Die Hitze und ihre Auswirkungen auf die Region

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Redaktionssekretariat

Hochsommerliche Temperaturen lassen die Menschen in der Region nicht nur schwitzen, sondern verleiten auch dazu, den Grill anzuwerfen oder die Badehose aus dem Schrank zu kramen. Andererseits leidet die Natur unter der Dürre und der Hitze. Landwirte klagen über ausgetrocknete Wiesen. Gemüseanbauer über eine zurückgehende Ernte.

Bauernverbands-Präsident Joachim Rukwied fürchtet für viele Landwirte ein existenzbedrohendes Ausmaß in Teilen Deutschlands. Denn grüne Flächen gebe es nur noch wenige. Während in diesen Gebieten der Mais vertrocknet und nur noch kleine Kolben trägt, berichtet Landwirt Alois Peter aus Urlau über ein gutes Maiswachstum in Leutkirch: „Der Mais ist hervorragend. Allerdings hoffen wir, dass keine starken Unwetter kommen, die die überdurchschnittliche Ernte verhageln und somit Schäden verursachen“, so Peter.

Angst vor Futterknappheit

Auch über den Getreideertrag könne nur unwesentlich geklagt werden. Allerdings habe die andauernde Hitze große Auswirkungen auf Grünflächen, da der Boden einfach zu stark ausgetrocknet sei: „Es gibt auch bei uns schon Landwirte, die aus Angst vor Futterknappheit ihre Kühe verkaufen. Bei den wenigsten drohen allerdings Schlachtungen. Wenn Bauern wenig Futter haben, gibt es weniger Kühe und somit auch weniger Milch“, weiß der Urlauer. Er erklärt: „Wir bräuchten dringend eine Woche Landregen, der pro Tag etwa 20 bis 30 Liter Wasser bringt, damit der Boden dieses nach und nach wieder aufnehmen kann.“

Ein Milchrückgang könne er in seinem Laufstall nicht verzeichnen. Allerdings vermutet der Herlazhofer Ortsvorsteher, dass die Milchleistung bei Landwirten, die bei diesen hohen Temperaturen austreiben, niedriger sein könnte, sollte nicht für genügend Schattenplätze gesorgt sein. Unabhängig von der Milchleistung appelliert das Veterinäramt des Landratsamts Ravensburg an alle Tierhalter, Weidetiere nicht nur ausreichend mit Wasser und einem angemessenen Sonnenschutz zu versorgen, sondern auch bei großer Hitze die Tiere über die Mittagshitze in den Stall zu holen.

Beim Gemüseanbau verzeichnen Roland Palm und Maria Kiefl aus Kißlegg, die bereits seit 1983 auf den Leutkircher Wochenmarkt kommen, Ernterückgänge und Ausfälle bei verschiedenen Pflanzen. Insbesondere Gemüsearten wie Brokkoli oder Blumenkohl würden laut Kiefl extrem unter Schädlingen wie Motten, Raupen, Läusen oder Fliegen leiden, die die Pflanzen leiden lassen oder zum Absterben bringen. „Die Pflanzen sind einfach extrem gestresst. Wir müssen viel aussortieren, da diese vielfach total verfressen sind“, erklärt die Expertin.

Wassermangel hat Folgen

Auch bringe die anhaltende Hitzewelle ihre gesamte Verkaufsplanung durcheinander, da die Kohlarten wie auch der Salat viel zu früh gekommen sei. „Jetzt ist Urlaubszeit und somit kommen auch weniger Leute auf die Märkte“, sagt Kiefl. Wegen des Wassermangels vermutet sie bei der Kartoffelernte kleinere Knollen. Wegen der großen Trockenheit sei es auch schwierig, vereinzelt große Karotten aus dem Boden zu holen. Deshalb kämen auch die kleinen viel zu früh aus der Erde.

„Wir haben einfach nicht mehr genügend Wasser und können somit nicht mehr ausreichend gießen. Vermutlich kommen wir nicht mehr darum herum, einen neuen Brunnen zu bauen, da wir hinsichtlich des Klimawandels künftig im Sommer mit ähnlichen Temperaturen rechnen müssen“, sagt Kiefl. Abschließend erklärt sie: „Wir kommen hier im Allgäu noch gut davon. Da gibt es ganz andere Gegenden.“

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