Erneut totes Kalb bei Leutkirch gefunden

 Erneut wurde in der Region rund um Leutkirch ein totes Kalb gefunden, dieses Mal bei Friesenhofen (Symbolbild).
Erneut wurde in der Region rund um Leutkirch ein totes Kalb gefunden, dieses Mal bei Friesenhofen (Symbolbild). (Foto: Karl-Josef Hildenbrand)
Schwäbische.de
Redakteur

Wie die Polizei berichtet, wurden am Sonntag zwei tote Tiere in einer unwegsamen Böschung entlang des Riedwegs zwischen Friesenhofen und der Abzweigung zum Emerlander Weiher gefunden. Es ist nicht der erste grausige Fund dieser Art in der Region rund um Leutkirch. Ähnliche Funde wurden in diesem Jahr bereits bei Aichstetten, Arnach, Reichenhofen und Haidgau gemacht.

Bei den beiden nun bei Friesenhofen von einem Zeugen gefundenen toten Tieren handelt es sich demnach zum einen um ein junges Kälbchen. Das andere tote Tier konnte aufgrund der unzugänglichen Örtlichkeit bislang noch nicht zweifelsfrei identifiziert werden. Wer die Tiere dort entsorgt hat, ist laut Polizei derzeit unklar.

Täter droht lediglich Bußgeld

Strafrechtlich gesehen geht es bei dieser Art der „Entsorgung“ um keine große Sache. Alles, was dem oder den Tätern droht, sollten sie ermittelt werden, wäre ein Bußgeld. Eine derartige unzulässige Entsorgung in der Natur stellt einen Bußgeldtatbestand nach nationalem Recht dar, die Höhe des Bußgeldes richtet sich nach Art, Schwere und Anzahl der festgestellten Verstöße“, erklärte Julia Moosherr, Pressesprecherin des Landratsamtes Ravensburg, Mitte Mai anlässlich der bis dahin letzten Funde bei Haidgau.

Dass das Landratsamt hier die zuständige Stelle ist, liegt daran, dass mit dem Veterinäramt eine Behörde des Landkreises maßgeblich in die Ermittlungen mit eingebunden ist. Gefragt nach den möglichen Beweggründen hinter solchen Fällen, erklärte Moosherr: „Vorstellbar wäre beispielsweise, dass ein Landwirt die Anzahl tot geborener Kälber oder nach der Geburt verendeter Kälber verschleiert, um einer Kontrolle seines Betriebes durch das Veterinäramt zu entgehen“.

Landratsamt spricht von „Einzelfällen“

Bei neugeborenen Kälbern oder noch nicht mit Ohrmarken gekennzeichneten Kälbern könne dies praktisch nicht über das entsprechende elektronische System ermittelt werden. Bei älteren, gekennzeichneten Tieren dagegen schon.

Moosherr sprach dabei explizit von „Einzelfällen“, die nicht repräsentativ für die Landwirte im Landkreis seien. Die absolute Mehrheit der hier ansässigen Landwirtinnen und Landwirte würden eine vorbildliche Tierhaltung betreiben. Dennoch habe es in den vergangenen fünf Jahren „mehrere Fälle von abgelegten Kälbern im Landkreis“ gegeben.

So laufen die Ermittlungen

Die Ermittlungsansätze seien bei solchen Funden von Fall zu Fall unterschiedlich, so eine Sprecherin der Polizei. Denkbar seien unter anderem Nachbarschaftsbefragungen und Presseaufrufe, regelmäßige Kontrollen von Gehöften sowie Recherchemöglichkeiten über vorhandene Ohrmarken.

Läuft alles regulär ab, werden tote Tiere – wie etwa tot geborene oder nach der Geburt verendete Kälber – durch die Tierkörperbeseitigungsanstalt in Warthausen (Landkreis Biberach) abgeholt. „Der Besitzer eines landwirtschaftlichen Nutztieres muss dort nur die Abholung anmelden“, so Moosherr.

In der Regel erfolge diese Anmeldung per Telefon. Ein Blick auf die Gebührensätze und Preise, die auf der Homepage der Anstalt in Warthausen zu finden sind, zeigt, dass zumindest der finanzielle Aspekt nicht wirklich das Motiv dafür sein dürfte, ein totes Kalb im Wald zu entsorgen: Die Abholung kostet lediglich 71 Cent.

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