Grünes Licht für zweite Umbau-Phase

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Sybille Glatz

Umbau und Sanierung der Geschwister-Scholl-Schule (GSS) in Leutkirch gehen in die nächste Runde. Nach der ersten Phase der Umbau- und Sanierungsmaßnahmen, die im Sommer 2018 abgeschlossen wurde, hat nun der Kreistag die zweite Phase genehmigt.

Die Entscheidung ist einstimmig und ohne Debatte in der jüngsten Sitzung des Kreistages vergangene Woche gefallen. Die zweite Phase betrifft vor allem die Werkstätten der Schule. Angefangen wird mit den Baumaßnahmen im Sommer dieses Jahres. Bis September 2020 sollen dann die Metall-, Kfz- und Maurer-Werkstatt modernisiert sein. Die bisherige Maler-Werkstatt wird zu einer zweiten Elektro-Werkstatt umgebaut. Zudem sprach sich der Kreistag für eine Teilsanierung der Sporthalle aus. Die zweite Umbauphase der Schule wird etwa 4,35 Millionen Euro kosten. Die Sanierung der Halle wird nach einer ersten groben Schätzung mit etwa 3,7 Millionen Euro zu Buche schlagen. Sie soll bis August 2020 fertig sein.

Zweite Elektro-Werkstatt

Mit dem Umbau und der Modernisierung schreitet die Stärkung der GSS in den Bereichen Kfz-Ausbildung und Mechatronik voran. Die Kfz-Werkstatt wird saniert und an die bereits im vergangenen Jahr umgebauten Räume angeglichen (die „Schwäbische Zeitung“ berichtete). Zusammen werden sie das neue Kfz-Kompetenzzentrum bilden. Auf der anderen Seite gibt das GSS mittelfristig Zuständigkeiten wie die Maler- und Lackierer-Ausbildung ab. Sobald die letzte Maler-Ausbildungsklasse ihren Abschluss hat, wird daher die Maler-Werkstatt nicht mehr benötigt. Sie wird zu einer zweiten Elektro-Werkstatt umgebaut. In ihr wird ein Lernsystem für Prozesstechnik integriert, welches die Lernform „Industrie 4.0“ ermöglicht. „Industrie 4.0“ bezeichnet die intelligente Vernetzung von Maschinen und Abläufen in der Industrie mit Hilfe von Informations- und Kommunikationstechnologie. Auf diese neue Arbeitswirklichkeit sollen die Schüler an der GSS mit der neuen Werkstatt vorbereitet werden. Auch neu gebaut wird ein Leistungsprüfstand für Fahrzeuge im überdachten Innenhof der Schule. Um den Prüfstand herum wird eine Schallschutzkabine gebaut. Wie es in den Unterlagen des Landratsamts heißt, sollen die Schüler die im Prüfstand vorgenommenen Tests und Simulationen sowohl im Klassenraum sehen als auch außerhalb der Schallschutzkabine über ein Sichtfenster miterleben können.

Eine weitere Baustelle soll die Sporthalle der GSS werden. Sie wurde 1984 gebaut. Die Kreisverwaltung möchte den Boden der Halle austauschen und durch einen neuen Sportboden ersetzen. Der Kreis nutzte die Halle von November 2015 bis Mai 2016 als Notunterkunft für Flüchtlinge. Laut Landratsamt wurde durch die Unterbringung „der bereits sanierungsbedürftige 30 Jahre alte Sporthallenboden trotz Schutzmaßnahmen durch Wassereintritt nachhaltig beschädigt“. Der für Schulen zuständige Dezernent beim Landratsamt Franz Baur erklärte auf Nachfrage der „Schwäbischen Zeitung“: „Man weiß nicht genau, wie es passiert ist. Der Boden war abgedeckt. Nach Entfernen der Abdeckung wurde der Schaden entdeckt. Der Boden hat Wellen geschlagen. Man hat es mit Trocknen versucht, das hat auch zunächst funktioniert. Aber die Wellen kamen immer wieder.“

Deshalb nun der Austausch des Bodens. Darüber hinaus sollen die Sanitär- und Umkleideräume in der Halle erneuert und mit neuen Duschen ausgestattet werden. Ebenfalls saniert und modernisiert werden soll die technische Gebäudeausrüstung: die Trinkwasser- und Stromversorgung, Lüftung und Heizung. „Wir treiben die Planungen jetzt weiter voran und kalkulieren die Kosten genauer. Im Herbst kommt das Thema dann nochmals in den Kreistag zur Freigabe“, so Dezernent Baur.

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