Der Landrat stellt Teile seiner Verwaltung neu auf

Lesedauer: 5 Min
Landrat Harald Sievers hat einen Teil der Kreisverwaltung umorganisiert.
Landrat Harald Sievers hat einen Teil der Kreisverwaltung umorganisiert. (Foto: Bühler)

Die SPD ist bei der Sitzung des Kreistags in Leutkirch nicht damit durchgekommen, in den Titel des umbenannten Dezernats IV „Kreisentwicklung, Wirtschaft und ländlicher Raum“ den Begriff Umwelt mit einzubringen. Rudolf Bindig kritisierte, der Landkreis Ravensburg sei nach den von Landrat Harald Sievers und seinem Stab vorgenommenen Änderungen der einzige in Baden-Württemberg, der auf der Ebene der Dezernate nicht mehr die Umwelt ausflagge. Früher hieß das Dezernat „Bauen, Wald und Umwelt“.

Gut ein Jahr nach seiner Wahl lag bei der Sitzung in Leutkirch die von Harald Sievers in den vergangenen Monaten vorbereitete kleine Strukturreform der Landkreisverwaltung vor. Sievers hatte zwar bei Amtsantritt angekündigt, in den ersten Monaten nicht gleich alles umkrempeln zu wollen. „Ich bin noch immer in der Rolle des Lernenden“, sagte er vor dem Kreistag. Nicht zuletzt der Handlungsdruck durch die stark angestiegene Zahl der Flüchtlinge habe aber schon im Oktober 2015 dazu geführt, ein Amt für Migration und Integration neu einzurichten. Verantwortlich dafür ist die erste Landesbeamtin Eva-Maria Meschenmoser.

Nach diesem ersten Schritt, so Sievers, habe er sich mit dem sogenannten „Verwaltungsvorstand“ des Kreises intensiv darüber Gedanken gemacht, die Verwaltung in anderen Sachgebieten schlagkräftiger aufzustellen. Arbeitsabläufe sollen beschleunigt und der Bürgerservice gestärkt werden. Ein Teil der Veränderungen, die teilweise schon am 1.März in Kraft getreten sind, steht auch in Verbindung mit bekannten oder geplanten Personalveränderungen.

Rudolf Bindig aber wollte das alles nicht so einfach akzeptieren. Nun gab auch er zu, dass ein Teil der Neuordnung „sinnvoll und verständlich“ sei. „Aber bei mir schrillen die Alarmglocken“, sagte er und zielte darauf ab, dass er befürchte, der Landkreis flagge zu wenig das Umweltbewusstsein der Verwaltung aus. Seine Anregung, zumindest bei diesem Punkt noch einmal „die Entscheidung zu überdenken“, wurde jedoch abgelehnt. Formale Bedenken gab es von vorneherein bei der CDU, ob der Kreistag für so eine Diskussion das geeignete Gremium sei. Als Verwaltungschef sei es klare Aufgabe des Landrats, interne Abläufe zu koordinieren. Sievers wiederum betonte: „Wir sind der Landkreis mit den größten Schutzgebieten. Niemand kann ernsthaft behaupten, dass bei uns Umweltanliegen nicht ernst genommen werden.“

Zwölf Maßnahmen wurden dem Kreistag vorgestellt. Die wichtigsten im Überblick: Kommunal- und Prüfungsamt werden zusammengelegt. Viele Aufgaben und Fragestellungen seien identisch. Auch die Finanzverwaltung und das Abfallwirtschaftsamt kommen unter ein Dach. Zusammengelegt werden auch das Sozialamt und das Eingliederungs- und Versorgungsamt zu einem „Sozial- und Inklusionsamt“. Ein großer Schwerpunkt in der Zukunft soll sein, den Bürgerservice noch mehr zu bündeln. Diese Änderung soll spätestens zum 1. Oktober in Kraft treten. Dazu gehören dann in den Außenstellen auch die KFZ-Zulassungsstellen. Außerdem sollen Aufgaben, die in der Vergangenheit zum Teil ausgegliedert worden sind, wieder von der Kreisverwaltung übernommen werden. Das gilt unter anderem für Bereiche der Kulturarbeit. Ziel sei, „schlankere Strukturen zu ermöglichen“. Die Gleichstellungsbeauftragte wird in Zukunft direkt dem Landrat unterstellt sein.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen