„Eigentlich sind wir eine Partnervermittlung“

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Als Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt hatte Carmen Scheich zum Jahrestreffen des Familienbündnisses Leutkirch eingeladen und konnte etwa 25 Personen, überwiegend Frauen, begrüßen. Vor allem Partner sind am Montagabend ins Rathaus gekommen. Bürgermeisterin Christina Schnitzler, die kurz nach ihrem Amtsantritt vor zwei Jahren, die Gründung miterleben hat, gab sich erfreut und überrascht, „was seither alles auf die Beine gestellt worden ist“. Dankbar sei sie, dass es dank des Programms Demokratie leben und den vielen örtlichen Sponsoren ein gutes finanzielles Polster gebe.

Aus einer Vielzahl an Projekten und Veranstaltungen seien vor allem die beiden Treffpunkte im katholischen Kinder- und Familienzentrum St. Vincenz am Oberen Graben und der Sonnentreff in der Gerbergasse hervorzuheben. „Ein Bündnis ist nichts Statisches“, so Schnitzler, „es lebt davon, dass sich im Inneren viel tut. Eigentlich ist es eine Partnervermittlung. Wir bringen Familien und entsprechende Angebotsanbieter zusammen. Das ist unsere Hauptaufgabe.“

Dann konnten die Besucher sehen, was im letzten Jahr alles an Partnervermittlung gelaufen ist. Der Sonnentreff in der Gerbergasse wurde erweitert und renoviert. Unter anderem Krabbelgruppen und der interkulturelle Treff finden darin regelmäßig statt. Auch die Angebote des katholischen Kinder- und Familienzentrums in der Kindertagesstätte St. Vincenz am Oberen Graben gehören dazu. Hierzu zählen unter anderem Sprachkurse für Eltern, Erziehungskurse für junge Paare, Vorlesetage und auch der erfolgreiche Leutkircher Schenktag, der vor Kurzem seine Premiere im Gemeindehaus hatte und auch 2019 wieder angeboten wird. Bei diesem sei ganz deutlich geworden, „dass Altersarmut bei uns durchaus eine Rolle spielt“. Projekte wie die Dibit-Teestunde oder die Also-Vespertafel gehören genauso unter das Dach des „Familienbündnisses Leutkirch“ wie Kleinkinderbetreuung, das Angebot an Tagesmüttern und die Projekte mit der Bundesagentur für Arbeit.

Zum Thema Arbeit sprach Katharina Franken, die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsplatz ein paar Worte. Sie mache sich stark für eine klischeefreie Berufswahl, für Männer, die Teilzeitstellen suchen, für Umschulungen und Weiterbildungen und vor allem für mehr Selbstbewusstsein bei den Frauen. 2019 soll der Themenschwerpunkt die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sein. Franken und Scheich wollen hierfür die örtlichen Arbeitgeber sensibilisieren und ins Boot holen. Franken wünsche sich vor allem, „dass Frauen sich trauen zu kommen und kostenlos beraten zu lassen“, so Franken, die zusammen mit Carmen Scheich schon in der Planung für einige Projekte für 2019 steht, „es lohnt sich.“

Pamela Löffler und Cornelia Stotz konnten als Besucherinnen dann noch ein Anliegen vorbringen. Die bespielbare Stadt liegt ihnen sehr am Herzen. Als junge Familien würden sie am Wochenende immer wieder in die Nachbarstädte nach Kisslegg oder Wangen fahren, um die dortigen Angebote zu nutzen. Ein spannender Spielort, auf der Wilhelmhöhe oder anderswo in der Stadt wäre ein großer Wunsch und ihnen wichtig. Es müssten keine riesigen Spielplätze sein, ein Klettergerüst hier oder ein paar gespannte Seile dort, würden vermutlich schon ausreichen. Schnitzler versprach, dieses Thema „nochmals mitzunehmen“ und signalisierte die Bereitschaft der Stadt, Überlegungen hierzu anzustellen. „Der Wunsch ist bekannt“, so die Bürgermeisterin weiter, „die Liste der Wünsche aber lang.“ Trotzdem gäbe es stets Überlegungen von Seiten der Stadt, wenn Bürger mit konkreten Wünschen und Aktionen kämen.

„Die kleinen Schritte sind wichtig“, so Carmen Scheich zum Abschluss, „wir müssen im Gespräch bleiben, uns treffen und das gemeinsame Dach bilden.“ Bei Häppchen und Getränken fanden die Anwesenden dann direkt Zeit dafür.

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