Bauch wie Wasser in de Füß!“ Mit solchen einleuchtenden Erkenntnissen bringt man natürlich ein Publikum rasch hinter sich. Doch der Dr. Anton Huber und der Katheininger Toni, die als „königlich privilegierte Waschhausvereinigung“ die Brettln dieses unseres Landstrichs heimsuchen, haben mehr drauf als blank-banale Schenkelklopfer. Sie sind topaktuell.

„Im Haus koi Wasser und koi Strom – der Center Parc, der wartet schon.“ In ihrem einfachen Nonsense steckt oft die doppelte Portion Wahrheit: „Ohne Äpp sait der Sepp/hosch du heit a Händicäp/ohne Äpp bisch heit a Depp.“ Andersherum gesagt: Sie tun manchmal blöd und sind blitzgscheit. Dass sie ihr Niveau ab und an unter den Scheffel stellen und sich saublöde Kopfbedeckungen aufsetzen, um als Federvieh oder Schnecke durchgehen zu können, nimmt man ebenso in Kauf wie Jokes a la, „welche Vogelart trägt den Schwanz vorne? Die Kastelruther Spatzen.“

Danach bräuchte es eigentlich den Narhallamarsch, doch Toni und Toni spielen mit Vorurteilen ebenso virtuos wie mit ihren Instrumenten – natürlich auch dem Waschbrett –, wobei der Dr. Huber ein so gepflegtes Fünfsaiten-Banjo zupft, dass man niederknien möchte. Sidekicks an die Adresse allzu störrischer Ehemänner („Sag mal, was schmeiß’sch du da furt? Ja spinnsch du, des isch jo no pfenniggut!“) kommen einem ebenso vertraut vor wie Zitate aus dem Eheleben, die Leistungsunwillige wohl allzu gut vom heimischen Sofa her kennen: „Dädsch mr amol – des hot’s jo glei.“ Es sei nicht verhehlt, dass die Spässe ab und an durchaus auch derberer Machart (wenn ein Lover die Nasenflüssigkeit seiner Angebeteten mit Marmelade verwechselt) oder total sinnfrei sind: „Beim schönsten Dekolletee/denk ich an Gelee.“ Die Frage: Himbeer oder Erdbeer? Blieb unbeantwortet.

Doch das ist akzeptabel, schließlich prangern Toni und Toni die wahren und wirklichen Plagen der Gegenwart an: den Diesel-Skandal („I fahr an saubern Diesel/seit i in Tank nei biesel“), leimsiedrige Bedienungen („Fräulein kommen’s her zu mit/bringens no a halbe Bier /nicht zu warm und nicht zu nicht zu kalt/ und wenn ich bitten darf/ möglichst bald“), die Plagen der weiblichen Mitbürger vor dem Frauen-WC: „Bin i froh/muss ich nicht aufs Damenklo/Wo die Warteschlange steht/bis sich endlich dss Türschloss dreht“ und natürlich auch die allgegenwärtige Geißel der Gegenwart: „Die Elfi macht überall ein Selfie.“ Auf ihrer Internetseite haben Toni und Toni ihr Motto festgehalten: „Was wäre das Leben ohne Musik/was wäre das Leben ohne Spaß? Was wäre das Leben ohne Lachen? Es wär a dunkle Gass!“

Ein Abend mit den königlich Privilegierten ist dahingegen – vor allem mit dem Rausschmeißer „gschupfte Nudla, saure Kuttla“ ein helles Vergnügen. Die Zuschauer in Tautenhofen waren begeistert. Zu Recht.

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