Die elften Musikalischen Sommerkurs enden fröhlich

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Vier Celli, viel Beifall (von links): Karolin Spegg, Emilia Lomakova, Bogdan Jianu und Till Münkler.
Vier Celli, viel Beifall (von links): Karolin Spegg, Emilia Lomakova, Bogdan Jianu und Till Münkler. (Foto: Weber)
Bernd Guido Weber

Das Abschlusskonzert der elften Musikalischen Sommerkurse ist mit einem fulminanten Auftritt von Maryana Osipova (Violine solo) zu Ende gegangen.

Als VHS-Leiter Karl-Anton Maucher allen jungen Musikerinnen und Musikern eine Rose überreicht hatte, ertönten noch einmal Cello-Klänge, diesmal aus dem Foyer der Festhalle. Vier Celli intonierten „Der kleine grüne Kaktus“, Als Dank an Professor Markus Nyikos (Berlin). Als Studentenulk, weil Nyikos diesen Song gar nicht mag. Der Professor freute sich und ließ sich sogar eine Narrenkappe aufsetzen.

Junge Virtuosen zeigen ihr Können

Es war ein fröhlicher, unbeschwerter Abschluss eines Konzerts, bei dem junge Virtuosen gezeigt haben, was sie sich in den vergangenen zehn Tage in Leutkirch erarbeitet hatten. Insgesamt 43 Studierende und Schüler aus gut zehn Ländern waren bei den elften Musikalischen Sommerkursen zu Gast. Privat untergebracht bei Familien, eine wohl einzigartige herzliche Vernetzung zwischen künftigen Musikprofis und Musikliebhabern.

Den Anfang machte, beherzt, die erst 15-jährige Pauline Schulte-Beckhausen. Sie stammt aus Kronberg bei Frankfurt, wird ab Oktober von Professor Roland Glassl (Viola, Musikhochschule Frankfurt) unterrichtet. Begleitet von Hilko Dumma (Frankfurt) am Flügel, zeigte sie bei der Romanze für Viola und Klavier op. 85 von Max Bruch erstaunliche Reife.

Etwas anstrengender, für Zuhörer wie für die Solistin Lutong Zhang, war die Ciaccona BWV 10004 von Johann Sebastian Bach. Der Leipziger wird in Asien hoch verehrt, Kompositionen von ihm gehören auf jeden Fall ins Repertoire.

Zhang meisterte dieses technisch anspruchsvolle Werk mit Tempo, fingerartistisch. An der Tiefe wird sie sicher noch arbeiten. Fröhlich, optimistisch kam das Klavier-Trio B-Dur von Franz Schubert. Lucie Leker (Violine), Raphael Moraly (Violoncello) und Marina Goshkieva (Klavier) spielten unbefangen, mit jugendlichem Impetus und bekamen viel Beifall.

Dann gab es leichte Kost, jedenfalls für die Zuhörer. Dmitry Khakhalin (Viola) gab „La Campanella“ von Paganini, begleitet von Hilko Dumno am Flügel. Der „Teufelsgeiger“ Paganini tauchte noch einmal im Programm auf, Ayano Tajima spielte die Caprice a-moll auf der Violine solo mit Verve. Zuvor hatte sie mit J. S. Bach überzeugt, Allemande und Corrente aus der Partita d-moll.

Vier Celli sind eine reizvolle, auch wohltuende Kombination. Emilia Lomakova, Bogdan Jianu, Karolin Spegg und Till Münkler brachten zwei Sätze aus der Holberg-Suite von Edvard Grieg – akzentuiert, mit schönem Klang. Ebenfalls munter und gefällig das Rondo g-moll von Antonin Dvorak, Emilia Lomakova am Violoncello, begleitet von Naoko Sonoda (Berlin) am Flügel.

Zum Finale gab es etwas ganz Besonderes: Maryana Osipova spielte die Solo-Sonate Nr. 2 des einst weltberühmten belgischen Virtuosen Eugene Ysaye (1858 -1931), ein eher selten gehörtes Werk. Eine solch souveräne Darbietung mit allen Facetten der Violinkunst erlebt das Leutkircher Publikum selten.

Das Publikum in umliegenden Städten übrigens auch nicht. Was nicht auf dem Programmblatt stand: Maryana Osipova, geboren 1987 in Moskau, Absolventin des dortigen Tschaikowsky-Konservatoriums, ist eine bereits renommierte junge Künstlerin, mit Auftritten in China, den USA und anderswo, mehrfach ausgezeichnet, mit eigenen Einspielungen. Arbeitet dennoch, wie in Leutkirch, weiter an sich. Zu sehen und hören ist sie auch im Internet, bei Youtube und Online-Musikportalen. So sind die Leutkircher Sommerkurse offensichtlich für viele attraktiv, von der jetzt 15-Jährigen bis zur (fast) perfekten Musikerin.

Dann also Blumen, Musik in der Lobby, heiterer Schluss der arbeitsreichen Tage in Leutkirch. VHS-Leiter und Organisator Karl-Anton Maucher dankte nochmals allen Sponsoren, den Gastfamilien sowie den Professoren und Dozenten, die von 9 Uhr morgens bis 21 Uhr, manchmal länger, die engagierten Jungmusiker förderten. Die zwölften Internationalen Musikalischen Sommerkurse sind fest eingeplant. Sie finden vom 3. bis 12. August 2015 statt.

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