Die Delegation des HMG, die in Sigmaringen dabei war.
Die Delegation des HMG, die in Sigmaringen dabei war. (Foto: HMG)
Redakteur Leutkirch

Mindestens ein Schüler des Leutkircher Hans-Multscher-Gymnasiums (HMG) ist im April beim Landesfinale von „Jugend debattiert“ in Stuttgart dabei. Das ist das Resultat des Schulverbundsfinales, das Ende vergangener Woche im Hofgarten in Sigmaringen stattfand. Zwei weitere Schüler des HMG fahren als Ersatzkandidaten mit zum Landesfinale. Auf dem HMG werden die Schüler in der 9. Klasse mit dem Debattieren vertraut gemacht – nicht immer nur zur Freude der Eltern.

Neben dem HMG nahmen in Sigmaringen neun weitere Schulen teil, darunter unter anderem Tettnang, Mengen, Bad Saulgau, Sigmaringen und Salem, wie Jana Streso erklärt. Streso ist Lehrerin am HMG und leitet dort die Arbeitsgemeinschaft „Jugend debattiert“. Bei den Schülern der Mittelstufe debattierten 16 Teilnehmer in vier parallel laufenden Debatten zu den beiden Themen „Soll das Reparieren von defekten Elektrogeräten Unterrichtsfach werden?“ und „Sollen grundsätzlich auch Nicht-Pädagogen in der Schule unterrichten?“ Maximilian Krauß und Diana Wertmann vom HMG erreichten in dieser Gruppe den fünften und den siebten Platz. Krauß darf damit als Ersatzkandidat zum Landeswettbewerb nach Stuttgart fahren.

Die Schüler der Oberstufe debattierten zu den Themen „Sollen mehr fremdsprachige Filme ohne deutschsprachige Synchronisation gezeigt werden?“ und „Sollen Kommunen für Gärten, Grünflächen und Gewerbegebiete eine biodervisitätsfreundliche Gestaltung vorschreiben?“ Beide HMG-Schüler, Jan Werner und Philine Urfer, schafften es hier in die Finaldebatte. Bei dieser ging es um das Thema „Sollen Bürger per Losverfahren zur Mitarbeit im Gemeinderat verpflichtet werden?“ Die vierköpfige Jury, unter anderen bestehend aus dem Sigmaringer Bürgermeister, sah Jan Werner schließlich auf dem zweiten Platz und Philine Urfer (die am Morgen spontan für die erkrankte Ruth Konrad eingesprungen ist) als Drittplatzierte. „Während auch Philine als Ersatzkandidatin nach Stuttgart reisen darf, ist Jan direkt qualifiziert und wird auf einem dreitägigen Seminar der Hertie Stiftung zusammen mit allen anderen 31 Teilnehmern des Landeswettbewerbs im Debattieren geschult“, so Streso.

So funktioniert der Wettbewerb

Auf dem HMG werden die Schüler das erste Mal im Gemeinschaftskundeunterricht in der 9. Klasse mit der Form der Debatte vertraut gemacht. Zum Einstieg geht es dann etwa darum, ob Lehrer benotet werden sollten oder ob es pro Woche sechs Schulstunden Sport geben sollte, erklärt Streso. In jedem Jahr gebe es Schüler, die Lust hätten, dann auch am Wettbewerb teilzunehmen. „Und mit jeder Stufe, die es weitergeht, wächst die Motivation“, so Streso. Für die Schüler sei es attraktiv, sich im sportlichen Wettbewerb unter Beweis zu stellen. Und der funktioniert so: Zehn Tage davor bekommen die Schüler das Thema mitgeteilt, in das sich dann einarbeiten müssen. Zu diesem Zeitpunkt wissen sie aber noch nicht, ob sie in der Debatte die Pro- oder Contra-Seite vertreten. Das bekommen sie, außer im Finale, drei Tage davor gesagt.

Das HMG ist laut Streso seit 2007 offizielle „Jugend debattiert“-Schule und nimmt jährlich mit großem Erfolg an dem Schulwettbewerb teil. Neben zahlreichen Landesfinalisten konnte das HMG im Laufe der Jahre auch einen Bundesfinalisten stellen. Der Wettbewerb selbst existiert seit 2001, steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von verschiedenen Stiftungen gefördert.

Die Eltern der Schüler, so deren Rückmeldungen, seien übrigens nicht immer froh über die neuerworbenen Debattierfähigkeiten: „Die Schüler fangen zu Hause wohl bei jedem Thema an zu debattieren“, erzählt Streso schmunzelnd.

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