Im Jubiläumsjahr gibt’s einen zweiten Umzug am Kinderfestsonntag

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Umzug am „Nachkinderfestsonntag“ des Jahres 1963. Im Hintergrund der alte Brunnen vor dem Rathaus, vorn das ehemalige Handelsha
Umzug am „Nachkinderfestsonntag“ des Jahres 1963. Im Hintergrund der alte Brunnen vor dem Rathaus, vorn das ehemalige Handelshaus Schaal. (Foto: Stadtarchiv)
Sabine Centner

Jahrzehntelang hat es einen zweiten Umzug zum Leutkircher Kinderfest gegeben – am sogenannten „Nachkinderfestsonntag“. Aus Anlass des Stadtjubiläums soll diese Tradition heuer wieder aufleben, allerdings bereits am Kinderfestsonntag selbst und somit vor dem Umzug der Leutkircher Schulen am Dienstag. Zur Teilnahme eingeladen sind alle Leutkircher Vereine und Gruppierungen, wie Thomas Stupka, Sprecher der Stadtverwaltung, und Julia Nastasi, Koordinatorin des Stadtjubiläums, bei einem Informationsabend am Montag im Bocksaal sagten.

Keine Pferdegespanne

„Überraschend viele Interessierte“, so Stupka, waren gekommen: Vertreter von Sportvereinen und Musikkapellen, Landfrauen, Chören, Wander- oder Partnerschaftsvereinen und zahlreichen anderen Organisationen. Sie erfuhren dabei von Stupka und Nastasi, dass der Umzug am Sonntag, 17. Juli, ab 14 Uhr stattfinden und dieselbe 1,7 Kilometer lange Runde durch die Stadt nehmen wird wie die Schüler am Dienstag. Während motorisierte Umzugswagen „grundsätzlich möglich“ seien, in Sachen Gestaltung allerdings mit der Stadt abgesprochen werden sollten, wird es am Sonntag keine Pferdegespanne geben. Diese sollen als „Alleinstellungsmerkmal“ für den Kinderfestumzug am Dienstag erhalten bleiben.

Zu ihren Aktivitäten und ihrem Auftreten sollten sich die Teilnehmer möglichst bald Gedanken machen. Gewünscht werde ein „stilvolles und traditionelles Erscheinungsbild.“ Über Ausnahmen könne gesprochen werden, generell aber gelte: „Der Umzug sollte einen historischen Touch haben, es gibt keinen Partyumzug“, macht Stupka klar. Schön wäre es deshalb wenn etwa Radfahrergruppen mit alten Rädern unterwegs wären, nennt er ein Beispiel. Oder, wie vom Deutschen Alpenverein geplant, ein Streifzug durch die Geschichte des Alpinismus präsentiert werde. „Alles ist möglich“, appellierte der Stadtsprecher an die Kreativität und kündigte an, dass die Gruppen für jeden Teilnehmer „einen kleinen Betrag“ in die Vereinskasse erhalten werden. Die Plakette überdies soll für beide Umzüge im Jubiläumsjahr gelten, kündigte Bernhard Göser als Vorsitzender der Kinderfestkommission an.

Das „Nachkinderfest“ oder „Kinderfest der Großen" wurde 1851 erstmals erwähnt. Am Sonntag nach dem Kinderfest gab es für die Erwachsenen auf der Wilhelmshöhe Bewirtung und Musik. Anfangs veranstaltete der Turnverein am Nachmittag ein Schauturnen und führte gymnastische Übungen auf. Die Stadtkapelle unterhielt die Besucher musikalisch. Später entwickelte sich im Rahmen dieses „Nachkinderfests“ ein weiterer Festzug. Zum Jubiläum 150 Jahre Kinderfest und aus Anlass der Leutkircher Heimattage wurde 1958 das Kinderfest erstmals am Samstag eröffnet und am Sonntag beim „Kinderfest der Großen“ ein zusätzlicher Umzug unter Beteiligung der Leutkircher Vereine organisiert – sogar mit einem Autokorso, wie alte Fotos zeigen. Bis ins Jahr 1973 fanden diese zweiten Umzüge alljährlich statt, danach war ein Fünf-Jahres-Rhythmus geplant, der aber mit dem Jahr 1978 bereits wieder aufgegeben wurde.

Interessierte Vereine und Gruppierungen können sich bei Julia Nastasi, Touristinfo Leutkirch, informieren, Telefon 07561/87144. Dort gibt es Anmeldeformulare, die zudem im Internet heruntergeladen werden können: www.leutkirch.de/1250jahre. Die verbindliche Anmeldung sollte bis 30. April eingehen.

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