Gut besuchte Kandidatenvorstellung des Bürgerforums

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 Zugewandt und herausfordernd: Peter Aulmann interviewt die Kandidaten.
Zugewandt und herausfordernd: Peter Aulmann interviewt die Kandidaten. (Foto: Karl-Heinz Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

„Wo ist denn hier die Altstadt?“: Diese Frage bekommt nicht nur der Einzelhändler Michael Rother von Touristen gestellt, und das vermehrt seit der Inbetriebnahme des Center Parc. Die Besucher vermissen offensichtlich in einer mittelalterlichen Innenstadt eine attraktive Fußgängerzone und fühlen sich durch den „Kreisverkehr“ von Parkplatz suchenden Autofahrern gestört und verunsichert. Für das Bürgerforum ist daher seit Jahren klar: Zumindest die Marktstraße muss in voller Länge vom Autoverkehr befreit werden. Dieses Votum wurde bei der gut besuchten und neu gestalteten Kandidatenvorstellung am Mittwochabend im Bocksaal eindeutig bekräftigt.

Eine gute Idee war es, den Abend thematisch in Blöcke einzuteilen, angenehm unterbrochen durch die Jazz-Klänge der Band Just Friends. Die Kandidaten wurden dabei, gemäß ihren Neigungen und Kompetenzen, in Gruppen zu den Themen „Umwelt und Energie“, „Schule und Soziales“, „Innenstadt-Verkehr“ und „Jugend und Kultur“ eingeteilt. Für die Moderation sorgte gleichermaßen zielführend und fordernd wie heiter und humorvoll Peter Aulmann, der auf seine Weise und immer „auf das Lokale herunterbrechend“ für eine informativ spannende gut zweieinhalbstündige Vorstellung sorgte.

Zuvor sparte der Vorsitzende des Forums, Klaus Wellmann, in seiner Begrüßung nicht mit klaren Worten: Angesichts des Rechtsrucks in der Gesellschaft, dem Artensterben und dem Klimawandel sei es wichtig, „aktiv zu werden und Stellung zu beziehen“. Es heiße dabei „mit Druck von unten vor Ort zu handeln und die ewig gestrigen Bremser auszubremsen“ und „mit einer richtig starken Liste stärker im Stadtrat zu werden“.

Neben der Absicht, die Altstadt zu beruhigen und attraktiv zu gestalten, wurden weitere Ziele in den Runden deutlich: Unter anderem mehr Krippenplätze, die Integration der Migranten, eine regionale Schulverpflegung, Leerstände reduzieren und intelligente platzsparende Bauformen planen, wie zum Beispiel ein Gebäude mit Tiefgarage auf dem Gelände des ehemaligen Feneberg-Markts. Die Stadt soll öffentliche Blühwiesen anlegen und selbst Bauherrin werden. Die Schüler-Aktion „Fridays for future“ wird vom Bürgerforum unterstützt (auch aktuell durch „Writers for future“) und der Dauerbrenner „Neues Feuerwehrhaus“ soll in den nächsten fünf Jahren gelöst werden. Zur Diskussion hierzu kam hierzu neu ein Standort an der Wurzacher Straße.

Alles in allem also ein Abend, der in Inhalt und Form Schule machen könnte und mit einem Schmunzeln von Klaus Wellmann wie folgt beendet wurde: „Ich würde mich über möglichst viele Kreuzchen freuen“.

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