FDP-Kandidaten stellen ihr Programm vor

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 Die Kandidatenvorstellung der FDP hatte zwar viel Inhalt, allerdings kamen nur wenige Bürger um es zu hören.
Die Kandidatenvorstellung der FDP hatte zwar viel Inhalt, allerdings kamen nur wenige Bürger um es zu hören. (Foto: Hans Reichert)
Hans Reichert

Drei Kandidaten, Daniel Gallasch (Kreistag), Ralf Sauer (Gemeinderat Leutkirch und Kreistag) und Markus Helfenstein (Gemeinderat Aitrach und Kreistag) hätten so vieles an den Mann oder an die Frau bringen wollen, aber nur wenige Besucher gesellten sich zum Tisch in der Nische der Bahnhofsgaststätte Barfüßer.

Berufspilot Ralf Sauer möchte als Gemeinderat den Straßenlärm bekämpfen. „Beim Schwerlastverkehr in der Kemptener Straße ist nichts gemacht, die Umgehungstrasse nicht weiterverfolgt worden,“ da gäbe es noch viel zu tun. Wie in seinem Heimatland Nordrhein-Westfalen möchte die FDP auch ein Schulfach „Wirtschaft“ haben, denn „sonst werden die jungen Leute ins Leben entlassen, unterschreiben Miet- und Handyvertrag ohne je was von Vertragsrecht gehört zu haben.“

Die Schulen des Kreises liegen Daniel Gallasch besonders am Herzen. Als Mitglied des Kreistags kennt er die Herausforderungen der Sanierung und Ausstattung der Berufsschulen. Den Neubau des Landratsamts Ravensburg mit geschätzten einhundert Millionen Kosten haben er und seine Fraktion abgelehnt und eine Schuldenobergrenze für den Kreis durchgesetzt. Das „Innenleben“ der Schulen, sprich die Digitalisierung ist ihm wichtiger. Die Bildungsangebote der Berufsschulen zusammen mit der dualen Handwerkerausbildung sollen junge Leute ermutigen Handwerksberufe zu lernen. Die Digitalisierung als Bürgerdienstleistung auszubauen ist seiner Fraktion wichtiger als ein großes neues Gebäude.

Markus Helfenstein setzt sich für ein intelligentes Konzept für den Nahverkehr ein. „Das sollte über eine App laufen,“ was weniger gefahrene Kilometer und weniger Fahrzeuge bedeuten würde. Eine Software berechnet die Route nach einer Anforderung. Der Kunde bekommt ein besseres Mobilitätsangebot und die Kosten für Mensch und Umwelt sind geringer. „Wenn wir nicht mehr Digitalisierung bekommen, geht die Jugend in die Metropolen“, was negative Auswirkungen für den in der Region heimischen Mittelstand haben würde. „Wir brauchen mehr Digitalisierung, eben auch bis zur letzten Milchkanne!“

Alle drei betonten den Wert des Naturschutzes. Markus Helfenstein hat in Aitrach die Aktion „Aitrach brummt“ ins Leben gerufen. „Wir haben jetzt tausende Quadratmeter Land bienenfreundlich gestaltet!“ Das ist dem Hobbyimker und Internetunternehmer in seiner Wahlheimat Aitrach wichtig. Die Natur und die Landschaft unserer Region sind eben auch ein Standortfaktor, der die jungen Leute vom Wegzug in die Ballungsräume abhält.

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