Geschichten aus dem Gäu - Total lokal und weiter weg

Lesedauer: 7 Min
Schwäbische Zeitung
pam

Unter dem Titel „Leutkircher Köpfe“ werden am heutigen Montag, 12. August, die Leutkircher Evelyn Mauch (Leiterin des Hospizes St. Ursula im früheren Leutkircher Krankenhaus), Gottfried Härle (Brauereibesitzer und Kommunalpolitiker) und Manfred Baumgärtner (aus Leutkirch stammender Solo-Fagottist der Philharmonie Jena) beim „Talk vorm Bock“ mit Moderator Karl-Anton Maucher sprechen. Start auf der Open-Air Bühne am Rathaus ist um 19.30 Uhr, bei nasser Witterung wird in der Festhalle „getalkt“. Der Eintritt ist frei.

Der größte Unterschied im Vergleich zum normalen Talk im Bock liegt in der Anzahl der Gesprächspartner, erklärt Moderator Maucher. Während er dort immer im Gespräch mit einem Gast ist, sitzen beim Talk zum Altstadt-Sommerfestival (ALSO) drei Gesprächspartner auf der Bühne. Außerdem haben die Gäste dort immer einen regionalen Bezug. Ansonsten seien die Kriterien für die Auswahl aber gleich: „Wir schauen nach Leuten, die einen gewissen Bekanntheitsgrad haben und etwas zu erzählen haben“, so Maucher. Die Zuschauerresonanz beim ALSO-Talk sei eigentlich immer sehr gut. Zum einen ist das „klassische Talk-Publikum“ dort ebenfalls vertreten, zum anderen profitiere man sicherlich durch die Einbettung in das Festival und die dadurch verbundene Werbung, so Maucher.

„Vom Hinfallen und vom Aufstehen“

Unter dem Zwischentitel „Vom Hinfallen und vom Aufstehen“ steht das Talk-im Bock-Gespräch mit Evelyn Mauch, so die Ankündigung. Als Kind war sie eine Wasserratte. Sie schwamm für ihr Leben gerne, engagierte sich bei der DLRG, fand übers Schwimmen zum Triathlon. Auf kleine Wettkämpfe folgten immer größere, das Training wurde entsprechend intensiver und nahm großen Raum im Leben der jungen Krankenschwester ein. Laufen, Radeln, Schwimmen, Wandern, Kanu fahren: Bewegung an der frischen Luft – das war für Mauch ein großer Teil vom Lebensglück. Dann hatte sie Pech. Durch einen Verkehrsunfall stürzte sie vom Rad und erlitt durch Spätfolgen eine schwere körperliche Beeinträchtigung. Seit 2011 lebt Mauch mit einer inkompletten Querschnittlähmung. Sie ist auf den Rollstuhl angewiesen. Aber sie fand zurück ins Leben. Als Sportlerin und im Beruf. Seit April diesen Jahres leitet Mauch das Hospiz der St. Elisabeth-Stiftung im ehemaligen Krankenhaus.

Als Unternehmer, Klimaschützer und Kommunalpolitiker ist Gottfried Härle laut Pressemitteilung eine weit über die Stadt hinaus bekannte Persönlichkeit. Er ist ein grüner Unternehmer, aber auch ein spitz rechnender Betriebswirt und resoluter Verteidiger unternehmerischer Interessen. Ein Kämpfer für Menschen- und Mitbestimmungsrechte, aber auch ein Patron. Er integriert aktiven Klimaschutz in eine gewitzte Marketing-Strategie, tritt ein für arbeitende Flüchtlinge und gegen ihre Abschiebung und besteht darauf, dass Bier bekömmlich ist. Bei Kommunalwahlen zählt er zu den Kandidaten mit den meisten Stimmen, als Stadtrat ist er für den Oberbürgermeister und die Verwaltung seit 30 Jahren bisweilen ein unbequemer Partner. Außerdem ist er grüner Netzwerker, Kulturveranstalter, Mäzen für Alternativ- und Jugend-Kultur – und für die Blasmusik.

Bei „Jugend musiziert“ gewonnen

Entdeckt wurde Manfred Baumgärtners Musikalität schon früh. Der gebürtige Leutkircher, Jahrgang 1976, lernte schneller als die anderen, wie man mit einer Blockflöte Musik macht, heißt es in der Ankündigung. Und das fiel seiner Flötenlehrerin an der Jugendmusikschule auf. Rita Frisch zeigte ihm, dass es da auch noch andere Holzblasinstrumente mit sehr interessanten Sounds gibt, der kleine Manfred entschied sich im Alter von elf Jahren für das imposanteste von allen, das Fagott. Und er lernte wieder schnell. Rudolf Volkmann war ab 1985 sein Lehrer. Bei „Jugend musiziert“ räumte er erste Preise ab. Nach dem Abitur am Hans-Multscher-Gymnasium 1996 schaffte er die Aufnahmeprüfung an die Musikhochschule Mannheim, später studierte er an der Universität der Künste Berlin und der Musikhochschule Hanns Eisler in Berlin. Baumgärtner war Stipendiat der Studienstiftung des Deutschen Volkes und vervollkommnete seine musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten in Meisterkursen bei international renommierten Fagottisten. Seit 2007 ist er Solofagottist der Jenaer Philharmonie.

Viele Jahre war er Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin. Und beim Talk im Bock, so viel sei verraten, wird er sein Instrument dabei haben und mit „Just Friends“ ein Stück spielen.

Die Jazz-Combo um Lothar Kraft wird wie stets seit 2001 beim Talk vor dem Bock spielen. Die Gäste der Veranstaltungen haben sich laut Mitteilung im Vorfeld darauf geeinigt, dass die Spende, die an diesem Abend zusammenkommt, an das Hospiz St. Ursula weitergegeben wird.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen