„Highmatland“ in Leutkirch: „Moshpits“ und Krokodilstränen

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Joy Garcia Oliver

Auch die vierte Auflage des „Highmatland“-Festival war wieder ein voller Erfolg: Circa 2000 Besucher feierten von Samstagmittag bis 1 Uhr in die Nacht hinein auf der Wilhelmshöhe in Leutkirch. Mit den beiden Headlinern Mero und Nura hatten die Organisatoren den richtigen Riecher und holten so zwei absolute Sternchen der aktuellen Rap-Szene ins Allgäu.

Der 19-jährige Mero war im vergangenen Jahr als Newcomer durch Handyvideos auf der Social-Media-Plattform Instagram durchgestartet. Nura hingegen ist als ehemaliges Mitglied des Hip-Hop-Duos SXTN schon länger als eine der besten Rapperinnen Deutschlands bekannt.

Kein Wunder also, dass die beiden auf der Hauptbühne für ordentlich Wirbel sorgten und die Menge davor komplett durchdrehte. Während die hinteren Reihen gemütlich die Beine zum Takt bewegten, wurden in der Mitte sogenannte „Moshpits“ gebildet – ein Kreis in den alle hineinrennen und tanzen wenn der „Beat dropt“.

Vorne sangen – oder rappten – die größten Fans jede einzelne Zeile mit. Nura nahm sich nach ihrem Auftritt noch über eine Stunde Zeit für ihre Fans und stand für Selfies und Autogramme bereit – vor allem bei den jungen Fans flossen große Krokodilstränen. „Es ist so krass, dass ich dich mal umarmen darf“, sagte die kleine India, während sie ihr Idol fest an sich drückte.

Auffällig war – im Hinblick auf die Entwicklung der letzten Jahre – vor allem der professionelle Aufbau beim „Highmatland“ 2019: „Der Aufbau des Geländes hat bereits am Montag vor dem Festival begonnen, aber wir haben auch in den Wochen davor schon einiges vorbereitet“, sagte Markus Maier, Mitorganisator und Vorstand des neu gegründeten Highmatland-Vereins.

Das Ergebnis: Gut organisierte Eingangskontrollen, selbstgemachte Sitzgelegenheiten, ein eigener Stand fürs Merchandising und zahlreiche „Food-Trucks“ – inklusive Eiswagen. Bei den Besuchern blieben keine Wünsche offen. Was auch daran liegen könnte, dass das „Highmatland“ in den Jahren immer mehr Partner für sich gewonnen hat. Mittlerweile können die Organisatoren aus dem Jugendhaus Leutkirch und dem Verein auf die Unterstützung von über 20 Vereinen und (Groß-)Betrieben zählen.

Einziges Manko: Zwischen den Auftritten auf der Hauptbühne und den Umbauten lief dort nur sehr leise Musik. „Das finde ich echt schade, weil ich voll Bock zu Tanzen habe“, sagte die 17-jährige Lauren. Die Lösung fand sich allerdings schnell – das „Highmat“-Zelt. Hier spielte während der Pausen auf der Open-Air-Bühne die Musik: So machten dort unter anderem die Gewinner des Band-Votings „Süden lebt“ mit eigenen Songs und bekannten Hits richtig Stimmung, die Gruppe mit drei Rappern aus Wangen war bereits im vergangenen Jahr Sieger des Wettbewerbs und erlangten inzwischen einen immer höheren Bekanntheitsgrad in der Region.

Aber auch die Zweit- und Drittplazierten, „Studio 83“ und „Jetxn“, überzeugten die Besucher . „MC Fitty“ und „DJ Craft“ zählten ebenfalls zu den umjubelten Gestaltern des Abends und gaben ihre Lieder im gut besuchten Zelt zum Besten.

„Wir sind mit dem Verlauf des Festivals sehr zufrieden“, sagte Maier. Das Gelände sei bereits nachmittags gut gefüllt gewesen. Aber nach dem „Highmatland“ ist vor dem nächsten Festival: Für 2020 planen die Organisatoren bereits, wieder eine möglichst große Zielgruppe anzusprechen – um die Veranstaltung noch weiter wachsen zu lassen. Bis kommenden Mittwoch sollen die letzten Spuren der großen Party auf der Leutkircher Wilhelmshöhe beseitigt sein.

Die Polizei beschrieb die Stimmung auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“ am Sonntag als „überwiegend friedlich“. Es seien nur wenige, stark alkoholisierte Personen festgestellt worden, die deshalb allerdings des Platzes verwiesen werden mussten. Außerdem habe es insgesamt sieben Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz gegeben.

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