DRK begleitet Menschen mit Handicaps

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 Die Reisegruppe am Hafen von Rohrschach mit den DRK-Betreuerinnen Ingrid Menig, Marlene Müller und Elvira Neumann.
Die Reisegruppe am Hafen von Rohrschach mit den DRK-Betreuerinnen Ingrid Menig, Marlene Müller und Elvira Neumann. (Foto: Carmen Notz)
Carmen Notz

Seit rund 15 Jahren bietet das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Tagesfahrten als auch mehrtägige Reisen mit dem Bus für Menschen mit Handicaps an. Geschulte Betreuer vom DRK begleiten die Gruppe, ab und zu ist Ingrid Menig dabei, die die Ausflüge in der DRK-Geschäftsstelle organisiert und immer neue Ideen hat.

„Wir haben bei unseren Reisen viele Stammgäste. Man kennt die Leute mit Namen und viele kennen sich auch untereinander. Wir bekommen feedback, was gut war oder was man besser machen kann“, sagt Ingrid Menig und begrüßt herzlich einige Teilnehmer. Auf Wunsch werden die Leute zu Hause abgeholt, auch die Rollatoren werden verladen. Das Programm ist so gestaltet, dass immer und überall genug Zeit ist und keine Hektik entsteht. Manche sind gehbehindert oder atmen schwer und können nicht schnell agieren. Allen wird beim Aus- und Einsteigen geholfen.

Erfahrene Betreuerinnen

Kürzlich führte eine Tagesfahrt auf die Schweizer Seite des Bodensees nach Rohrschach und von dort mit der Zahnrad-Bergbahn hinauf zum Kurort Heiden auf 800 Meter Höhe. Mit dem Busunternehmen Schüle und Fahrer Gustl Abler, der erst kürzlich mit einer DRK-Reisegruppe in Südfrankreich war, ging es von Isny nach Leutkirch und Wangen, wo die fast 40 Teilnehmer zustiegen. Als DRK-Betreuerinnen waren Marlene Müller aus Wangen und Elvira Neumann aus Neuravensburg dabei. Müller hat viel Erfahrung, sie begleitet Reisen seit 13 Jahren, Neumann etwa fünf Jahre. Beide verteilten Getränke im Bus, fragten oft nach, ob sich alle wohlfühlen, ob etwas fehlt. Ingrid Menig gab Details der Tagesfahrt bekannt und nahm das Mittagsessen auf, um es dem Hotel vorab zu melden.

Bei einer Pause vor Lindau gab es Kaffee, von Gustl persönlich zubereitet und eingeschenkt. Dazu verteilen die drei „DRK-Engel“ Butterbrezeln, die sie schon morgens besorgt hatten. In Rohrschach angekommen, wurde die Wartezeit auf den Zug nach Heiden mit Musik verkürzt. Ein Piano stand am Hafen und Ingrid Menig als Organistin ließ es sich nicht nehmen, ein Stück zu spielen. Begleitet wurde die Gruppe auch von einer Leutkircherin, die mit der Quetschkommode immer wieder aufspielte, sogar in der Zahnrad-Bergbahn.

In Heiden ging es gemütlich zum Traditions-Hotel „Linde“, wo im wunderschönen Biedermeier-Saal das Mittagessen sowie später die Kaffeestunde stattfand. Die DRK-Begleiterinnen schauten immer nach dem Rechten, redeten mit den Teilnehmern, sodass jeder einen gemütlichen Plausch am Tisch hatte. Manche sind zum ersten Mal dabei, manche alleinstehend und froh, eine Gruppenreise mit Betreuung und Ansprechpartner machen zu können.

Höhepunkt und passend zu einer DRK-Reise war der Besuch mit Führung im Henry-Dunant-Museum in Heiden. Dunant wurde 1828 in Genf geboren, sein Lebenswerk ist die Gründung des Roten Kreuzes, das heute in 130 Staaten mit rund 250 Millionen Mitglieder vertreten ist. Die Schlacht bei Solferino mit unzähligen Toten und Verletzten, veranlasste ihn, Hilfe für Verletzte zu organisieren, egal ob Feind oder nicht.

Bei der Rückreise wurde nochmals kräftig im Bus gesungen und alle kamen mit glücklichen Gesichtern und vielen Eindrücken zurück ins Allgäu.

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