Gemeinderatskandidaten treffen auf Erstwähler

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 Fragen und Antworten (von links): Lena Schäffeler (Moderatorin), Luisa Schmidt (Bürgerforum), Jochen Narr (SPD), Walter Braun (
Fragen und Antworten (von links): Lena Schäffeler (Moderatorin), Luisa Schmidt (Bürgerforum), Jochen Narr (SPD), Walter Braun (FW), Bernd Schosser (Unabhängige), Waldemar Westermayer (CDU) und Sarah Hilsenbeck (Moderatorin). (Foto: Pfaff)
Darius Pfeffer

Die Gemeinderatskandidaten für Leutkirch haben sich am Donnerstagvormittag den Fragen der Schüler der Stufen 10, 11 und 12 des Hans Multscher Gymnasiums Leutkirch gestellt. Das Ganze moderiert haben Lena Scheffeler, Sarah Hilsenbeck, Vera Gaile und Nils Moosmann.

Zunächst hat jeder Kandidat eine Minute Zeit, um zu sagen, wer er ist, was er macht und welche Werte er vertritt. Den Anfang macht Luisa Schmidt, eine junge Leutkircher Schülerin, die sich für Umweltthemen engagiert. Sie vertritt das Bürgerforum. Schmidt ist mit 18 Jahren die Jüngste auf der Bühne. Gut vorbereitet und, wie sie sagt „wenig aufgeregt“, steigt sie dann in den Ring mit den Großen.

Jochen Narr, langjähriges Gemeinderatsmitglied und Kandidat der SPD, will sich vor allem für die circa 4700 über 60-Jährigen in Leutkirch einsetzten.

Walter Braun von den freien Wählern ist selbst „seit fast 60 Jahren Leutkircher“, hat am HMG Abitur gemacht und will Leutkirch „generationendeckend unterstützen“.

Bernd Schosser, seines Zeichens aktiver Leutkircher, seit 10 Jahren im Gemeinderat tätig, Schulleiter in Wuchzenhofen und Fraktionsvorsotzender der Unabhängigen Leutkich, setzt sich nach eigenen Angaben für die Substanzerneuerung in Schulen und Lernstätten in der Stadt und auf dem Land ein.

Den Abschluss macht Waldemar Westermayer, Fraktionsvorsitzender und ehemaliger Bundestagsabgeordneter der CDU. Er selbst hat inzwischen Enkel an Leutkircher Schulen, wie er sagt, und deshalb liegen ihm unter anderem Musikvereine und Sportclubs für ältere Menschen und vor allem auch für junge Leutkircher sehr am Herzen, wie er sagt.

Fragen zur Auflockerung

Die anschließende Fragerunde haben die HMG-Schüler zusammen mit den Gemeinschaftskundelehrern vorbereitet. Nach Themen wie Parks oder Orte für Jugendliche, um zu entspannen, Verbesserung der öffentlichen Verkehrsmittel und Tempo-Limit folgt eine Ja-Nein-Runde, bei der die Kandidaten mit grünen (Ja) oder roten (Nein) Karte schnell antworten. Neben politischen Themen gibt es zur Auflockerung des Ganzen auch Fragen, wie „Sind sie schon einmal aus einer Disco geflogen?“ – nur rote Karten. „Das ist sowohl für die Schüler als auch für die Politiker eine willkommene Abwechslung“, sagt Walter Braun von den freien Wählern hinterher.

Dann ist das junge Publikum dran: Diskutiert werden Themen wie Klimaschutz, Flüchtlinge, Internetausbau in Leutkirch und Drogenprobleme.

Danach müssen die Gemeinderatskandidaten Sätze vollenden, wie „Leutkirch fehlt...“ „...eine Disco“, wenn es nach Westermayer geht.

Abschließend der Blick in die Zukunft: Wo sehen die Kandidaten Leutkirch in fünf Jahren? Für Narr ist klar, dass es dann „eine bessere Seniorenarbeit und einen noch aktiveren Jugendrat gibt.“ Für Schmidt ist dann „die Wilhelmshöhe ökologisch aufgebessert, sind schädliche Pestizide verboten und die Gebäude besser gedämmt.“ Schosser sieht „die Leutkircher Innenstadt attraktiver, die Geschäfte belebter und die Kinderbetreuung verbessert.“ Westermayer will dann in Leutkirch „auch weiterhin keine AfD im Gemeinderat und verstärkt junge Unternehmen in den Gewerbegebieten.“

Positives Fazit

Die Schüler ziehen ein positives Fazit: Jonas Hilsenbeck, Klasse 11: „Ich bin sehr froh über die Diskussionen, da ich dieses Jahr Erstwähler bin und mich bisher nicht groß mit Politik befasst habe.“ Er findet das Ganze „eine Top Aktion – den Erstwählern einen Einblick gewähren und kurz zeigen, wer überhaupt aufgestellt ist.“

Auch Referendar Felix Schmälzle ist zufrieden mit der Veranstaltung, die er mit einigen Schülern und Gemeinschaftskundelehrern bereits seit Februar geplant hat. Denn als Lehrer „grade im Fach Gemeinschaftskunde“ habe man eine gewisse Verantwortung, den Schülern auf den Weg zu geben, dass ihre Themen berücksichtigt werden, und wie die Parteien nicht nur konkurrieren, sondern auch kooperieren.

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