„Die Martinskirche ist eine Kirche von Leuten für Leute im Heute“

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 Ein außergewöhnlicher Anblick im Jubiläumsjahr der Martinskirche: Dekan Ekkehard Schmid feiert mit 14 Konzelebranten die Heilig
Ein außergewöhnlicher Anblick im Jubiläumsjahr der Martinskirche: Dekan Ekkehard Schmid feiert mit 14 Konzelebranten die Heilige Messe. (Foto: Karl-Heinz Schweigert)
Karl-Heinz Schweigert

Es ist ein großes, rundes Jubiläum: Vor 500 Jahren wurde die Pfarrkirche St. Martin geweiht. Am Dienstag hat die Katholische Kirchengemeinde Leutkirch dies feierlich begangen.

„Die Martinskirche ist eine Kirche von Leuten für Leute im Heute.“ Mit diesem Satz hat Ekkehard Schmid in seiner Predigt beim Festgottesdienst am Abend „nicht nur ein nettes Wortspiel gemeint, sondern ein Gebäude beschrieben, das zu dieser Gemeinde mit Allen passt, die sie lebendig und glaubwürdig machen“. So blieb für den Dekan des Dekanats Allgäu-Oberschwaben zunächst das Gotteshaus „in einem halben Jahrtausend im Großen und Ganzen und trotz aller Umbauten das Alte“.

Dabei erinnert ihn die „breit hingelagerte Martinskirche auch an eine Glucke, unter deren Federn die Küken schlüpfen können“. „Mit dem Blick nach vorne“ sieht Schmid aber zudem ein Beispiel für neugeschaffenen, einladenden Freiraum im hinteren Teil des Kirchenschiffes mit der von Sara Opic geschaffenen Skulptur, die eine zuhörende, weibliche Kirche auf Augenhöhe verkörpere.

Für Ekkehard Schmid gehört das Progressive und das Konservative zusammen, beides so, „dass dadurch weder eine Lähmung noch eine Spaltung, sondern im Idealfall eine Bewegung entsteht“. Zentraler Punkt an dem alle Christen Eucharistie feiern ist dabei der Altar, dessen Aufgabe mit „dem schönsten Satz im Messformular der Kirchweihe“ beschrieben wird: „Hier lenkst du unseren Blick auf das himmlische Jerusalem.“

Für den Prediger „mag und muss ein Jubiläum, wie die Kirche insgesamt, ein Phonograph sein, der Geschichte in Erinnerung ruft und sie neu erzählt“. So sei es „eine schöne Geste“, dass alle ehemaligen Seelsorger und Mitarbeiter eingeladen wurden. In großer Zahl anwesend „lassen sie so die jüngsten Kapitel der Leutkircher Kirchengeschichte wieder lebendig werden“.

Ihnen und Dekan Schmid galten am Ende des Festgottesdienstes die Dankesworte von Pfarrer Karl Erzberger, wie auch den liturgischen Diensten, dem Mesner und den Ministranten, sowie Regionalkantor Franz Günthner und Matthias Haslach, die mit virtuosem Orgelspiel und Piccolo-Trompetensolo für die feierlich musikalische Gestaltung sorgten.

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