Ein Haifisch schwimmt durch die Festhalle

Lesedauer: 4 Min
 Ein durchaus seltener Anblick in der Festhalle: Großes „3D-Brillen-Publikum“, vorne stehtend der Referent Stephan Schulz.
Ein durchaus seltener Anblick in der Festhalle: Großes „3D-Brillen-Publikum“, vorne stehtend der Referent Stephan Schulz. (Foto: Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

Schon mit dem Beginn der Fotografie Mitte des 19. Jahrhunderts war von Anfang an die Stereoskopie, das Erstellen von zwei Bildern im Augenabstand, uneingeschränkt mit von der Partie: Das Anschauen der Stereobilder mit einem „Betrachter“ erzeugt mithilfe des menschlichen Gehirns einen verblüffenden Raumeffekt. Doch trotz großer Fortschritte bis hin zu digitalen 3-D-Projektionen, wie beispielsweise für die hochdekorierten Kinofilme „Avatar“ oder „Hugo Cabret“, nimmt die 3-D-Technik bis heute nur eine Nischenfunktion in der Fotografie ein.

Dennoch – oder gerade deswegen – war es eine gute Idee des Fotoclubs Kißlegg-Leutkirch, mit Unterstützung der Volkshochschule den Weltreisenden Stephan Schulz am Freitagabend zum alljährlichen Vortrag in die auch diesmal fast vollbesetzte Festhalle einzuladen: Gestützt auf enge persönliche Kontakte, stellte der Dresdener mit einmaligen Aufnahmen von Landschaften, Menschen, Fauna und Flora in zwei kontrastreichen Stunden nicht nur den faszinierenden Süden des afrikanischen Kontinents vor. Er blickte zudem mit spannenden und beeindruckenden Erzählungen und dem hautnah-verstärkenden 3-D-Effekt sehr intensiv hinter die Kulissen.

Konflikte nicht ausgeklammert

Von Anfang an klammerte der Referent nicht die Konflikte und Probleme in Südafrika aus – von seinem Start in den Townships von Kapstadt und seine Begegnungen mit Tierschützern über die bedrohte Kultur der Buschleute bis hin zur Plünderung von Fischbeständen im Malawi-See. Nicht nur schwarzmalend stellte Schulz dagegen auch Entwicklungen vor, die Anlass zur Hoffnung geben: Projekte zu Schulbildung und Landwirtschaft wie der Schutz der „Big Five“ für den Tourismus.

Mit außergewöhnlichen Bilder- und Filmaufnahmen, auch unter Wasser und mit räumlichen Reliefkarten, entführte er die gebannten Zuschauer zudem in einmalige Landschaften sowie Fauna und Flora des Schwarzen Kontinents. Neben verblüffenden Naheinstellungen, die einen Haifisch in die Festhalle hineinschwimmen ließen, konnte Schulz auch „die größten Tierereignisse der Welt“ vorstellen: Der riesige Sardinenschwarm an der Ostküste und seine Jäger, oder die Gnu-Wanderung in der Serengeti.

Dies alles veranlasste anhaltenden Schlussapplaus des Publikums. Dessen Eindrücke äußerten stellvertretend drei Stimmen – Thomas Anton aus Dettingen befand: „Beeindruckend und faszinierend, auch zur Demut bewegend und das Fernweh weckend“. Ulrike Reutlinger aus Enkenhofen sagte: „Gigantisch, sehr beeindruckend sind die Tier- und Landschaftsaufnahmen, vor allem die unter Wasser“. Und der „fast achtjährige“ Lennart Lindemann aus Arnach schwärmte: „Ich fand es schön, wie er es erklärt hat“.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen