„Der Zustand der Eschach ist extrem kritisch“

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Nur noch ein kleines Bächlein im weiten Kiesbett ist derzeit die Eschach. Ein Anlass zur Sorge für Dieter Stökler (links) und F
Nur noch ein kleines Bächlein im weiten Kiesbett ist derzeit die Eschach. Ein Anlass zur Sorge für Dieter Stökler (links) und Frank Scherer. (Foto: Schweigert)

Der Fischereiverein Leutkirch bietet ab Mitte September einen Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung an. Näheres ist der Homepage zu entnehmen.

Wenn der Sauerstoff drastisch abfällt, kippt das Gewässer: Wenn ein Gewässer „kippt“, ist dessen biologisches Gleichgewicht völlig gestört. Dies betrifft hauptsächlich Stillgewässer. Unmittelbarer Auslöser des Umkippens ist immer der drastische Abfall der Sauerstoffkonzentration im Wasser. Dabei handelt es sich um ein Aufeinandertreffen von physikalischen, biologischen und chemischen Aspekten. Der Sauerstoffgehalt in einem Gewässer nimmt dramatisch ab, die mikrobiologischen Vorgänge, wie das Zersetzen von abgestorbenen Algen werden gestört, Faulgase entstehen und hohe Außentemperaturen sorgen zudem für eine Verminderung des Sauerstoffs. (sz)

Die Mitglieder des Leutkircher Fischereivereins kontrollieren seit geraumer Zeit intensiv den Zustand der Gewässer. Sie sagen, dass aufgrund der anhaltenden Hitze, kein Wasser zum Gießen aus der Eschach entnommen werden darf.

„Der Zustand der Eschach ist extrem kritisch und ihr aktueller Stand so, dass die Fische gerade noch überleben können“ – So lautet die einhellige Bilanz von Frank Scherer, Vorsitzender des Leutkircher Fischereivereins, und Beirat Dieter Stökler bei einem Vor-Ort-Termin bei der Brücke der Schubertstraße. Dass das Flüsschen nicht wie im Jahr 2003 bereits trocken gefallen ist, erklären sich die beiden mit den doch im Juli gefallenen Niederschlägen und dem Einzugsgebiet von Wäldern und Mooren. Auch helfen die kühleren Nächte im Allgäu ein wenig, noch mehr aber der streckenweise naturnahe Ausbau des Gewässers. So halten sich in den Gumpen (Vertiefungen im Flussbett) noch viele Brutfische auf, während manche Kleinstlebewesen aber im weit ausgetrockneten Flussbett bereits verendet sind.

Generell „können sich die Fische wahnsinnig gut anpassen“, sagt Dieter Stökler, auch dank einiger Tiefwasserzonen und natürlichen Rieselstrecken. Der geringe Wasserlauf und seine langsame Fließgeschwindigkeit vermindern aber die notwendige Belüftung mit Sauerstoff. Kritisch ist die Situation zudem an den ebenfalls vom Fischereiverein betreuten Reps- und Ochsenweiher, die aufgrund der Hitze und des Algenwuchses „zu kippen drohen“. Noch wurden keine toten Fische gesehen, für diesen Fall ist als letzte Maßnahme das elektrische Abfischen und das Verbringen der Tiere in sicherere Gewässer, wie die Wurzacher Aach, geplant.

Forderung: Naturnaher Ausbau der Gewässer

Für die beiden Fischer ist klar, dass der Klimawandel mit seinen zunehmend extremen Wetterlagen voll im Gange ist. Sie fordern daher den weiteren naturnahen Ausbau der Gewässer „mit Rückzugbereichen bei Niedrigwasser“ und Rückhaltebecken, die nicht nur für Hochwasser vorgesehen sind. Bei solchen Projekten setzt der Fischereiverein auf die bestehende gute Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt des Landkreises und mit der Stadtverwaltung. Schließlich der dringliche Wunsch von Scherer und Stökler: „Möglichst bald ein anhaltender Landregen.“

Der Fischereiverein Leutkirch bietet ab Mitte September einen Vorbereitungskurs zur Fischerprüfung an. Näheres ist der Homepage zu entnehmen.

Wenn der Sauerstoff drastisch abfällt, kippt das Gewässer: Wenn ein Gewässer „kippt“, ist dessen biologisches Gleichgewicht völlig gestört. Dies betrifft hauptsächlich Stillgewässer. Unmittelbarer Auslöser des Umkippens ist immer der drastische Abfall der Sauerstoffkonzentration im Wasser. Dabei handelt es sich um ein Aufeinandertreffen von physikalischen, biologischen und chemischen Aspekten. Der Sauerstoffgehalt in einem Gewässer nimmt dramatisch ab, die mikrobiologischen Vorgänge, wie das Zersetzen von abgestorbenen Algen werden gestört, Faulgase entstehen und hohe Außentemperaturen sorgen zudem für eine Verminderung des Sauerstoffs. (sz)

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