Frühbarocke Musik begeistert in der Galluskapelle

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 Das Ensemble „sed formosa“ beim Musizieren frühbarocker Werke in der Galluskapelle.
Das Ensemble „sed formosa“ beim Musizieren frühbarocker Werke in der Galluskapelle. (Foto: Schöllhorn)
Otto Schöllhorn

Eine wahre Perle haben sich die Veranstalter von „Musik auf dem Weg“ in der erntedankgeschmückten Galluskapelle zum Abschluss der diesjährigen musikalischen Reihe aufgehoben: Frühbarocke Musik ausschließlich deutscher Komponisten, gespielt vom Ensemble „sed formosa“.

Es handelt sich um eine Gruppe von Musikern aus dem süddeutschen Raum, die sich der historischen Aufführungspraxis verschrieben haben und in dessen Zentrum immer das historische Blasinstrument Zink steht.

Mit der Canzon à 4 von Johann Staden begann das Konzert, Truhenorgel und Gambe übernahmen als Continuo Instrumente die Grundstimmen und das musikalische Gerüst, aus dem sich der sinnliche Zinkklang geradezu heraus schwang und den Kapellenraum begleitet von Verzierungen der Barockvioline geradezu nach oben hin füllte. Innig erklang der Bittgesang „O clemens, o mitis“ von Dietrich Buxtehude (1637-1707), dessen Vokalteil von der Sopranistin Judith Adamietz mit heller klarer Stimme vorgetragen wurde, in Verbindung mit einem faszinierenden Wechselspiel mit Echoeffekten zwischen Stimme und Zink. Nach einer weich fließenden Einleitung der Sonata seconda à 3 von Gottfried Finger steigerte sich das Melodienspiel zwischen Violine und Gambe in ein heiteres, strahlendes Musizieren, bei dem die beiden Instrumente über einem figurierten Generalbass eigenständig und auch solistisch konzertierten.

Ein herausragender Komponist dieser Zeit war auch Johann Rosenmüller, dessen Vokalwerk „Vulnera Jesu Christi“ die Zuhörer berührte, wie auch die folgende Sonata seconda à 2 mit ruhig fließenden Sätzen, in denen die Violine die Melodieführung übernahm und vom Zink mit seinem eigenen Bläserklang begleitet wurde. Oftmals überraschen gerade Werke unbekannter Komponisten, wozu auch das Vokalwerk „O dulcis Jesu“ des Mönchs und Komponisten Felician Schwab aus Weingarten gehört. Zum Abschluss erklang der Lobpreis „Laudate pueri“ von Nicolaus Adam Strungk, dessen Text, voran die Schlussphase „Gloria patri“ von der Sängerin mit spannungsvoller Artikulation mitreißend jubilierend interpretiert wurde.

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