Großer Andrang beim „Tag des nachhaltigen Bauens“

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 Gespannt verfolgen die Besucher den Ausführungen der Referenten rund ums nachhaltige Bauen und Wohnen.
Gespannt verfolgen die Besucher den Ausführungen der Referenten rund ums nachhaltige Bauen und Wohnen. (Foto: Energiebündnis Leutkirch/König)
Schwäbische Zeitung

Vergangenen Samstag haben sich im voll besetzten Informationszentrum „Nachhaltige Stadt im Bürgerbahnhof“ Interessenten über nachhaltiges und kostengünstiges Bauen informiert. „Wer heute ein Haus ohne thermische Solaranlage oder Photovoltaikanlage baut, hat es noch nicht kapiert“, so Gottfried Härle bei der Begrüßung zur Veranstaltung.

Dieter Herz aus Weitnau referierte über Passivhaus, Plusenergiehaus sowie Aktivhaus und stellte die wirtschaftlichen und ökologischen Vorteile anhand von konkreten Projekten überzeugend dar, wie es in der Pressemitteilung heißt. „Allein schon die Energieeinsparung deckt die Mehrkosten“, lautete die Botschaft des Referenten.

Tobias Mösle von der Solartechnik Allgäu-Oberschwaben GmbH aus Kisslegg erläuterte, wie man Eigenstromnutzung optimieren kann, welche Möglichkeiten zur Speicherung aktuell vorhanden sind und wie diese genutzt werden können. Er stellte auch Speichersysteme vor, die ohne das endliche Lithium ökologisch hergestellt werden. Als Nachteil wurde das dafür benötigte größere Volumen angeführt.

Im Vortrag über Tiny Houses und Minihäuser informierte der Architekt Christian Brecht von Brecht & Eder – Innovatives Wohnen GbR über Tiny Houses auf Rädern, Modulhäuser sowie Minihäuser. Angesichts aktueller Trends und Probleme seien Tiny Houses eine interessante Option: Mobilität und Flexibilität im Arbeits- und Privatleben, Wohnungsnot durch mehr Wohnraum für die gleiche Anzahl von Menschen oder großer Flächenverbrauch bei üblichen Einfamilienhaussiedlungen. Das Architekturbüro habe sich auf dieses Thema spezialisiert und konnte aus langjähriger Erfahrung speziell mit dem deutschen Baurecht Lösungsansätze für die Verwirklichung von Tiny Houses darstellen. Die Ausweisung eines Baugebietes für Tiny Houses in Leutkirch wünschten sich einige Zuhörer.

Lars Miller von Weizenegger GmbH aus Bad Wurzach stelle das Elementare Bauen mit Holz anschaulich anhand praktischer Beispiele vor. Er wies darauf hin, dass der Holzbau durch die geringe CO2-Emission bei der Produktion gegenüber anderen Baustoffen sowie den regionalen Bezug nachhaltig und ressourcenschonend sei. Elementares Bauen mit Holz werde in Holzmassivbau sowie Holzrahmenbau durchgeführt. Durch die Vorfertigung und Montagefreundlichkeit werde die Qualität am Bau verbessert, so Miller.

Worauf man bei der Anlage von naturnahen Gärten achten sollte, referierte Florian Huthwelker von der Grünen Brigade aus Diepoldshofen. Er wies auf die Nutzung von gebrauchtem oder Recyclingmaterial zum Bau von Wegen und Mauern hin und zeigte anhand von Beispielen den gelungenen Einsatz von Totholz und Holzstapel. Der Verzicht auf Tropenholz wurde von ihm dringend empfohlen. Danach sprach sein Berufskollege Stan van Jaarsveldt über das Thema Permakultur. Die Vorstellung dieses Systems mit seinen Vorteilen wurde mit Bildern seines eigenen Gartens untermalt.

Als Schlussreferent stellte Johann Grimm von der Firma Hörl & Hartmann Ziegeltechnik aus seiner Sicht dar, „was beim nachhaltigen Bauen zu berücksichtigen ist“. Mit den Hauptbestandteilen Lehm und Ton als natürlicher Rohstoff besitze Ziegel eine sehr lange Nutzungsphase und erreiche auch KfW-Effizienzhaus- sowie Passivhaus- Standard. Er wies auf die bauphysikalischen Vorteile des Baumaterials Ziegel hin und stellte einen neuen Ziegelstein mit Holzfaserdämmung vor.

Während der Vorträge konnte vor dem Bürgerbahnhof ein Tiny House der Firma Stengele aus Kisslegg besichtigt werden.

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