Ein bunter Regenbogen schafft Verbindung

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 Schwungvolle Arbeit am Boden: Mit den Händen werden Pigmente und Acrylbinder aufgetragen und großflächig verteilt.
Schwungvolle Arbeit am Boden: Mit den Händen werden Pigmente und Acrylbinder aufgetragen und großflächig verteilt. (Foto: Sabine Centner)
Sabine Centner

„One Colour doesn’t make a rainbow“ – mit einem Workshop der Kunstschule Sauterleute ist am Freitagnachmittag der Weltfrauentag in Leutkirch eröffnet worden.

Nein, eine Farbe macht in der Tat (noch) keinen Regenbogen, aber wenn gut zwei Dutzend Frauen zusammenkommen, viele von ihnen mit Migrationshintergrund, und mit Begeisterung und Schwung großflächige Bilder gestalten, dann spannt sich ganz schnell ein farbenprächtiger, symbolträchtiger Bogen übers gemeinsame Tun.

Ein engagiertes Team

Es war eine Premiere, und man darf sie gelungen nennen: Erstmals hat sich Leutkirch am Internationalen Tag der Frauen beteiligt, erstmals hat ein engagiertes Team um die Integrationsbeauftragte der Stadt, Anita Mutvar, ein zweitägiges Programm von Frauen (nur) für Frauen auf die Beine gestellt, finanziell gefördert vom Bundesprogramm Demokratie leben, der Kreissparkasse Ravensburg und der Volksbank Allgäu-Oberschwaben.

Und schon die erste Veranstaltung, der Kunst-Workshop am Freitagnachmittag, machte deutlich: Das Angebot zieht. Bis aus Ravensburg waren Frauen gekommen – die einen einfach, „um mal wieder zu malen“, die anderen „aus Neugier und wegen des Titels“ oder „um gemeinsam etwas zu gestalten“, wie sie ihre Motive beschrieben.

Erst das Handwerk, dann die Kunst

Doch vor der Kunst steht das Handwerk: Zunächst hieß es, Keilrahmen zusammenbauen, Leinwände schneiden und an die Rahmen tackern, was durchaus eine gewisse Fingerfertigkeit verlangt. Dann, zum Schutz vor Farbklecksen gut verpackt in Kittel und Schürzen, ging es ans Gestalten. Hände in Einweghandschuhen verteilten Pigmente und Acrylbinder auf der Leinwand und vermischten sie genüsslich zu leuchtenden Flächen. „Arbeitet mit Schwung aus den Schultern“, ermutigte Kunstschulleiterin Elisabeth Sauterleute, „schafft Bewegung und Übergänge von einem Bild zum nächsten.“

Bunt, wild, farbenfroh

Organisch ineinander übergehen sollten die Regenbogen, bunt, wild und farbenfroh. Aufgabe gelöst: Nach gut drei Stunden blickten die Frauen zufrieden auf ihre Werke. Mitnehmen durften sie sie allerdings (noch) nicht: Am Samstag schmückten die Arbeiten zunächst einmal den Bocksaal beim zweiten Tag des Frauenprogramms.

Worin sie sich aber schon am Freitag einig waren: „Ein tolles Angebot zum Weltfrauentag“. Und dass so viele Frauen mit ausländischen Wurzeln dabei waren, freut besonders Anita Mutvar: „Die künstlerische Betätigung kann Brücken schlagen – auch dort, wo sprachliche Verständigung noch nicht so gut klappt.“

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