Jumelage-Treffen mit OB Henle in Bédarieux, Hérépian und Lamalou

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 Ob Hans-Jörg Henle flankiert von den beiden Partnerschaftsvereinsvorsitzenden Susanne Joser-Schmidt und Jean-Pierre Calas bei d
Ob Hans-Jörg Henle flankiert von den beiden Partnerschaftsvereinsvorsitzenden Susanne Joser-Schmidt und Jean-Pierre Calas bei der Übergabe der Gastgeschenke an die Vertreter der französischen Kommunen Jean-Lous Lafaurie, Guillaume Dalery, Richard Aubert und Jean-Luc Falip (von rechts). Im Hintergrund die Blasmusiker von „Hofenbrass“. (Foto: wavo)
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Wieso weiß man künftig in Bédarieux, Hérépian und Lamalou-les-Bains, wie viele Orte rund um Leutkirch auf -hofen enden? Weil die Blasmusiker von „Hofenbrass“ nicht müde wurden, den Bewohnern der Partnerstädte diesen hintersinnigen Namen zu erklären. Die jungen Burschen setzten mit Bravour die musikalischen Akzente bei einem rundum gelungenen Jumelage-Treffen, zu dem sich über 50 Leutkircher – an der Spitze Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle – über das lange Brücken-Wochenende in den Süden aufgemacht hatten. Mit dabei Handballer sowie Vertreter von Kunstverein, Trachtenverein Almarausch und Partnerschaftsverein.

Anlass für den Besuch war die „Fête des vendanges et de la bière“ also das „Fest der Weinlese und des Bieres“, das der französische Partnerschaftsverein unter der Ägide von Präsident Jean-Pierre Calas und seiner Frau Katie zum zweiten Mal organisiert hatte. Wie es sich gehört, gab es etliche Reden an diesen zwei Tagen. Aber wer auch das Wort ergriff, ob der Leutkircher OB, die Vertreter der französischen Kommunen oder die Spitzen der Partnerschaftsvereine, der gemeinsame Tenor war unüberhörbar: Eine solche mittlerweile schon 37 Jahre alte Partnerschaft ist ein unersetzliches Gut in einem heute alles andere als reibungslos funktionierenden Europa.

OB Henle betonte beim großen Festabend in Bédarieux mit Genugtuung, wie wenig Arbeit die Bürgermeister auf beiden Seiten mit dieser Jumelage hätten, weil das Fundament durch die jahrzehntelangen Kontakte ungemein stabil geworden sei. Auf diesen Lorbeeren ausruhen darf man sich nach seinen Worten allerdings keineswegs: Es gelte vielmehr dafür zu sorgen, dass die jungen Menschen sich des Segens der Völkerverständigung nach dem Krieg bewusst sind, dass sie die Ideale weitertragen, dass sie sich als junge Botschafter für Europa verstehen. Leider seien die Tendenzen zum Rückzug in unserer Gesellschaft unübersehbar, meinte der Bürgermeister von Lamalou, Guillaume Dalery. Heimat bedeute aber nicht, sich einzumauern.

„Schlichtweg eine Freude ist es, wie sich diese Jumelage bewährt hat“, erklärte der Bürgermeisterstellvertreter von Bédarieux, Richard Aubert, und beim Empfang in Hérépian zog der dortige Bürgermeister Jean-Louis Lafaurie nach: „Europa hat uns den Frieden gebracht, und den müssen wir mit solchen Jumelagen weitergeben.“

Kräftig gefestet wurde natürlich auch, wie es sich – so Jean-Pierre Calas – „entre amis“, unter Freunden, gehört. Rund 200 Gäste hatten sich eingefunden, dazwischen wippte der Hutflaum von Almarausch-Mitgliedern in Tracht. Schlachtplatten wurden aufgefahren, die Weinflaschen kreisten, aus zwei Zapfhähnen floss Bier aus Leutkirch und aus Bédarieux, und auch die Musik war paritätisch beschickt: zunächst die „Harmonie de Bédarieux“ in großer Besetzung, dann „Hofenbrass“ mit seinen stämmigen Burschen, zu denen sich später noch mit hübscher, kräftiger Stimme Sängern Sandra gesellte. Kann unsere Blasmusik im Süden gefallen? Und wie! Ob die Formation aus den Allgäuer Dörfern beim Fest in Bédarieux spielte, auf dem Marktplatz von Hérépian oder vor dem Casino im Badeort Lamalou, ihre blitzsauber intonierte und erfrischend originell moderierte Mischung kam bestens an.

Einen Ausflug in den sonnigen Badeort Cap d`Agde am Mittelmeer machte man auch, auf dem Markt in Hérépian und vor dem Casino von Lamalou gingen typische Leutkircher Produkte wie die warmen Semmeln weg, und einen besonderen Akzent setzte noch eine Ausstellung in einer Brauerei von Bédarieux. Zum Kinderfest war die Künstlergruppe Atelier 24 in Leutkirch gewesen. Beim Gegenbesuch stellte nun Michael Weinmann, der Chef des Kunstvereins, seine Fotocollagen und Landschaftsfotos sowie Malerei von Waltraud Hagedorn, Malcollagen von Monika Stoffel und Holzdrucke von Klaus Hoffmann vor, die für drei Wochen im Süden bleiben.

Schließlich waren noch 15 Mädchen und Jungen der Handball-B-Jugend mit drei Trainern und vier Betreuern unter der Leitung von Christian Volz mit von der Partie. Bei ihrem kleinen Turnier spielten zunächst rein nationale Teams gegeneinander, dann mischte man deutsch-französisch kräftig durch – und dabei wurde klar, dass Handball auch ohne viel Worte funktioniert. Wie gut das Treffen auf beiden Seiten angekommen war, zeigte sich am Ende: Vonseiten der Leutkircher erging eine herzliche Gegeneinladung, und die Franzosen nahmen sie gerne an.

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