Festival-Gelände gesucht

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Sie wollen auch in diesem Jahr das Allgäus Finest Festival veranstalten: die Mitglieder des Vereins Allgäus Finest.
Sie wollen auch in diesem Jahr das Allgäus Finest Festival veranstalten: die Mitglieder des Vereins Allgäus Finest. (Foto: Fotos: privat)
Teresa Winter

Sie wollen die Jugendkultur im Allgäu fördern: Acht Freunde aus der Region, die das beliebte Allgäus Finest Festival veranstalten. Einmal im Jahr treffen sich Partybegeisterte, um gemeinsam auf einer Wiese an der Argen zwischen Leutkirch, Isny, Wangen und Kißlegg zu feiern. Mehr als 1000 Besucher kamen im vergangenen Jahr – trotz strömenden Regens. Seit drei Jahren gibt es die Veranstaltung. Dieses Jahr soll sie zum ersten Mal an zwei Tagen stattfinden.

Angefangen hatte alles 2013. „Aus Langeweile kam ich nach dem Abi auf die Idee, ein Open Air zu machen“, sagt Marco Schmidt aus Argenbühl.

Er fragte bei der Gemeinde an, suchte nach einem passenden Grundstück. Mit Erfolg. „Ich kannte den Wiesenbesitzer“, erzählt Schmidt. Mit zwei weiteren Freunden kümmerte er sich um die gesamte Organisation. „Wir wollten regionale Künstler haben“, sagt der 25-jährige BWL-Student.

Etwa 400 Leute kamen zum ersten Allgäus Finest Festival. „Es war ein cooles Open Air“, sagt Schmidt. Den Namen der Veranstaltung erklärt er so: „Wir wollen das Augenmerk auf die besten Künstler aus dem Allgäu legen, auf Allgäus Finest eben.“ Und weil die Vorbereitungen für das erste Open Air so viel Spaß gemacht hatten, gab es eine Wiederholung im nächsten Jahr. Außerdem wurden Partys mit regionalen Künstlern in Leutkirch und Umgebung organisiert. 600 Feierfreudige kamen 2014 zum Festival. Neben den regionalen Künstlern wurde zum ersten mal ein bekannter Hauptact gebucht.

Immer mehr Leute, ein immer größer werdendes Festival: „Es wurde zu viel, und für uns drei fast nicht mehr machbar“, sagt Schmidt. Deshalb holte er weitere Freunde mit ins Boot. 15 Mitgliedern waren es schließlich, die 2014 den Verein „Allgäus Finest“ gründeten. Ein Verein für Kunst und Jugendkultur im Allgäu. „Wir wollten eine Plattform für junge Erwachsene schaffen, die sich aktiv an größeren Veranstaltungen beteiligen möchten“, sagt Rene Bischofberger aus Kißlegg.

Mittlerweile hat der Verein etwa 50 Mitglieder. Sie alle helfen beim Allgäus Finest Festival mit. Schmidt, Bischofberger und sechs weitere Freunde aus Isny, Wangen, Ulm und Leutkirch sind die Hauptorganisatoren des Open Airs. Neben dem Festival veranstalteten sie jährlich zwischen zehn und 15 Partys in der Region.

„Wir machen das alles ehrenamtlich“, sagt Tobias Pflug aus Leutkirch. Um so trauriger sei es, dass das diesjährige Festival am 5. und 6. August auf der Kippe steht. Der Grund: Ein Naturschützer meldete sich wegen des bisherigen Geländes an der Argen beim Umweltamt. „Wir müssten nun ein teures Gutachten erstellen lassen, das wir uns nicht leisten können“, erklärt Schmidt.

Dabei gab es in den vergangenen Jahren bereits ein Gutachten, das das Allgäus Finest-Team auf eigene Kosten erstellen ließ. „Das reicht jetzt aber plötzlich nicht mehr aus“, sagt Schmidt. Das Schlimme daran: Die Planungen für das diesjährige Open Air laufen bereits.

Genehmigungen beim Landratsamt wurden angefragt, sämtliche Sponsoren gesucht, Geländepläne erstellt, Bookings mit regionalen und überregionalen Künstler getätigt. Alles um sonst?

„Nein, wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagen die Freunde. Deshalb suchen sie nun nach einem neuen, mindesten einem Hektar großen Festival-Gelände. „Wichtig ist uns dabei, dass es erweiterbar ist. Denn wir suchen etwas langfristiges und möchten stetig größer werden“, sagt Pflug. Ihre Hoffnung setzen die Allgäuer dabei auch auf eine Stadt oder eine Gemeinde, die ihr Engagement schätzt und unterstützt.

„Eine Wiese am Waldrand, so dass sich das Allgäu auf dem Platz widerspiegelt, das wäre ideal“, ergänzt Geländemanager Bischofberger. „Bei uns steckt nämlich auch ein grüner Gedanke hinter unserem Projekt“, fährt er fort. Der 24-Jährige verspricht: „Wir verlassen das Gelände immer wieder so, wie wir es vorgefunden haben. Sauber und ohne Schäden. Deshalb gab es bisher auch nie Probleme.“ Auf Glasflaschen und Einwegbecher wird verzichtet. „Wir nehmen Mehrwegbecher“, so Bischofberger weiter.

Das neue Gelände sollte wieder irgendwo zwischen Leutkirch, Wangen, Kißlegg und Isny sein. „Irgendwo, wo es auch mal zwei Tage lang etwas lauter sein darf“, sagt Schmidt. Bis Mitte April wollen sie mit ihrer Standort-Suche erfolgreich sein, richtig loslegen können. Auch mit der Sponsoren-Suche. Denn neben der Musik liegt Geländemanager Bischofberger vor allem die Dekoration am Herzen. Hängematten, Strohballen, Holz und Fallschirme - „Die Liebe zum Detail ist das, was zählt“, sagt er. Auch eine eigene Festival-Währung gab es im vergangenen Jahr. Und natürlich regionale Speisen und Getränke.

Hunderte von Stunden arbeiten die Freunde jährlich, neben Job und Studium, für ihr Allgäus Finest Festival. Warum? „Wenn das Open Air stattfindet, weiß man, warum man Zeit, Geld und Nerven investiert hat“, sagt Schmidt.

Wer ein Gelände für das Allgäu Finest-Team zur Verfügung hat, kann sich bei Geländemanager Rene Bischoffberger, Telefon 0176/23615358 melden. Fragen zum Sponsoring beantwortet Tobias Pflug, Telefon 0176/96638955, sonstige Fragen Marco Schmidt, Telefon 0152/54632062.

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