Der Klang vergangener Jahrzehnte

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 Daniel Brzezicha hat vor mehr als drei Jahren einen Schallplattenladen eröffnet.
Daniel Brzezicha hat vor mehr als drei Jahren einen Schallplattenladen eröffnet. (Foto: Paul Martin)
Paul Martin

Klamotten im Look der 80er-Jahre, Hornbrillen mit dicken, dunklen Rahmen, junge Leute, die statt mit dem Smartphone mit einer Sofortbildkamera Fotos schießen: Die Zeichen dieser Zeit stehen auf Retro. In Leutkirch hat – auch wegen dieses Trends – schon vor mehr als drei Jahren ein Schallplattengeschäft eröffnet.

Auch wenn selbst CD und Kassette längst überholt und Streamingdienste schwer angesagt sind, läuft das Geschäft mit den Vinyl-Schallplatten, wie die „Schwäbische Zeitung“ vor Ort im „Langspielzimmer“ erfahren hat.

In erster Linie aus eigener Sammelleidenschaft und „weil es in der Nähe kaum ein Angebot gibt“, habe er angefangen, Platten zu verkaufen, erzählt Daniel Brzezicha. Der 36-Jährige hat dafür einen Teil seiner Sattlerei und Lederwerkstatt in der Leutkircher Innenstadt zum Plattenladen gemacht.

Hauptgeschäft sei nach wie vor die Sattlerei, gibt Brzezicha zu, aber „alte Sessel, alte Autos, alte Motorräder, das ist ja auch Retro“. Die Platten, die er verkauft, sind überwiegend tatsächlich alt. Sprich: gebraucht. Auch gebrauchte Plattenspieler hat das „Langspielzimmer“ im Angebot.

Was wird im Jahr 2019 gehört unter den Plattenfans? „Aktuell läuft sehr viel 90er-Jahre-Musik“, weiß Brzezicha. Denn: „Bei den Sammlern gab es auch einen Generationenwechsel. Die meisten kaufen halt das, was sie aus ihrer Jugend kennen.“

Unter den eingefleischten Sammlern laufe zudem die Musik der 60er, 70er und 80er immer, sagt Brzezicha. „Denen geht es dann wirklich mehr ums Sammeln als ums Hören.“ Richtige „Hörer“ tendieren dafür mehr zu Neuerscheinungen. Denn auch die gibt es mittlerweile wieder auf Vinyl.

Auch Heavy Metal laufe gut, zeitlos. „Das sind einfach die loyalen Fans, die dann auch alles von einer Band brauchen.“ Alte LPs würden hierfür immer wieder neu aufgelegt.

Insgesamt seien die Plattenkunden sehr breit gefächert: „Das reicht vom 15-Jährigen, der sich eine Hip-Hop-Platte, kauft bis zum Alt-Hippie.“ So breit gefächert sind übrigens auch die Preise für die Vinylscheiben: Sie reichen von drei bis 300 Euro.

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