Elobau-Beiratschef wird als liberales Vorbild geehrt

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 Jochen Haußmann, Vorsitzender der Reinhold-Maier-Stiftung (rechts), überreicht den Preis an Michael Hetzer aus Leutkirch.
Jochen Haußmann, Vorsitzender der Reinhold-Maier-Stiftung (rechts), überreicht den Preis an Michael Hetzer aus Leutkirch. (Foto: pm)
Schwäbische Zeitung

Die Ravensburger Bürgerinitiative „Im blauen Sessel“, der Beiratsvorsitzende des Leutkircher Sensorenherstellers Elobau, Michael Hetzer, und der Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl sind am Donnerstag mit dem Reinhold-Maier-Preis ausgezeichnet worden. Die Reinhold-Maier-Stiftung würdigt mit dem Preis, der erstmalig verliehen wurde, Menschen, die in ihrem Engagement oder in ihrem Beruf liberale Öffentlichkeit in besonderer Weise geschaffen, gewährleistet, geschützt oder gefördert haben.

Hendrik Groth, Chefredakteur der „Schwäbischen Zeitung“, betonte in seiner Begrüßung im Ravensburger Medienhaus, dass das Vertrauen in die Demokratie in den vergangenen Jahren immer mehr abnehme und es Debatten brauche, die gesellschaftliche Spielräume eröffnen können. Der Ravensburger FDP-Bundestagsabgeordnete Benjamin Strasser hob in diesem Zusammenhang die Integrationswirkung für unsere Gesellschaft durch Vorbilder für die liberale Öffentlichkeit hervor. Die Verleihung mache anhand der unterschiedlichen Preisträger deutlich, dass in einer Zeit, in der die liberale Öffentlichkeit in unserem Land massiv unter Beschuss ist und der öffentliche Raum und der Fortbestand der offenen Gesellschaft immer mehr unter Druck gerät, es für uns alle mehr denn je gilt, sich einzubringen und Vorbild zu sein für Dialogfähigkeit, Diskurs, Integration, Demokratie und Teilhabe.

Die Laudatio auf „Im blauen Sessel“ hielt Christopher Gohl, Mitglied des Verwaltungsrats der Reinhold-Maier-Stiftung. Er würdigte die Initiative, die „beispielhaft für so vieles, was wir bei der Reinhold-Maier-Stiftung mit unserem neuen Preis würdigen wollen“ stehe. Die Initiative „Im blauen Sessel“, die jährlich eine „philosophisch-literarische Salonnacht“ in Ravensburg veranstaltet, habe sich um die liberale Öffentlichkeit in verschiedenster Hinsicht verdient gemacht, sei es als Begegnungsort der zivilen Begegnung von Fremden, als Werkstätte besseren Zusammenlebens aller Bürgerinnen und Bürger, oder auch als Trainingsgelände sozialer Mobilität des Einzelnen.

Der FDP-Landtagsabgeordnete Jochen Haußmann, Vorsitzender der Reinhold-Maier-Stiftung, hob in seiner Laudatio Michael Hetzer als „ein Vorbild klugen Handelns, beständige Engagements und weitblickender Unternehmerverantwortung“ hervor. Als Geschäftsführer habe er das Leutkircher Unternehmen Elobau 2016 in eine Stiftung überführt, die sich für Umwelt- und Naturschutz, Nachhaltigkeit, Bildung und Integration einsetzt.

Der Ulmer Dekan Ernst-Wilhelm Gohl wurde von Ludger Möllers, Reporter „Seite Drei“ bei der „Schwäbischen Zeitung“, geehrt. Gohl werde mit dem Reinhold-Maier-Preis ausgezeichnet, weil er „maßgeblich dazu beigetragen habe, einen jahrelangen Streit in seiner Landeskirche im Sinne der Freiheit beizulegen“. Er habe erreicht, dass sich gleichgeschlechtliche Paare in öffentlichen Gottesdiensten segnen lassen können.

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