Jugendliche wollen Gehör finden

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Vorarbeit für den Leutkircher Jugendgemeinderat: Jugendliche diskutieren in Arbeitsgruppen und mit OB Hans-Jörg Henle (ganz rec
Vorarbeit für den Leutkircher Jugendgemeinderat: Jugendliche diskutieren in Arbeitsgruppen und mit OB Hans-Jörg Henle (ganz rechts). (Foto: Sabine Centner)
Sabine Centner

Der Countdown für den geplanten Leutkircher Jugendgemeinderat läuft. „Nach den Sommerferien wollen wir richtig starten“, sagt Carmen Scheich, Kinder- Jugend- und Familienbeauftragte der Stadt. „Werbung und Fotos machen, Flyer drucken, die Wahl im November ganz massiv vorbereiten“ – so beschreibt sie die jetzt anstehenden Aufgaben. Und spricht von einem ganz wichtigen Termin, wenn am 2. Juli das Thema Jugendgemeinderat auf der Tagesordnung des Leutkircher Gemeinderats steht.

„Ihr seid Jugendliche, die Gehör finden wollen, es braucht Eure Präsenz“, schärft Carmen Scheich den rund 20 Jugendlichen ein, die sich am Dienstagnachmittag im Verwaltungsgebäude des Rathauses zu einem weiteren Workshop getroffen haben.

„Welches sind eure Themen, was soll gestaltet oder umgestaltet werden?“, fragt sie und spricht mit Blick auf Verwaltung und Gemeinderat von einer „Bring- und Holsituation“. Später werden sie dem Oberbürgermeister einige ihrer Fragen stellen, doch zunächst präsentieren die Jugendlichen mit Lehrern, Schulsozialarbeitern und dem Organisationsteam um Carmen Scheich die Ergebnisse ihrer drei Arbeitsgruppen (AG).

Wer soll wählen und für den Jugendgemeinderat gewählt werden können?, fragte sich die AG Wahlen und schlägt vor: Jugendliche von 13 bis 18 oder 19 Jahren, die in Leutkirch wohnen oder hier zur Schule gehen. Die Amtszeit soll zwei Jahre betragen, jeder Wahlberechtigte wird demnach zwei Stimmen haben. Urnen für die geheimen Wahlen sollen in den Schulen und im Jugendhaus stehen. Die AG Öffentlichkeitsarbeit hat sich nicht nur mit der Gestaltung eines Logos für den Jugendgemeinderat beschäftigt, sondern auch mit dem Thema Wahlwerbung. Dafür sollen vor allem die sozialen Netzwerke genutzt werden, über die sich die Kandidaten vorstellen können. Um die Inhalte zu erarbeiten, schlägt die entsprechende AG ein Praxis-Wochenende vor, will Jugendgemeinderäte aus anderen Städten einladen und eine Satzung vorbereiten. Den genauen Wahltermin, sagt Carmen Scheich, will sie mit den Schulleitungen abklären, und noch vor den Sommerferien soll es Infoveranstaltungen in Sachen Jugendgemeinderat an den Schulen geben. „Was darf ein Jugendgemeinderat überhaupt entscheiden?“, so lautet schließlich die Grundsatzfrage an Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle. Der verweist dazu auf den Gemeinderat, fügt aber an: „Ich stelle mir vor, dass er ein Budget bekommt.“ A uch gemeinsame Sitzungen der beiden Gremien und ein Rederecht für die Jugendlichen kann sich Henle vorstellen: „Man sollte beides miteinander verzahnen.“ Schließlich gehe es darum, die Wünsche und Vorstellungen junger Menschen kennenzulernen und in die Kommunalpolitik hineinzutragen.

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