Die katholische Kirche hat „zwei Lungenflügel“

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Pater Schneider, Pfarrer Erzberger und der Sergius-Chor feiern Gottesdienst im ostkirchlichen Ritus.
Pater Schneider, Pfarrer Erzberger und der Sergius-Chor feiern Gottesdienst im ostkirchlichen Ritus. (Foto: Karl-Heinz Schweigert)
Schwäbische Zeitung
Karl-Heinz Schweigert

Ikonen von Jesus und Maria und brennende Kerzen an den Treppen zum Chor der Martinskirche, eine schweigende Orgel und ein festlich bedeckter Altar: In ungewohnter Form wurden die zahlreichen Gläubigen am Samstagnachmittag in der Martinskirche empfangen, um mit den Zelebranten Pater Michael Schneider und Pfarrer Karl-Erzberger sowie dem Sergius-Chor aus Weingarten einen Gottesdienst im ostkirchlichen Ritus zu feiern.

„Dies ist seit mindestens aus dem 4. Jahrhundert die Urform der Heiligen Messe“, so der Jesuitenpater in seiner Predigt: „Mit der römischen und griechisch katholischen Kirche gibt es bis heute ‚zwei Lungenflügel‘, wobei letzterer sehr dem Ritus der Orthodoxie ähnelt“. Dieser verzichtet auf eine Orgel zur Begleitung der Gesänge, deren Stimmführung Solisten oder ein Chor übernehmen.

Intensiver Dialog

Unter Leitung von Alfred Löscher füllte der Sergius-Chor mit mehrstimmigen Liedern in deutscher und slawischer Sprache sowie Psalmen der Basilius-Liturgie im intensiven Dialog mit den Zelebranten das Gotteshaus. Dabei sind die häufigen Wiederholungen eine Steigerung, das Singen einer schönen Melodie „das Wort von innen her, mit dem Herzen“, wie Pater Schneider erklärte. Mit dem Weihrauch bittet der Priester: „Jetzt musst Du, Gott helfen“ und der festliche Schmuck soll ein Stück Himmel auf Erden ausdrücken. Bei der Kommunion werde der Taufname genannt, um damit die persönliche Verbindung zu Jesus zu zeigen. Schließlich soll das Essen des Brotes „Wegzehrung zum ewigen Leben sein“.

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