Die „Grünen Hexen“ der Narrenzunft Nibelgau treiben seit 60 Jahren ihr Unwesen

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Gruppenbild der Hexen
Die „Grünen Hexen“ die der Leutkircher Narrenzunft angehören feiern heuer ihr 60-jähriges Bestehen. (Foto: Winfried Schindler)
Schwäbische Zeitung

Die „Grünen Hexen“ der Narrenzunft Nibelgau feiern heuer ihren 60. Geburtstag. Grund genug, um am Freitag, 14. Februar, ordentlich zu feiern. Los geht es um 17.30 Uhr in der Leutkircher Festhalle mit einem Empfang für geladene Gäste. Ab 20 Uhr steigt hier eine Party für die Allgemeinheit sowie für alle Gratulanten.

Im Jahre 1960 kamen die acht Klassenkameraden Hans-Werner Birkenmaier, Robert Diem, Hubert Gaub, Bruno Koch, Horst Kohler, Otto Kramer, Roland Krapf und Robert Weber auf die Idee, aktiv an der Leutkircher Fasnet teilzunehmen. Da die Hexenmaske auf die damals 15- bis 16-jährigen Schüler eine große Faszination ausübte, eine Aufnahme bei den bereits bestehenden Stadthexen in diesem Alter noch nicht möglich war, beschlossen die Fasnetslustigen, eine eigene Hexengruppe zu gründen, welche damals noch den Namen „Grünmasken“ trug.

Blusen, Kopftücher und Schürzen genäht

Angefertigt wurden die ersten Masken im Pulverturm und aus Pappmaschee. Zum Trocknen kamen diese unter der Leitung des damaligen Hausmeisters Rupp in den Heizungskeller der Grundschule am Oberen Graben. In Heimarbeit wurden von den Müttern die Blusen, Kopftücher und Schürzen genäht. Aus den Beständen der Großmütter wurde der Rock und eine sogenannte „Stehbrunzhose“ zweckentfremdet.

 Bereits in den 60er-Jahren schon, haben die „Grünen Hexen ihr Unwesen in den Straßen getrieben.
Bereits in den 60er-Jahren schon, haben die „Grünen Hexen ihr Unwesen in den Straßen getrieben. (Foto: Winfried Schindler)

Mit viel Herzblut hat sich seiner Zeit die Gruppe beim Nibelgauer Georg Gegenbauer zur Teilnahme am Umzug beworben. Daraufhin gab es prompt eine Zusage und die bestehende Mannschaft durfte beim Straßenvergnügen durch Leutkirch teilnehmen. Ein Erlebnis, dass die Gruppe unter der Leitung von Horst Kohler veranlasste, in verstärkter Form weiterzumachen.

Sitz der Gesellschaft ist seiner Zeit das Gasthaus Rössle (jetzt Salzstadel) gewesen. Hier entstand ein Jahr später die zweite Pappmaschee-Maske in etwas geänderter Auflage. Gleichzeitig wurde bei Bruno Koch auf einem Traktoren-Anhänger eine Hexenhütte aufgebaut, die später als Hexenwagen und Beförderungsmittel bei teilweise abenteuerlichen Fahrten nach Hause galt.

Wunsch nach richtigen Holzmasken

Da die eher billigen „Pappmascheemasken“ während der Fasnet immer wieder stark in Mitleidenschaft gezogen wurden, kam bald der Wunsch nach richtigen Holzmasken auf. Innerhalb von zwei Jahren wurden bei Holzschnitzer Josef Hasenmaile aus Biberach zehn handgemachte Masken angeschafft. Es folgte eine geschnitzte Maske nach der anderen.

Im Laufe der Jahre bekamen die „Grünen Hexen“ nicht nur stetigen Zuwachs, sondern organisierten zahlreiche Veranstaltungen. Mittlerweile bilden sie mit 135 Erwachsenen und 36 Kindern, die größte Gruppe der Narrenzunft Leutkirch, die jährlich in der fünften Jahreszeit an zahlreichen Auftritten teilnimmt.

Jedoch nicht nur die Fasnetszeit ist für die „Grünen Hexen“ ein Grund sich immer wieder zu treffen. So stehen unter dem Jahr regelmäßig, gemeinsame Unternehmungen und Aktionen an. Der Erlös daraus kommt stets einem sozialen Zweck in der Region zugute. Im Vordergrund steht dabei der Förderkreis für tumor- und leukämiekranke Kinder Ulm, Kontaktgruppe Leutkirch.

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