Etwa 400 Teilnehmer bei Leutkircher Klimaschutzdemo

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Redakteur Leutkirch

Etwa 400 Schüler sind am Freitagvormittag in einer Demonstration vom Bahnhof durch die Innenstadt zum Kornhausplatz gezogen. Dort fand anschließend eine Kundgebung mit Reden von einzelnen Schülern statt. Im Rahmen der internationalen „Fridays for Future“-Bewegung setzen sich Jugendliche für einen besseren Klimaschutz ein.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ - mit diesem Slogan zogen die, laut Schätzung der Polizei etwa 400 Demonstrationsteilnehmer, um elf Uhr vom Bahnhof aus lautstark auf den Kornhausplatz. Neben einzelnen Erwachsenen nahmen an der von Schülern organisierten Demonstration hauptsächlich Schüler teil, die dafür die Schule schwänzen mussten (SZ berichtete). „Wir haben nur eine Welt“, „Klimaschutz ist Nächstenliebe“, „Das Klima ist aussichtsloser als unser Mathe-Abi“, „Wir werden Seen - Kletscher nimmt den Klimawandel gelassen“ oder „There’s no Planet B“ – viele der Schüler sind mit entsprechenden Plakaten und Transparenten gekommen.

Wille nach Veränderung

Unter den jugendlichen Demonstranten war auch die 14-jährige Leonie. Sie war dabei, weil ihr der Klimaschutz wichtig sei. „Und weil wir unbedingt etwas verändern wollen. So kann es nicht weitergehen“, sagte die Schülerin kurz bevor sie sich mit dem Zug Richtung Innenstadt in Bewegung setzte. „Wir wollen uns Gehör verschaffen und mit einem Streik ist das besser möglich“, so die 15-jährige Luisa zu ihrer Motivation, an der Demonstration teilzunehmen. Sie möchte damit unter anderem erreichen, dass die Politik sich an beschlossene Vereinbarungen für einen besseren Klimaschutz auch hält.

400 Schüler demonstrieren in Leutkirch
Leutkirch - „Fridays for Future“ zieht auch in Leutkirch Hunderte Schüler die Straße. Trotz schlechten Wetters beteiligten sich Hunderte an der Kundgebung.

Auf dem Kornhausplatz angekommen, folgten Reden einzelner Schüler. Etwa von der 18-jährigen Luisa von der Geschwister-Scholl-Schule, die auch im Leutkircher Jugendgemeinderat aktiv ist. Sie appellierte an die Jugendlichen, dass auch sie selbst als Konsumenten eine Verantwortung hätten: „Natürlich ist es richtig wichtig, dass wir heute hier sind und demonstrieren. Aber ich finde, wir müssen uns genauso selber an die Nase packen und schauen, dass wir schon daheim im Kleinen anfangen, etwas gegen den Klimawandel zu tun.“ In ihrer Rede konzentriert sie sich anschließend auf die klimaschädlichen Folgen, die die Fleisch-Produktion laut ihren Ausführungen mit sich bringt.

Keine Demo nächsten Freitag

Eine weitere Jugendliche, die auf dem Kornhausplatz eine Rede hielt, war Charlotte, die in die 12. Klasse des Isnyer Gymnasiums geht. Sie rief dazu auf, die Klimakrise auch als solche zu behandeln und zu benennen. Nur so könne man sie lösen. Und man müsse sich beeilen, da die Zeit für mögliche Lösungen davonläuft. Neben Schülern hielte auch der Leutkircher Stadtrat Gottfried Härle eine Ansprache auf dem Kornhausplatz. Er kritisierte unter anderem den späten Kohleausstieg sowie die hohen Subventionen für die konventionelle Landwirtschaft. Außerdem nutze er die Möglichkeit, direkt an die Jugendlichen zu appellieren: „Ihr seid diejenigen, die unsere Politiker immer wieder wachrütteln müsst.“ Nach Schätzungen der Polizei, waren bei der Kundgebung selbst noch etwa 100 Teilnehmer vor Ort. Insgesamt seien die Demonstration und die anschließenden Kundgebung aus ihrer Sicht „problemlos verlaufen“.

Auch die jugendlichen Organisatoren waren mit dem Verlauf und der Teilnehmerzahl zufrieden – vor allem angesichts des regnerischen Wetters, wie Maja Ege vom Organisationsteam nach der Kundgebung erklärt. Am nächsten Freitag werde es laut ihr zwar definitiv keine Demonstration geben, aber eventuell in ein paar Wochen wieder.

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