Der Weihnachtsmann im Lastwagen

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Schwäbische Zeitung

In den vergangenen Tagen sind die Johanniter-Weihnachtstrucker aus Osteuropa zurückgekehrt. Die haupt- und ehrenamtlichen Helfer der Johanniter hatten in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und in der Ukraine Weihnachtspäckchen an bedürftige Kinder verteilt. Der Johanniter-Ortsbeauftragte Robert Lohr hat für die Aktion Spenden-Pakete in Leutkirch und Kißlegg gesammelt.

„Wenn sich Kinder über eine Packung Mehl freuen, dann weiß man einfach, dass die Not groß ist“, sagt der Ortsbeauftragte für Leutkirch und Kißlegg. In der Vorweihnachtszeit hatten die Johanniter dazu aufgerufen, Pakete gemäß einer Packliste zusammenzustellen und bei ihnen abzugeben. „Der Inhalt der Päckchen ist immer gleich: Größtenteils sind es Lebensmittel und andere notwendige Dinge, wie Duschgel“, erklärt Lohr. Außerdem gebe es die Möglichkeit, ein kleines Geschenk dazuzulegen.

1000 Pakete aus der Region

In Leutkirch hat Lohr 68 und in Kißlegg 50 Pakete gesammelt. In Baden-Württemberg wurden insgesamt 3393 Präsente gepackt, über 1000 kamen dabei aus der Region Oberschwaben/Bodensee. 54 901 Hilfspakete kamen in ganz Deutschland zusammen. Am zweiten Weihnachtsfeiertag starteten die Helfer in 45 Lkw, um die Geschenke an Kinder in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Rumänien und in der Ukraine zu verteilen. „Es ist ein Geschenk für die ganze Familie. Uns ist die Geste aber wichtig, dass die Kinder das Präsent überreicht bekommen“, sagt Lohr.

Die Zahl der Helfer, die mit den Trucks nach Osteuropa fahren, um die Pakete zu verteilen, sei stark begrenzt. Deshalb hatte Lohr selbst noch nicht die Chance, mitzufahren. In diesem Jahr war er aber wegen eines anderen Projekts zur selben Zeit in Rumänien unterwegs und hat zufällig ein Team der Johanniter-Weihnachtstrucks getroffen. „Ich bin gerade dazugekommen, als in einem kleinen rumänischen Dorf die Straße gesperrt wurde, damit die Geschenke aus dem Lkw ausgeladen werden konnten“, erinnert sich Lohr. Er werde nie vergessen, wie die Kinder gestrahlt haben, als sie ihr Päckchen in den Händen hielten. „Für die Kinder ist das, als käme der Weihnachtsmann. Nur eben nicht mit dem Schlitten, sondern mit dem Lkw“, sagt Lohr. Wenn er die Chance bekäme, würde er selbst gerne in einem Konvoi der Weihnachtstrucks mitfahren. „Ich denke, es ist ein tolles Gefühl, so viele Kinder glücklich zu machen. Da kann man selbst das ganze Jahr davon zehren“, sagt er.

In Leutkirch haben hauptsächlich Privatleute Pakete gepackt. Mit den knapp 70 Präsenten aus Leutkirch ist Lohr sehr zufrieden, trotzdem wolle er mit seinem Team die Zahl der gespendeten Päckchen für 2018 noch steigern. „Wir wollen mehr Werbung machen und Firmen gezielt fragen, ob sie mitmachen möchten“, berichtet der Johanniter-Ortsbeauftragte. Bisher konnte man die Pakete im Treffpunkt der Johanniter in der Gerberstraße und direkt bei Robert Lohr zuhause abgeben.

Für 2018 möchte Lohr noch mehr Abgabestationen einrichten. Er kann sich zum Beispiel vorstellen, mit regionalen Geschäften zusammenzuarbeiten. „Je mehr Anlaufstellen wir bieten, um so einfacher wird es für die Leute, ein Päckchen abzugeben und zu helfen“, sagt der Johanniter-Ortsbeauftragte.

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