Frauen für Kommunalpolitik gewinnen

Lesedauer: 4 Min

 Maria Rigal (von links), Sofie Weiler, Bürgermeisterin Christina Schnitzler, Jacqueline Schwärzler und Claudia Maier wünschen
Maria Rigal (von links), Sofie Weiler, Bürgermeisterin Christina Schnitzler, Jacqueline Schwärzler und Claudia Maier wünschen sich mehr Frauen in der Kommunalpolitik. (Foto: Simon Nill)
Redakteur Leutkirch

„Unsere Kommunen brauchen die Erfahrung, das Wissen und die Kompetenz von Frauen“ – davon ist die ehrenamtliche Gruppe „Bora“ überzeugt. Sie besteht aus politisch aktiven Frauen aus zwei Landkreisen, die sich parteiübergreifend dafür einsetzen, mehr Frauen für politische Ämter zu gewinnen. Doch wie kann das gelingen? Auch darum geht es bei der „Bora“-Veranstaltung „Frauen für unser Allgäu“, die am Dienstag, 9. Oktober, um 19 Uhr im Leutkircher Bocksaal stattfindet

Die Initiative „Bora“ – der Name steht für die Landkreise Bodenseekreis und Ravensburg – hat es sich zum Ziel gesetzt, einen Frauenanteil von 50 Prozent in politischen Gremien zu erreichen. Bis zur Kommunalwahl 2019 will die Gruppe mit interessierten Frauen jeden Alters ins Gespräch kommen.

Dass mit der Initiative auch viele Leutkircherinnen erreicht werden, dafür setzt sich insbesondere Sofie Weiler, Kreisvorsitzende der Frauen-Union, ein. Sie war es auch, die die Veranstaltung im Bocksaal initiierte. Unterstützung erhält sie von Bürgermeisterin Christina Schnitzler, den Stadträtinnen Claudia Maier (Die Unabhängigen) und Jacqueline Schwärzler (Bürgerforum) sowie von Maria Rigal, Geschäftsführerin Regionalentwicklung Württembergisches Allgäu.

Unter 72 Kreisräten befinden sich aktuell weniger als zehn Frauen. Auch im Leutkircher Gemeinderat sind die Männer deutlich in der Überzahl (19 Männer, sieben Frauen). „Uns ist es ein großes Anliegen, dass sich das ändert. Ein Frauenanteil von 50 Prozent ist das Ziel“, erklärt Sofie Weiler im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung. „Das Wissen und die Erfahrungen von Frauen sind in den Gremien notwendig“, meint Claudia Maier. Und Jacqueline Schwärzler ergänzt: „Frauen denken häufig anders als Männer.“

Dass ein Gremium wie der Gemeinderat „ein Spiegel der Gesellschaft“ sein soll, sagt Bürgermeisterin Christina Schnitzler. Mit dem aktuell geringen Frauenanteil könne das nicht gewährleistet werden. Wichtig sei auch, dass Frauen, die sich für politische Ämter interessieren, von ihren Männern unterstützt werden. „Es müssen Freiräume geschaffen werden“, sind sich die Leutkircherinnen einig.

Bei der „Bora“-Veranstaltung im Bocksaal werde es „nicht zu politisch“ zugehen, verspricht Sofie Weiler. Es gehe eher darum, das Interesse der Frauen zu wecken. Nach einer Begrüßung von Sofie Weiler und einem Grußwort von Christina Schnitzler ist ein Impulsvortrag von Christine Abele-Aicher unter dem Titel „Einmischen erwünscht – Inge Aicher-Scholl: Mitwirken mit Wirkung“ vorgesehen. Anschließend stehen kurze Interviews mit politisch engagierten Frauen sowie Frauen aus dem öffentlichen Leben auf dem Programm. Moderiert wird die Talkrunde von SZ-Redakteurin Marlene Gempp.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen